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Cartago - Die alte Hauptstadt von Costa Rica

Cartago, die ehemalige Hauptstadt von Costa Rica, liegt knapp eine Busstunde östlich von San José. Perfekt für eine Tagestour lässt sich auch die Vulkanbesteigung des Irazu mit einbinden. Als älteste spanische Siedlung in Costa Rica hat die 150.000 Seelen Ortschaft eine lange Tradition und war bis 1823 die Hauptstadt des Landes. Durch die Nähe zum Vulkan und diversen Erdbeben kam es allerdings immer wieder zur fast vollständigen Zerstörung. Reste und Ruinen legen Zeugnis davon ab.

Anfahrt nach Cartago

Sehr entspannt in unter einer Stunde geht die Tagestour in San José nahe Chinatown los. Das Unternehmen heißt Lumaca (Link in der Karte). Für 635 CRC geht es bequem über die Landstraße nach Cartago. Abfahrt ist eigentlich alle 10 Minuten. In Cartago wirst Du dann irgendwo auf der Hauptstraße abgesetzt und kannst laufen. Die Rückfahrt geht dann aber nur vom Terminal Cartago hinter dem Municipal Market, hatte jedenfalls keine andere Haltestelle gefunden.

Hostels und Hotels in Cartago

Durch die Tagestour von San José aus, habe ich leider keine Empfehlungen für eine Übernachtung. Allerdings findet sich immer was auf Agoda oder Booking.com!

Sehenswürdigkeiten in Cartago

Parroquia María Auxiliadora

Im ältesten Viertel, dem Barrio El Molino steht eine interessante Kirche. Ich wurde nur durch die Farbe auf sie aufmerksam. Wenn Du hereingehst wirst Du feststellen, dass es sich um eine Holzkonstruktion handelt. Da alle Kirchen in Cartago immer wieder durch Erdbeben (und weniger durch Vulkanausbrüche, was mich verwundert) zerstört worden sind, ist die Holzkonstruktion vielleicht keine schlechte Idee. Deutlich billiger und schneller wieder zu rekonstruieren. Einfach bei der Anfahrt aus San José in Sichtweite dem Busfahrer Bescheid geben. Von hier kannst Du bequem die letzten hundert Meter in den Stadtkern laufen.

Cartago - Kirche Maria Auxiliadora

Cartago Municipal Museum

Leider stimmen die Öffnungszeiten mit den tatsächlichen Öffnungen überhaupt nicht überein. Zweimal versucht, zweimal gescheitert. Bei zweiten Versuch öffnete ein netter Wachmann, der mir zu verstehen gab, dass er in 30 Minuten Feierabend hat. Meine Einwände, dass auf der Tür die Öffnungszeiten etwas anderes suggerieren, erwiderte er mit einem: „Tut mir leid“. Also kein Heimatmuseum für mich.

Cartago - Museum Municipal

Las Ruinas de Santiago Ápostol Park

Las Ruinas ist eigentlich die Kirche des Apostel Jakobus, welche 1575 erbaut wurde und den zwei Erdbeben 1630 und 1656 zum Opfer fiel. Der nachfolgende Auf- und Ausbau der Kirche wurde dann 1718 und 1756 erneut durch Erdbeben schwer in der Konstruktion beschädigt. Schließlich wurde das Gebäude 1841 so zerstört, dass es einem Neubau weichen musste. Die endgültige Entscheidung den Standort als Kirche aufzugeben erfolgte dann nach dem schweren Beben von 1910. Als Ersatz folgte der Bau der Basilika Nuestra Señora de los Ángeles am östlichen Zipfel der Stadt, die sich heute landesweiter Berühmtheit erfreut und von mehr als 2 Millionen Menschen jährlich besucht wird. Die alten Resten der Apostelkirche sind mittlerweile umzäunt und leider nicht zugänglich. Im Inneren befindet sich ein wunderschöner Garten und auf dem Vorplatz lässt es sich entspannt chillen, Tauben füttern oder mit Einheimischen ins Gespräch kommen. Dorf halt.
Cartago - Las Ruinas

Basilika Nuestra Señora de los Ángeles

Nach dem Erdbeben von 1910 wurde der Standort der Hauptkirche von Cartago weiter nach Osten verlegt und als eine der größten Gotteshäuser von Costa Rica geplant und gebaut. Fertiggestellt wurde das Gebäude 1926. Auf dem Grundstück der heutigen Kirche wurde 1635 eine Marien Statur gefunden, der magische Kräfte zugeschrieben werden. Die schwarze Madonna „La Negrita“ lockt jährlich mehr als 2 Millionen Gläubige in die Wallfahrtskirche. Die Statur ist von September bis August in der Kirche zu bewundern und wird dann einen Monat in der Kathedrale von San José ausgestellt. Papst Pius XI. verlieh ihr 1935 den Titel Basilica Minor, was nur besonderen Heiligtümern außerhalb von Rom zukommt. Deshalb auch die wehende Fahne des Vatikans an dem Flaggenmast.

