Nha Trang – Badeort der Russen

Nha Trang – Touristenhochburg in Vietnam

Was Varadero für Kuba und Alanya für die Türkei ist, das hat Vietnam mit Nha Trang. der gesamte Ort ist von russischen Pauschaltouristen besetzt. Bei meiner Ankunft um 05.00 Uhr früh in der Innenstadt habe ich davon aber noch nicht so viel mitbekommen. Die Stadt ist zu diesem Zeitpunkt schon in voller Aufbruchsstimmung. Es war erstaunlich wie viele Vietnamesen um diese Zeit schon sportlich unterwegs sind. Entlang des Strandes gibt es unzählige Gruppen die Hacky Sack spielen, allerdings mit einem eigenen Sportgerät was eher an einen Federball erinnert. Andere üben sich in Yoga, Schwertkampf oder auf offiziellen Trimm-dich-Pfaden wie Deutschland das in den 70ziger Jahren versucht hat.

 

Bus nach Nha Trang

Von Saigon aus gibt es mit dem Hanh Cafe Busunternehmen eine sehr bequeme Verbindung. In knappen 10 Stunden über Nacht geht es nach Nha Trang. Im Bus befinden sich Betten, so dass man bequem liegen und schlafen kann, während der Bus mit stolzen 50 Km/h dahindonnert. Vorsicht ist nur bei den langen Kerlen geboten. Ich glaube ab 1,80 m wird das unbequem.

Schlafbus nach Nha Trang

Ich hatte einen Hop on / Hop off – Trip für 950.000 VND bis Hanoi gebucht. Dabei ist das Ticket 4 Wochen gültig und man nimmt den Bus der in die Reisepläne passt. In meine Fall Ankunft um 5.50 Uhr in Nha Trang, Weiterfahrt um 18.30 Uhr Richtung Hoi An. So waren dann auch knappe 12 Stunden mehr als genug die paar Sehenswürdigkeiten abzuklappern und noch was zu essen.

 

Taxi und UberX in Nha Trang

Taxen habe ich in Massen gesehen, die meide ich aber wegen der Sprachschwierigkeiten und schlechten Erfahrungen in Vietnam generell. Ich hatte mich spontan mit einem Motorradtaxi angefreundet und es nicht bereut. Mein Lieblingsbeförderungsunternehmen UBER zeigte mir bei drei Versuchen „keine Fahrzeuge verfügbar“ an. Ich gehe also davon aus das UBER in Nha Trang noch nicht tätig ist.

 

Cafe, Restaurant und CoWorking Space

Die üblichen Verdächtigen, die ich in Saigon liebgewonnen habe scheint es hier in Nha Trang nicht zu geben. Während meines 12-stündigen Ausfluges habe ich keins der Logos erspäht, um mich kurz mit einem Getränk zu versorgen. Einzig Highlands Coffee war mit zwei Filialen vertreten.

Highlands Coffee

Diese Kette ist ganz in der Nähe der Bushaltestelle. Hier lohnt es sich vor der Abfahrt noch was zu trinken und die Fotos zu sortieren. Ich für meinen Teil schreibe hier gerade diesen Artikel. 😉

 

Sehenswürdigkeiten

National Oceanographic Museum und Aquarium

Kleiner als man denkt, interessanter als man erwartet. Das Museum liegt ein wenig außerhalb des Stadtkerns und ist mit Taxi oder auch zu Fuß gut zu erreichen. Da ich früh um 5.00 Uhr mit dem Bus aus Saigon angekommen bin hab ich den Spaziergang gewählt. Die Strecke ist schön, immer am Strand entlang Richtung Süden.
Geöffnet wird das National Oceanographic Museum um 06.00 Uhr und mit 40.000 VND ist man günstig dabei. Zu sehen sind kleine Außenbecken mit allerlei Fischen die man beim Tauchen im Südchinesischen Meer sehen würde. Später im Haus was eher an ein Fisch Gefängnis erinnert (kahle Gänge, vergitterte Fenster und alles ein wenig verfallen) kamen dann meine Highlights. ich hatte beim Schwimmen in Ägypten gehört, das ich an verlassenen steinigen Stränden auf keinen Fall ins Wasser gehen sollte. Die Chance auf einen Steinfisch zu treten ist groß und meistens auch einmalig. Das Gift der Rückenflosse ist tödlich. Also achte ich jetzt immer (paranoid wie ich bin) auf die Steine im roten Meer.

Steinfische im Aquarium

Das ist nach dem Museum jetzt vorbei, es gibt keine Chance den Steinfisch zu sehen. Er ist perfekt an seien Umwelt angepasst. Jetzt weiß ich erst wie naiv ich war. Habt Ihr ihn erkannt? Der Oragene Stein und links daneben sein dunkler Freund sind die Fische!

In dem anderen Haus ist die komplette Lebenswelt konservierte in Gläsern zu sehen Muscheln und Fische in Formaldehyd. Regale voller Gläser, gruselige Musik und eine kleine Asiatin die vor sich hin summt während sie Fisch seziert. das Ganze ergibt einen guten Horrorfilm.

Horrorkabinett Fischmuseum

Im letzten Haus ist dann noch traditionelles Equipment versus modernes Fischen ausgestellt. Für mich alles sehr informativ, obwohl ich nicht der Museumsgänger bin. Hat aber nicht geschadet.

