Helsinki Sehenswürdigkeiten

Da ich sowieso gerade in Tallinn lebe, kann ich auch mal schnell mit der Fähre in die benachbarte Hauptstadt Helsinki reisen. Mit der Fähre ist das kein Hexenwerk und innerhalb von zwei Stunden vollbracht. Wichtig ist das man eine Stunde vorher da ist. Boarding war bis 7.40 Uhr, Abfahrt schon 7.50 Uhr statt 8 Uhr.

Anlegestelle Fähre

Die Einfahrt in den Hafen ist spektakulär. Die riesen Fähre durch die schmalen Durchgänge vor der Anlegestelle zu bugsieren ist reine Kunst. Am besten man stellt sich auf den hinteren Teil der Fähre um zu fotografieren. Die Motive sind es echt wert.

SkyWheel Helsinki

Eher enttäuschend ist gleich im Hafen das Skywheel. Wer den 135 Meter großen Londoner Bruder kennt ist von der Plastik-Miniatur Ausgabe schwer enttäuscht. Dafür das es als Sehenswürdigkeit angepriesen wird ist es eher die Zwischendurch-Fahrt in einen Vergnügungspark zweiter Wahl. Auf jeden Fall kein „a must see“.

Uspenski-Kathedrale (Uspenskin katedraali)

Ebenfalls auf dem Gelände der Fähranlegestelle, bevor man das Festland betritt ist die russisch – orthodoxe Kirche. Sehr klein, sehr golden, aber auf jeden Fall einen Besuch wert. Im Innenraum hängen total beeindruckende Kronleuchter von der Decke und auch sonst haben die Jungs mit Innendekoration nicht gespart. Seit langem einer der beeindruckendsten Innenräume. Im Moment nur leider chinesisch besetzt, was aber auch die ganze Stadt betrifft. Am Eingang steht extra ein chinesischer Tourguide der alle Asiaten auffordert die Kopfbedeckung in der Kirche abzulegen.

Old Market Square

Auf dem Markt, gleich wenn man den Hafen verlässt, gibt es Obst und Kunsthandwerk was sehr auf Touristen ausgelegt ist. Die Preise sind gehoben: Erdbeeren 7 EUR, Blaubeeren 10 EUR die Schale. Nur die Kirschen mit 5 EUR waren ein Schnäppchen. Und wenn man die Augen nach rechts richtet sieht man sogar das Rathaus von Helsinki (Helsingin kaupunki)

Esplanadi Park

Weiter geht es stadteinwärts durch den „Espa“ wie die Einheimischen den Esplanadi Park nennen. Hier sollte man bei schönem Wetter ruhig mit einem Eis auf einer der vielen Bänke verweilen und sich die Passanten anschauen. Der Park erstreckt sich wunderschön zwischen zwei Hauptstraßen und parallel zur großen Einkaufsstraße Aleksanterinkatu die wir als nächstes überqueren. Später kommen wir noch zum Shoppen zurück!

Roasberg Coffee

Entspannter Coffee Shop mit wirklich netter Bedienung. Das Internet ist schnell und der Kaffee ist super. Sehr zu empfehlen ist der Chococino, leider sind die Preise in Helsinki schon sehr gehoben.
Es gibt aber auch für noch mehr Geld Wein, Sekt und Champagner.

Hauptbahnhof (Helsingin päärautatieasema)

Gleich in Sichtweite des Coffee Shops befindet sich der Hauptbahnhof. Seine Außenfassade aus finnischem Granit und der Turm sind gigantisch, leider ist der Innenraum sehr schmutzig und dunkel. Ein Besuch im Inneren lohnt sich also nicht, wenn man Bahnhöfe in Europa kennt. Da der Bahnhof nach der Fertigstellung schnell aus allen Nähten platzte, befinden sich Teile der Gleisanlagen neben dem Bahnhof im Freien. Teile der Innenstadt sind vom Bahnhof aus durch unterirdische Einkaufspassagen und Tunnel zu erreichen, ebenso die Metro.

Finlandia Halle

Eines der Wahrzeichen, wovon es wirklich viele gibt ist diese Konzert- und Mehrzweckhalle. Sie liegt perfekt auf dem Weg zum Olympiastation und ist durch den weißen Carrara Marmor weithin zu sehen. Der Park davor lädt zum herumlungern und picknicken geradezu ein. Am Ende des Parks befindet sich noch ein schöner See, der den Anfang eines wirklich sportlichen Trimm-Dich-Pfades freigibt.

Olympiastation mit Aussichtsplattform

Das Station liegt ein wenig abseits der lebendigen Innenstadt ist aber in 20 Minuten gut zu Fuß zu erreichen. Am besten geht man von der Finlandia Halle den Pfad links am See vorbei nach Norden. Aber Vorsicht, ganz Helsinki ist hier in Bewegung. ich habe noch nie so viele aktive Runner und Radfahrer gesehen. der Mittelstreifen ist erhöht und sicher, ansonsten rechts die Jogger, links die Radfahrer. Fußgänger waren irgendwie nicht vorgesehen.
Das Olympiastation auf dessen Turm wir wollten wird im Moment bis zu herbst 2019 umgebaut und ist komplett abgeriegelt. Keine Besuche, kein Turm!

