Tagestour Berlin

Wer Berlin erkunden will, hat viel zu tun. Ich habe mal eine Strecke, die in 12 Stunden zu bewältigen ist, zusammengestellt. Die meisten Punkte sind gut zu Fuß erreichbar, für den Rest reichen die öffentlichen Verkehrsmittel. Die Tour beginnt und endet in Charlottenburg. Dazwischen befindet sich die City West, der Potsdamer Platz, das historische Berlin, City Ost und Hipster Town.

City West (Route)

Aber fangen wir mit der City West an, hier startet man um 10.oo Uhr im Cups Coffee am KuDamm 114 und fährt nach einem guten Frühstück mit dem Bus den KuDamm runter. Der obere Teil ist eher Wohngegend und touristisch uninteressant.

Ab Adenauerplatz beginnt der spektakuläre Teil mit den Luxuslabeln. Hier finden sich Gucci, Louis Vuitton, Chanel. Dann ab Uhlandstrasse geht der Rummel mit den Touristen los. Linke Seite befindet sich der Showroom von Tesla Motors in dem Mann sich das Auto näher betrachten kann und für die Jünger von Apple gleich daneben das Haus aller Wünsche – der Apple Flagshipstore Berlin.
Direkt 300 Meter weiter biegt man dann links am Kranzler Eck in die Joachimsthaler Straße ab um zum Bahnhof Zoo zu gelangen, hier gibt es eigentlich nichts sehenswertes, aber er gehört nun mal zu Berlin. Weiter in Richtung Gedächniskirche kommt vorher das Hotel Walldorf Astoria und linke Hand die Shopping Mall Bikini Berlin.
Hier sollte man einkehren. Die Rückseite des Bikini grenzt an den Zoologischen Garten und das Kaffee Einstein hat einen kleinen Stand im Groundfloor. Hier wurde ein riesiges Fenster mit gemütlicher Sitzgelegenheit eingebaut, wo man bei einer guten Tasse Kaffee den Affen auf dem Affenfelsen zusehen kann. Ich frage mich bei der Gelegenheit immer ob die Individuen vor oder hinter der Scheiben sich merkwürdig benehmen.

Nebeneinanderhocken kann man sich dann auch in der Monkey Bar im 25Hour Hotel das ebenfalls im Shopping Mall Bikini Berlin beheimatet ist. Hier gibt es einen grandiosen Überblick über den Zoo und das restliche Berlin.

Nebenan mit ebenfalls grandiosen Überblick haben wir das Europacenter als Wahrzeichen der Innenstadt, innen befinden sich Restaurants und Geschäfte, wie im ersten Stock die russische Schokoladenfabrik in der man günstig Crepes für den Hunger zwischendurch bekommt.

Wieder aus dem Europacenter entwichen haben wir auf der anderen Straßenseite der Budapester Straße den berühmten Eingang vom Zoologischen Garten, das Elefantentor. Nach einem kurzen Besuch des Zoos, der zeitlich jetzt nicht in unseren Tagestour passt oder alternativ einem kurzen aber intensiven Fotoshooting geht es die Nürnberger Straße runter Richtung Kurfürstendamm (eigentlich Tauntzienstraße, aber das unterscheiden Berliner nicht). Direkt an der Ecke befindet sich der Store von einer japanischen Marke ähnlich H&M, unbedingt einmal in die untere Etage und dann die Treppe wieder rauf. Die Treppe stellt den Gleichgewichtssinn und die Koordinierungsfähigkeiten des Körpers auf eine harte Probe. Davon kann man sich dann im KaDeWe direkt am Wittenbergplatz erholen. 6. Etage ist die Lebensmittelabteilung, übrigens die größte in ganz Europa. Nach dem Konsumschock geht es dann vom Wittenbergplatz in die U-Bahn Linie 2 Richtung Pankow. Nächster Halt Potsdamer Platz.
 

City West (Sehenswürdigkeiten)

Adenauerplatz

Benannt nach dem damaligem Bundeskanzler Konrad Adenauer dessen Figur auf dem Platz seiner Wege geht. Eingeweiht wurde das Denkmal 2005 von der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Gegenüber des Platzes am KuDamm 70 findet man das schmalste Bürohaus von Berlin, da sogenannte „Handtuchhaus“.
Direkt unter dem Platz befindet sich der gleichnamige U-Bahnhof durch den die längste Bahnlinie der Hauptstadt führt, die U7. Diese fährt von Südost bis Nordwest einmal diagonal durch die Stadt.

Uhlandstrasse

Wer nicht auf Luxus und Modedesigner steht kann die Wanderung ab der Uhlandstraße beginnen. Markant an der Kreuzung Uhland / Kurfürstendamm ist die Filiale der BMW Niederlassung Berlin.
Ab hier geht es dann sehr touristisch vonstatten.

Tesla Motors

Elon Musk, Gründer der amerikanischen Autoschmiede gibt als Ziel an: „Den Übergang vom Verbrennungsmotor zum Elektromotor für den Normalverdiener möglich zu machen“. Tesla ist derzeit der einzige Fahrzeughersteller, der einen „emissionsfreien Seriensportwagen“ in größeren Stückzahlen verkauft hat. Laut Forbes ist Tesla 2015 das innovativste Unternehmen der Welt. Da ist die Nachbarschaft zu Apple am Kurfürstendamm kein Zufall.

