Hong Kong – Sonderverwaltungszone Chinas

Hongkong ist mit 6.689 Einwohnern / km2 eine der dichtbesiedelsten Gegenden der Welt. Dabei sind nur 3,7 % der Insel bebaut. Es gibt in Hongkong keinen privaten Landbesitz, alles gehört dem Staat der es verpachtet. Die einzige Ausnahme davon macht die St. Andrews Church. Seit 1997 die Inselgruppe an die Volksrepublik China übergeben wurde, ist die ehemalige Kronkolonie eine souveräne Sonderverwaltungszone. Von hier ist es ohne Visum möglich einen Abstecher in die Volksrepublik China zu machen. So dass wir von hier aus mit einen 5 Tage Visum (erhältlich am Grenzübergang Lo Wu) nach Shenzhen gereist sind. Trotz allem hat Hongkong an sich viele Sehenswürdigkeiten, die ich hier kurz darstellen möchte, um für den Einen oder Anderen eine Inspiration zu geben.

Octopus Card

Wer viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein will, dem sei die Octopus Card wärmstens empfohlen. Von U-Bahn, Bus, Straßenbahn bis Fährgesellschaft ist hier alles drin. Die Karte gibt es am Airport beim Customer Service.

Hongkong – Vom Flughafen in die Stadt

Mit dem Hubschrauber von Airport nach Hongkong

Die schönste, bequemste und auch teuerste Variante eines Transfers nach Hongkong ist die mit dem Hubschrauber. Für 2300 EUR gibt es einen Shuttle Service vom Airport auf das HeliPad des The Peninscula Hotel am Fährhafen.

Airport Express in Hongkong

Vom Flughafen in die Stadt ist der Airport Express eine Möglichkeit. Die Karten gibt es direkt am Ausgang Richtung Stadt, gleich neben dem Customer Service bei dem Du die Octopus Card kaufst. Die einfache Fahrt kostet HKD 250, gleich mit Rückfahrt HKD 350. Wobei HKD 50 in beiden Fällen der Pfand für die Karte sind.

Mit dem Bus vom Airport nach Hongkong

Mit dem Bus A21 geht es für wenige HKD (33 HKD glaube ich) mit der Octopus Card direkt in die Stadt. Hier gibt es selbst im Bus Wi-Fi und Du hast einen grandiosen Blick auf den Frachthafen und über die Inseln. Eine tolle Einstimmung wenn du das erste Mal in Hongkong bist.

Hostel in Hongkong

Wenn Du in Hongkong ein Zimmer buchen möchtest beachte dass es hier sehr hartes Yield Marketing gibt. Zimmer die eine Nacht vorher 118 EUR kosten, sind am selben Tag am Abend auf 30 EUR reduziert. Es lohnt sich also entweder sehr frühzeitig oder spontan Stunden vorher zu buchen.

Australia Guest House

Nahe der Tsim Sha Tsui Metro Station und direkt am Fährhafen befindet sich das Australia Guest House. Für nicht so erfahrene Backpacker stellt die Ankunft wahrscheinlich einen Kulturschock dar. Der Blog ist riesig und beherbergt gefühlt mehr als 40 Hostels. Es ist dreckig, laut, chaotisch. Mit einem Wort „indisch“! Die Umgebung sieht aus als würde im nächsten Zimmer Drogen oder Organe verkauft werden. Lass alles erst mal wirken.

Objektiv betrachtet sind die Zimmer sauber, das Personal super nett und die Lage phantastisch. Wir sind nach dem Abstecher aus Shenzhen gerne ein zweites Mal hier eingekehrt. Allein das Preis-Leistungsverhältnis wäre in Deutschland ein Witz, 70 EUR für eine Abstellkammer – das ist Hongkong. Den aktuellen Preis erfährst Du hier bei Booking.com

Zur Rezeption kommst Du mit dem Fahrstuhl D der sich rechts an der Wand befindet. Nimm den linken Aufzug, der andere Aufzug fährt nur die ungeraden Stockwerke an.  Steige im 16. Stock aus.

Sehenswürdigkeiten in Hongkong

St. Andrews Church

Der einzige private Landbesitz befindet sich auf Kowloon in der Nathan Road 138 und gehört der Kirche. Gebaut 1906, überstand das Gotteshaus im viktorianisch-gotischen Baustil nicht nur die Besatzung der Japaner im zweiten Weltkrieg, sondern auch mehrere Taifune und einen Erdrutsch. Die Saint Andrews Church als evangelisch-amerikanische Kirche ist bei Hochzeiten sehr beliebt, auch wir platzten gekonnt in die Nachfeierlichkeiten rein.

Festival of Lights

Ein tägliches Spektakel im Fährhafen ist das Festival of Lights. Die Lasershow ist auf den Hochhäusern am anderen Hafenufer (Hongkong Island) montiert und gut von Kowloon zu sehen. Mit musikalischer Untermalung beginnt die Show täglich um 20.00 Uhr unter den Augen von tausenden Touristen, die sich dicht am Pier drängen um etwas davon zu filmen. Das mit dem drängen ist übrigens ernst gemeint. Chinesen haben da keine Berührungsängste oder andere Befindlichkeiten wie Rücksichtnahme oder Höflichkeit.