 

Vinpearl Cable Car

Wer schon so südlich von Nha Trang unterwegs ist kann auch gleich das nächste Ereignis mitnehmen. Die wohl längste Gondelbahn der Welt. (nach Angaben aus dem Cafe am Museum). Mit 3300 Metern aber schon ziemlich lang.

Seilbahn in Nha Trang

Die Seilbahn verbindet das Festland mit der vorgelagerten Insel auf der sich ein Hotel mit Spa und der Vergnügungspark Vinpearl befinden. Die Fahrt in luftiger Höhe dauert ca. 10 Minuten, ist aber unverschämt teuer. Da die Betreiber keinen Seilbahntourismus wollen ist die Fahrt gleich im Eintrittspreis für den Vergnügungspark inkludiert. Das bedeutet, wer nur mal die wirklich beindruckende Seilbahn nutzen möchte zahlt 800.000 VND für das Vergnügen. Mir war bei dem Preis nicht danach.

 

Vinpearl Vergnügungspark

Früh um 07.00 Uhr beginnt die Wanderung ganzer Heerscharen an russischen Pauschaltouristen Richtung Insel. Der Vergnügungspark muss wohl sehr spektakulär sein, wenn man die Karte an der Cable Car liest. Neben unzähligen Restaurants und cafes klingen Namen wie 4D Ocean Cinema und Bungee Jump ganz gut in den Ohren. Vielleicht beim nächsten Mal?

Wanderkarte Vinpearl

 

Nha Trang City Hall

Das Rathaus ist ziemlich wird in vielen Empfehlungen angegeben und erwähnt.
Als ich aber bei Google die Bildersuche einschaltetet ist mir aufgefallen das die meisten Bilder dort das Rathaus von Saigon zeigen. Blöd!
Da die City Hall auf dem Weg lag bin ich natürlcih daran vorbeigeschlendert. Große Schilder die das Fotografieren explizit verbieten und ein hoher Zaun machen keine große Lust weiter an diesem Ort zu verweilen. Gegenüber ist aber eine schöne Einkaufsmall. Dort einen Kaffee zu trinken ist schon eher mein Ding.

 

Katholische Kathedrale (erbaut um 1930)

Wer glaubt in Vietnam gibt es nur Buddhisten der irrt sich gewaltig. Auf der Reise sind mir eine Vielzahl an Kirchen begegnet. Nha Trang hat sogar eine Kathedrale. Auf der linken Seite befindet sich der Aufstieg auf den kleinen Hügel auf dem sie gebaut wurde.

Kathedrale Nha Trang

Umgeben von chinesischen Touristen wird man in einer Wolke von Menschen direkt bis vor die Kathedrale getragen. Fotografieren ist eher schlecht, es sei denn man nimmt fotografierende Asiaten mit ins Bild. Die römisch-katholische Bischofskirche ist Teil der vietnamesischen Diözese Nha Trang.

 

Long-Son-Pagode auf dem Drachenberg

Der Aufstieg auf den Drachenberg ist ein schönes Erlebnis. Mit Blick über die Stadt genießt man hier die weiße 14 Meter hohe Buddha Statue.

Eingang der Pagode von Lon Song

Buddha von Long Son

Während des Aufstiegs stehen links und rechts noch kleinere Pagoden und natürlich Kioske, wie sollte es auch anders sein. Direkt hinter dem Buddha gibt es, ähnlich wie bei uns Briefkastenanlagen, eine Begräbnisstelle. Allerdings total zerstört! Das Ganze erinnert an eine Postbox in der die Ahnen mit ihrer Urne eingemauert werden. Vorne drauf ein kleiner Grabstein. Sehr effizient und platzsparend.

Grabstellen von Long Son

Mir ist es leider nicht gelungen jemanden zu finden um zu erfahren warum fast alle Begräbnisstätten zerstört und geplündert waren.

 

Chợ Đầm Market (Zentralmarkt)

Auf dem Weg zum No Pagar noch ein kleiner Abstecher auf den Zentralmarkt um zu schauen wie Markt in Vietnam definiert wird. Im Gegensatz zum Ben-Than-Markt in Saigon ist der Cho Dam Markt wirklich auf di Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung ausgerichtet.

Zentralmarkt Nha Trang

Hier gibt es neben Lebensmitteln die Waren des täglichen Bedarfs sowie Kleidung. Ziemlich unspannend, allerdings auch ohne Touristen.

Cho Dam Market

 

Po Nagar Tempelkomplex

Das am weitesten entfernte Ziel meiner Tagestour war eindeutig der hinduistische Tempelkomplex Po Nagar.

Der Fehler war allerdings erst auf dem Nachmittag dort anzukommen. Der Tempelkomplex liegt auf einem kleinen Hügel direkt am Fluss Song Cai. Unterhalb befinden sich Parkplätze um die eine Million Busse aufzunehmen die russische und chinesische Touristen ausspucken.

Parkplatz Po Nagar

Schulter an Schulter in Po Nagar

Die Anlage, gebaut im 8. Jahrhundert, ist sehr klein und erinnert stark an Angkor Wat, was deutlich größer ist.
Wer noch nicht in Angkor Wat war findet hier einen ersten Eindruck der Khmer Kultur.

Chinesen in po Nagar
Unbedingt früh, vor dem Frühstück hingegehen, sonst reiht man sich in die Schlange der Touristen ein und hat auf jedem Foto Menschenmassen oder sich den Rücken des Vordermannes.