Apple Store

Keine 50 Meter von Tesla entfernt ist die Kirche der gläubigen Apple Anhänger beheimatet. Seit Mai 2013 gibt es einen FlagshipStore in der Hauptstadt. Völlig minimalistisch mit riesigen farbigen Glasbildern an den Wänden präsentiert Apple seine Geräte auf unzähligen Tischen die gradlinig im Raum stehen. Das Personal trägt T-Shirts in gleicher Farbe und ist gut zu erkennen. Hier kann man alles testen was Apple gerade am Markt hat.

Café Kranzler Eck

Das Café Kranzler gehört zu den großen Institutionen in der City West. Seine große Zeit hatte es um 1833, da es als ersten Kaffee Tische und Stühle auf der Straße stellte, was zu damaliger Zeit verboten war. Das Kranzler stand aber unter dem Schutz des Königs dem das gefiel. Der Ursprungsort war in der Friedrichstraße, das heutige Kranzler ist nur eine Zweitfiliale, eröffnet 1932, die aber alle Ereignisse überstanden hat. Im Moment wird der Komplex in dem sich das Kranzler befindet wieder umgebaut und Gerry Weber, der derzeitige Betreiber zeiht aus und macht SuperDry Platz, die das Kranzler dann in neuem Glanz bewirtschaften werden.

Bahnhof Zoo

Der Bahnhof Zoologischer Garten, wie er offiziell heißt, spielte im geteilten Berlin eine große Rolle.
Von hier gingen die Fernzüge der der Stadt. Seine Rolle als bedeutendster Verkehrsknotenpunkt der Stadt hat jetzt der Hauptbahnhof übernommen.
Immer noch fahren aber etliche Linien: Busse, U-Bahn und S-Bahn hier ab und viele Touristen beginnen hier ihre Berlin-Tour.

Gedächtniskirche

Direkt am Anfang vom Kurfürstendamm befindet sich die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Auch wenn die Straße weiterhin so aussieht wie der KuDamm handelt es sich tatsächlich um die Tauntzienstraße. Den meisten Berliner ist das aber nicht bewusst. Das kaiserliche Paar nahm beim Bau hohen Anteil (nicht an den Kosten) an den Arbeiten und besuchte die Baustelle regelmäßig. So wurde die Kirche dann auch zum Geburtstag des Kaisers eingeweiht, was ihr dann den Namen gab. Franz Schwechten, der Architekt der vorher schon den Anhalter Bahnhof entworfen und so auf sich aufmerksam gemacht hatte, bestückte als ursprünglicher Kölner, die Außenhülle des Gebäudes mit Tuffstein wie er bei Kirchen im Rheinland verwendet wurde.

Hotel Walldorf Astoria

Die Hotelkette des Hilton Konzerns eröffnete 2013 mitten in der City West, direkt gegenüber von Bahnhof Zoo sein 5 Sterne Hotel. Verwunderlich, da diese Ecke für Stricher, Junkies und Nutten bekannt war. In den letzten Jahren tritt hier eine deutliche Bereinigung des öffentlichen Bildes, unterstützt vom Abriss der schmuddeligen Häuser in der Nachbarschaft, auf. Das Waldorf Astoria synonym für amerikanischen Glamour geht auf deutsche Wurzeln zurück. Vorfahre des Gründers war Johann Jakob Astor aus Baden, der nach Amerika auswanderte. Die Bedienung im Café ist eher schlecht und teuer, die „Lang“ Bar dagegen eine klare Empfehlung.

Bikini Mall

Zoologischer Garten

Monkey Bar

Europacenter – Crepes

Elefantentor

Das Tor befindet sich in der Budapester Straße, gleich neben dem Eingang zum Aquarium. Der asiatische Stil in dem es heute zu sehen ist wurde 1898 gegen den Willen der Bevölkerung, denen das zu fremdländisch war, gestaltet. Das Tor wurde im Bombenhagel der Alliierten restlos zerstört, so das nach dem Krieg erst ein provisorischer Bau und dann ein Nachbau des Originals erfolgte. Da der Zoo nicht über die notwendigen Geldreserven verfügte um einen Steinmetzbetrieb in Westdeutschland damit zu beauftragen, wurde der Auftrag an die ehemalige DDR vergeben. Der Sandstein wurde in der DDR gefertigt und dann mit Spezialfahrzeugen nach West-Berlin verbracht und montiert.

UNIQLO Flagship Store

Wer leicht zu Epilepsie neigt, sollte lieber einen weiten Bogen um den Laden machen. Die Treppen in dem Store wurden mit Laufschrift versehen, die sich bei erklimmen der Treppe von links nach rechts bewegt. Viele Menschen macht das total unsicher und ihnen wird schwindlig. Versuch ruhig mal vom Keller ins Erdgeschoss zu gelangen. Hier gehe ich gern mit Berlin Besuchern hin. Jedoch weniger um Klamotten zu kaufen, die mich stark an Zara oder H6M erinnern.

KaDeWe

Wer noch stehen kann folgt dann der Tauntzienstraße zum KaDeWe. Das größte Warenhaus auf den europäischen Kontinent hat allerlei Überraschungen parat. Für Freunde des leiblichen Genusses ist die 6. Etage ein Muss. Hier werden Lebensmittel präsentiert, verkauft und gegessen. Die Vielfalt ist berauschend!

Wittenbergplatz

Am Wittenbergplatz an dessen Ecke das KaDeWe steht beendet den KuDamm-Bummel, obwohl hier der Kurfürstendamm schon lange zu Ende ist. Dieser endet als Bezeichnung an der Gedächtniskirche. Das stört die Berliner allerdings wenig, sie fahren zum Kudamm um ins KaDeWe zu gehen. Im Gebäude in der Mitte des gleichnamigen Platzes befindet sich der U-Bahnhof.