Felsenkirche (Temppeliaukion kirkko)

Wieder auf dem Rückweg zum Hafen liegen auf der rechten Seite der Hauptstraße. Der Felsentempel wird in vielen Reiseführern empfohlen, war aber beim ersten Blick recht unspektakulär. Erst der Gang in das Innere offenbarte die Begeisterung der Autoren. Der Granitstein der vorher auf dem Platz weilte wurde ausgehöhlt um einem Gebetsraum Platz zu schaffen. Da die Höhe nicht ausreichte wurde die Kirche nach oben offen gebaut und ein Design-Dach aufgesetzt. Schon schön!

Parlamentsgebäude (Eduskuntatalo)

Wer auf Christo „den Reichstagsverhüller“ steht, mag auch das finnische Parlament. Eingehüllt in Baugerüste und Tüchern ist es den Blicken der Öffentlichkeit verborgen. Wann es wieder zu besichtigen ist steht in den Sternen.

Kamppi Chapel

Eine Kirche direkt am Busbahnhof, was soll daran besonders sein? Schaut sie euch unbedingt an! Außen mit Holz vertäfelt, innen vollständig aus Holz, steht sie der Felsenkirche in nichts nach. Der eigentliche Raum, der „Raum der Stille“ in architektonisch wirklich eindrucksvoll.

Hotel Torni

Das Hotel war eine mittelschwere Enttäuschung, jeder der mit Klaustrophobie zu kämpfen hat sollte dringend das ganze Spektakel umgehen. Das Hotel besitzt im 12. Stock eine Dachterrasse mit Panoramablick, der auch wirklich hübsch ist. In den Fahrstuhl gehen allerdings nur 6 Personen, die sich allerdings schon kenne sollten, sonst lernt man sich in der intimen Enge recht nah kennen. Im zwölften Stock führt dann noch eine Wendeltreppe in die wirklich überschaubare Bar die nicht für breitere Leute geeignet ist. Wer jemals den Kölner Dom bestiegen hat weiß wovon ich rede. Die beiden Terrassen fassen jeweils 10-12 Personen was bei schönem Wetter nur als klein beschrieben werden kann. Unser Fazit, einmal hoch und Rundblick genießen und dann weiter in einen ebenerdigen Coffee Shop.

Alte Kirche

Eigentlich nur als Übergang und Provisorium einer andern Kirche gebaut besteht die alte Kirche immer noch. Die ursprüngliche Kirche musste dem Senatsplatz weichen und sollte durch den Dom von Helsinki ersetzt werden. Und so wurde die alte Kirche nur aus Holz errichtet damit die Gemeinde hier solange einziehen kann. Da nur für einen kurzen Zeitraum bestimmt wurde bei der alten Kirche auch auf die Kirchenglocken verzichtet. Umgeben ist sie von einem wunderschönen Park, der vorher Friedhof war. Im sogenannten Pestpark wurden die Leichen der großen Pest von 1710 vergraben. Danach wurde das Gelände noch mehr als 100 Jahre als Friedhof weiter genutzt. Nach Eröffnung des neuen Friedhofes Hietaniemi im Jahre 1829 wurde die Gegend rund um die Kirche in einen Park umgewandelt.

Stockmann

Wer gerne durch Kaufhäuser schlendert kann einen Blick ins Stockmanns werfen, das Haupthaus der finnischen Kaufhauskette ist das größte in ganz Skandinavien. Ähnlich dem KaDeWe in Berlin sind im Inneren verschiedene Store in Store Konzepte angelegt. Für alle Hungrigen befindet sich im Erdgeschoss die Feinschmeckerabteilung.

HardRock Cafe

Helsinki besitzt ein HardRock Cafe. So jedenfalls war die Aussage. was wir da entdeckten war eine Art Kiosk mit HardRock Beschriftung und eine Studentenband die auf dem Bürgersteig ihre Musik zum besten gaben.

Aleksanterinkatu

Beide Gebäude sowohl das Stockmann wie auch das HardRock Cafe befinden sich am Anfang der Prachtstraße von Helsinki. Die Aleksanterinkatu oder auch kurz Aleksi genannt ähnelt mit Fußgängerzone den großen Straßen andere europäischer Metropolen.

Sushi im Aleksi 13

Unser Mittagessen nahmen wir dann auch gleich auf der Aleksi in einem Sushirestaurant. Das Ganze war ein wenig wie ein Schnellimbiss mit sitzen ausgestattet. Aber guter Fisch, nette Bedienung und bei einem Menüpreis von 12 Euro darf man in Helsinki nicht meckern.

Senatsplatz

Am Ende der Einkaufsstraße schließt dann auf der linken Seite der Senatsplatz mit dem Dom von Helsinki. Der Platz wird von mehreren bekannten Gebäuden umsäumt. Zum einen natürlich der Dom und dann im Uhrzeigersinn der Senat, das Sederholm Haus von 1757 als ältestes Steinhaus der Stadt und dann die Universität zu Helsinki.

Dom zu Helsinki (Tuomiokirkko)

Unbedingt vorher ein Eis holen um dann mit den anderen Touristen und Einheimischen auf den Treppen zu sitzen und sich den Senatsplatz in voller Schönheit anschauen. Ansonsten ist der Dom schon eine Schönheit für sich, ganz in weiß erstrahlt er in ehrwürdigster Gelassenheit über die Stadt.

Festung Suomenlinna

Bis zur Festung haben wir es leider nicht geschafft, da das für eine Tagestour etwas zu knapp wird. Für dieses Highlight braucht man extra eine Fähre um auf diese Insel zu kommen. Man sieht sie aber bei der Ein- und Ausfahrt mit der großen Fähre wenn man auf dem Deck steht.