Besteigung des Mount Sinai

Wer auf den Spuren kirchlicher bzw. biblischer Geschichte wandeln will, für den ist der Aufstieg auf den Moses Berg Pflicht. Direkt neben dem Katharinenkloster erstreckt sich der lang aufsteigende Pfad auf den Gipfel auf dem Moses mit Gott kommuniziert hat um die 10 Gebote zu empfangen. Vorsicht ist geboten wenn man nicht so gut trainiert ist, ich hab den Aufstieg total unterschätzt und für eine leichte Wanderung gehalten.
Wir hatten das Ganze als Tour in einem Reisebüro gebucht mit dem wir mittlerweile befreundet sind. 160 LE pro Person für den Transfer zum Berg und den Guide.
Um den Sonnenaufgang zu erleben beginnt die Tour um 23.00 Uhr mit der Abholung vom Hotel. Ca. 1,5 Stunden fährt man mit dem Minibus bis zum Berg. Hier gelten, wie am Flughafen, sehr strenge Sicherheitskontrollen.

Vorsicht bei Ausstieg aus dem Bus, bei der Ankunft wird man von den örtlichen Händlern als Frischfleisch gesehen und auch so behandelt. Man darf sich hier gerne so begehrt wie Justin Bieber fühlen. Verkauft werden Ponchos, Decken, Taschenlampen.

Danach erfolgt ein 2,5 Stunden langer Aufstieg durch Geröll und Zuckersand. Das zieht sich! Auf der Tour begegnet man immer wieder Rasthütten mit Softdrinks und Tee.

Kurz vor dem Gipfel sollte man dann in die letzte Hütte einkehren und sein verschwitztes T-Shirt tauschen, der Wind auf dem Gipfel ist in der Dämmerung unangenehm. Und dann die letzten 50 Meter zum Gipfel.
Egal wie anstrengend die Vorgeschichte sich bis jetzt angehört an, der Aufgang der Sonne vom Mount Sinai ist atemberaubend und ich bedaure jeden der das nicht erleben darf.

Für den Abstieg nahmen wir einen anderen Weg. Weniger Strecke noch mehr Treppen. Für den Aufstieg denkbar ungeeignet. Wir kamen vorbei an Siedlungen mitten in den Bergen, Torbögen mitten in Stein gebaut, wahnsinnige Ausblicke und perfekten Fotomotiven. Der Abstieg erfolgt in Sichtweite des Katharinenklosters, so dass wir direkt in jeder Höhe ein Foto davon hatten.

Das Kloster öffnet ab 09.00 Uhr, jedenfalls der kleine Teil der für Besucher zugänglich ist.
Viel ist nicht zu sehen, ein Teil des Innenhofes und die kleine Kapelle mit Kirchturm im Inneren. Leider ist von der Position im Innenhof die Moschee mit dem Minarett nicht zu sehen die errichtet wurde um der Zerstörung durch einen muslimischen Herrscher zu entgehen. Da der Prophet Mohammed des Öfteren zu Besuch war, bevor er berühmt wurde, existiert ein Brief in dem er dem Kloster Schutz und Sicherheit garantiert. Der wirklich interessante Teil, der mit den Mönchen ist für die Öffentlichkeit nicht begehbar.

Im Kloster befindet sich außerdem die älteste christliche Bibliothek die nur von der Vatikanbibliothek im Umfang übertroffen wird.

Ausrüstung

  • Da wir über eine Bergwanderung von über 2000 Meter reden ist festes Schuhwerk zu empfehlen. Ich hatte natürlich auch Wanderer gesehen die Sandalen trugen. Kann man machen, muss man nicht.
  • Taschenlampe ist eine Option, obwohl die Sterne genug Licht geben und alle um einen herum wie blöde in der Gegend rumleuchten. Wir hatten uns abgesetzt und sind im dunklen bei Sternenlicht gut zurechtgekommen.
  • Denn Pass nicht zu vergessen der mindestens 6-mal auf der Strecke zum Berg und natürlich am Berg kontrolliert wird.
  • Etwas zum Trinken mitnehmen, obwohl am jeder Stelle käuflich zu erwerben. Tee ca. 10 LE.
  • Kleidung zum Wechseln nicht vergessen. Am Gipfel ist man schon arg durchgeschwitzt und dann friert man sich zu Tode.
  • Eine Decke um den Sonnenaufgang bei kaltem Wind und geschwitzten Körper zu genießen. Die es natürlich auch am Gipfel zu leihen gibt.