Cartago - Basilika Nuestra Señora de los Ángeles

Cartago Municipal Market

Auf dem Weg zum Lumaca Bus Terminal nach San José kommst Du zwangsläufig am Hauptmarkt vorbei. Neben einigen dubiosen Ständen mit Fleisch und Fisch, die ich nur zum Fotografieren empfehlen würde, hat der Markt eine immense Auswahl an exotischen Früchten zu einem fantastischen Preis. Alles, was es im KaDeWe in Berlin in der Feinkost-Exoten Abteilung für viel Geld gibt, ist hier Standardware. Einfach mal außen umlaufen.

Cartago - Zentralmarkt

Mittagessen in der Markthalle

Während ich den frischen Fisch und die Fleischtheke als eher schwierig empfand, ist das ganze zubereitet doch sehr lecker. Der komplett Markt wird von kleinen Imbissbuden durchzogen, in denen Muttis etwas Hausgemachtes zurecht brutzeln. Also habe ich mich kurz hingesetzt und mir von einem Gast erklären lassen was was auf der Karte ist. Zum Schluss lief es auf ein typisches Gericht der heimischen Küche hinaus. Auf Deutsch würde ich sagen: „Gebratene Hühnerbrust mit Kartoffelpüree und geschmorten Zwiebel“. Sowas von lecker.

Cartago - Imbiss in der Markthalle

Ausflug zum Vulkan Irazu 

Mit dem Bus zum Vulkan

Jeden Morgen fährt die Busgesellschaft Metropolis direkt bis auf den Krater. Anfang der Fahrt ist San José, sodass Cartago nur ein kurzer Zwischenstopp ist. Der Bus sollte aber gegen 09.00 Uhr spätestens an der „Parada de Buses hacia Cot“ sein. Von dort sind es dann nochmal 45 Minuten bis zum Gipfel. Nimm eine Jacke mit und was zu trinken. 3300 Höhenmeter sind nicht zu verachten.
Irazu - Warnschild am Kraterrand

Tickets

Die Eintrittskarten gibt es ausschließlich online. Ich musste aus dem Bus raus und am Kartenschalter mit deren WLAN die Tickets per Kreditkarte online buchen. Wähle bei der Reisegruppe den Zeitslot 10 Uhr, dann passt das super. Rückfahrt mit dem Bus ist um 12.30 Uhr auf dem Parkplatz. Endstation ist in Cartago, um weiter nach San José zu kommen musst Du zum Terminal Cartago-San José der Gesellschaft Lumaca. 

Irazu - Lava Feld am Kraterrand
Irazu - Blick vom Kraterrand

Am Vulkan

Auf dem Gipfel angekommen, führt der Weg noch weiter geradeaus. Pass ein wenig auf deine Kondition auf. Ich bin Läufer und die letzten 800 Meter auf 3300 Höhenmetern schafften mich völlig. Die Luft ist merklich dünn in der Höhe. Der Krater sind eigentliche zwei. Oben angekommen gibt es noch die Radar- oder seismologische Station, bei der ein „betreten verboten“ Schild steht und ein Bunker der über eine Treppe zu betreten ist. Hier geht es auf das Dach zur besseren Übersicht über das Gelände. Wichtig ist, die Tour nur zu starten, wenn völlig wolkenfreier Himmel ist. Bei jeder Art von Bewölkung stehst du auf dem Gipfel im Nebel. Der Vulkansee ist etwa 230 Meter unterhalb und war bei meiner Tour nicht zu sehen.

Der zweite Weg direkt vom Parkplatz weg geht auf ein Lavaplateau, das aussieht wie eine Mondlandschaft. Hier kannst du direkt am Geländer entlang den Kraterrand besichtigen. Mittendrin steht noch ein geschmolzenes Haus und ein verklumpter Eisenzaun als Andenken an den letzten Ausbruch.

Die knappen zwei Stunden sollten insgesamt reichen, um das Plateau und die Höhe zu erklimmen und Fotos zu machen. Denke daran, viel trinken in der Höhe.