Odessa als Nomade

Odessa, die Hafenstadt am schwarzen Meer gilt als das Urlaubsziel vieler Ukrainer. Für Europäer sind die Lebenshaltungskosten günstig und das Wlan schnell. Wir leben hier in einer WG mit 5 Personen die wir über AirBnB gebucht hatten. Danke an Christoph Heuermann dafür.

Sehenswürdigkeiten in Odessa

Opernhaus von Odessa

Die Oper im Zentrum ist ein beeindruckendes Gebäude. Hier sollte der Spaziergang, eher das Flanieren beginnen. Laufrichtung Rathaus geht es in den Park zu der Potemkin Treppe. Vor der Oper, genauer gesagt am Springbrunnen, versammeln sich die Pärchen und jungen Frauen um sich zu verabreden oder Pokemon Go zu spielen.

Rathaus von Odessa

Die Uhr des Rathauses spielt alle halbe Stunde die Melodie „Odessa, meine Stadt“. Gleich nebenan findet man die alte Kanone eines im Krimkrieg gesunkenen englischen Schiffes. Dieses Wahrzeichen machen sich auch die Separatisten zunutze die an diesem Ort eine Dauerausstellung des Aufstandes und Umsturzes der Ukraine betreiben.

Stambulskii Park (Стамбульский Парк)

Ab dem Rathaus zieht sich dann dieser bezaubernde Park bis zur Potemkin Treppe. Angereichert von Künstler, Musikern, Geschicklichkeitsspielen und verliebten Pärchen, wandert man in der Abenddämmerung gemütlich durch diese Kulisse. Nehmt Zeit mit, der Platz lädt zum Verweilen ein.

Potemkinsche Treppe (Потьомкінські сходи)

Das Wahrzeichen, auf das alle in Odessa stolz sind, ist die Potemkinsche Treppe. Eine lange Reihe von Stufen und Plateaus die direkt zum Hafen führen und von dessen Scheitelpunkt man ein phantastischen Ausblick hat. Die Treppe ist zu jeder Tageszeit überfüllt mit Ukrainern und Touristen die sich auf den ersten Stufen fotografieren lassen und dafür posieren. Hier sollte man sich die Zeit nehmen und verweilen um die Stimmung ganz auf sich wirken zu lassen.

Standseilbahn (Одесский фуникулер)

Gleich neben der Treppe oben und unten befindet sich das Schalterhäuschen der Standseilbahn. Wer also die Treppe heruntergelaufen ist und keine Lust auf körperliche Ertüchtigung hat, kann die zahnradgetriebenen Kabinen nehmen, welche die trägen Menschen wieder nach oben fahren.

Denkmal Katharina II

Von der Treppe Richtung Innenstadt begegnet man, an noblen Italienern vorbei, dem Denkmal von Katharina der Zweiten, auch der Großen genannt. In der Hand hält sie den Erlass zur Gründung der Stadt Odessa und des dazugehörigen Hafens.

Steve Jobs Monument

Zum Gedenken an den Vordenker von Apple erbaute Cryil Maksimenko, ein Künstler aus Odessa, das Mahnmal.
Bestehend aus Schrauben, Kugellagern und anderen Kleinteilen aus Fahrrädern, Motorrädern und Autos schweißte er eine Hand, welches das Apple Logo in sich trägt.

Essen, Chillen, Nightlife

Otrada Beach

Etwas abseits der Flaniermeile im Norden findet sich der Otrada Beach. Eine offene Anlage mit Pool in der Mitte an der es sich hervorragend Essen und Trinken lässt. Etwas abseits im Schatten kann man ungestört von Pool und Kindern seiner Arbeit nachgehen.

Restaurant Skopeli

Neben dem Delphinarium etwas von Strand weg, lässt es sich im Skopeli und dessen Restaurant Veranda gut aushalten. Leichte Jazz Musik, live präsentiert, in den Abendstunden zu gut zubereiteten Fleisch und leichten Cocktails, können eine gute Einstimmung auf den restlichen Abend sein.

Club Ibiza Beach

Ziemlich dekadent geht es im Club Ibiza zu. Aufgebrezelte Ukrainerinnen die sich gerne als Beiwerk ihrer Männer zeigen und gekonnt auf den hohen Schuhen durch die Gegend gehen. Mit 150 UAH für Europäer ein Schnäppchen. Ab 4000 UAH gibt es dann das VIP Paket mit extra Logo zum Trinken und Mädels einladen.

Shkaf

Wer es alternativer mag ist in der Bar Sharf gut aufgehoben. Kurz vor dem großen Trubel in der Innenstadt, treffen sich hier Jugend und Junggebliebene zum Austausch. Die Bar ist groß, die Theke lang, die Cocktails preiswert.

Besonderheiten

Vorsicht bei neuen Freunden. Uns sprach ein Amerikaner auf deutsch im Supermarkt an, als wir etwas zum trinken suchten. Ein paar Brocken von jeder Sprache nannte er sein eigen. Steven war ein cooler Typ und lud uns ein am nächsten Tag eine Englischstunde mit netten Frauen und neuen Freunden zu besuchen. Wir verabredeten uns an der Oper und tauschten Nummern aus. Das Ende der Geschichte: Die Englischstunden war ein Bekehrungsversuch der örtlichen Mormonen gemeinde in deren Räumlichkeiten. So um die zwanzig Leute redeten über die schönsten Orte auf der Welt in denen sie gewesen waren und danach stand zur Diskussion warum Gott diese herrlichen Orte erschaffen hatte. Ich war angepisst von der manipulativen Art der Veranstaltung und blieb nur weil die anderen von uns offensichtlich an der Diskussion Spaß hatten.