Central Plaza Skydeck

Um einen phantastischen Blick auf den Hafen zu erlangen ist das Ritz Carlton oder das Central Plaza zu empfehlen. Das Skydeck im Central Plaza ist kostenlos und befindet sich im 46. Stockwerk. Wenn du vorhast länger zu bleiben, gehe vorher auf die Toilette, sowas gibt es in dem Gebäude nicht. Nur einen Coffee Shop!?

Nachtmarkt

Täglich findet an der Temple Street der Nachtmarkt statt. Hier gibt es alles was das Herz begehrt. Wer asiatische Nachtmärkte kennt kann allerding zu Hause bleiben, nichts was erfahrene Traveller nicht schon gesehen haben. Kitsch, Fälschungen und Winkekatzen. Allerdings befindet sich im Südende der Tempel Street das Rotlichtviertel, Hier kann es gelegentlich zum Spießrutenlaufen kommen, wenn Du durch eine Horde Mädchen laufen willst, die alle an dir rumziehen um Dich „ins Bett“ zu bekommen. Hier fehlt es an asiatischer Zurückhaltung.

Noon Day Gun

Ab 12.00 Uhr wird zurückgeschossen. Jeden Tag Punkt 12 feuert die Noon Day Gun, ein 6-pound Geschütz Richtung Kowloon Island. Zuerst läutet der Kanonier eine Glocke dann wird gefeuert. Und zum Schluss öffnet er die abgesperrt Fläche für 10 Minuten, damit die Besucher ein Heldenfoto mit ihm schießen können. Die Anreise ist ein wenig tricky, am besten erreicht man die Kanone über die Tiefgarage des Excelsior Hotels.

Central Mid-Level Escalator

Mit einer Länge von 800 Metern ist die Rolltreppe quasi die längste der Welt, wobei ihr der Titel wegen der vielen Unterbrechungen verwehrt bleibt, der gebührt einer Metrorolltreppe in Sankt Petersburg. In knappen 20 Minuten fährst Du vom Finanzdistrict „Central“ über das Barviertel „Soho“ bis zum Mid-Level dem Wohnbezirk in den Bergen. Die Rolltreppe ist einspurig und fährt nur wenige Stunden am Vormittag bergab, den Rest des Tages geht es immer bergauf. Auf jeder der vielen Ebenen kannst Du absteigen und zu Fuß die Ebene erkunden.

 

Star Ferries nach Hongkong Island

Star Ferry verbindet Teile der 250 Inseln von Hongkong und bringt Dich sicher auf die Hauptinsel Hongkong Island. Vom Fährhafen Kowloon fährst Du preiswert für 0,25 EUR direkt nach Central. Damit bietet neben der Straßenbahn (Ding Ding), die Fähre das günstigste Sightseeing in Hongkong. Wer gerne der Auswahl von Hop on / Hop off Bussen vertraut, darf dafür in HK ganze 48 EUR bezahlen. Abfahrt ist am Hongkong Observation Wheel.

Prison Yard

Die ehemalige Polizeistation Central, perfekt erreichbar mit dem Mid Level Escalator, ist seit ihrem Umbau ein angesagtes Kunstzentrum im Herzen von Hongkong Island. Neben schicken Restaurants und  Gallerien kannst Du dir auch eine Tour durch das ehemalige Gefängnis geben.

 

Stadtrundfahrt mit der „Ding Ding“

Seit 1904 fährt in Hong Kong die Straßenbahn. Sie ist mit Abstand das billigste Transportmittel und verkehrt ausschließlich auf der Nordseite von Hongkong Island. Bezahlt wird bei Aussteigen, entweder elektronisch mit der Octopus Card oder in bar. Dabei wird das Geld (HKD 2,60) in eine Box neben dem Fahrer geworfen, Wechselgeld gibt es keins! Der Preis ist immer derselbe, egal wie lange Du fahren willst.

Es gibt 6 Linien, die alle die gleiche 13 Kilometer lange Strecke befahren. je nach Linie aber mit unterschiedlichem Anfangs- und Endpunkt. Jede einen Teil der Strecke, sehr verwirrend!!

 

Essen in Hongkong

Mc Donalds

Hongkong hat nicht nur den billigsten McDonalds in der Welt, zusätzlich haben die hier einen Lieferdienst UND es gibt 24h am Tag FRÜHSTÜCK. Die Auswahl ist gigantisch und beinhaltet solche Kuriositäten wie süßes Schwarzbrot mit Streichkäse oder Marmelade. Wir mussten unser Essen mitnehmen, da das Schmatzen und Schlürfen für meine Reisebegleiter nicht zu ertragen war.

18GRAM

Unweit der Noon Day Gun befindet sich der 18gram Coffee Shop. Hier können Langschläfer vor dem Kanonenschuss noch kurz einen Morgenkaffee einwerfen. Das Frühstück das hier serviert wird kann sich ebenfalls sehen lassen. Sehr klein und übersichtlich aber zu empfehlen. Ein echter Geheimtipp.

 

Alternative Coffee

Auf der Suche nach dem hoch gelobten Studio Cafe (was allerdings nicht mehr existiert) sind wir auf das Alternative Coffee aufmerksam geworden. Die Bedienung spricht gutes Englsich und die Auswahl der Speisen und Getränke ist exzellent. Klassisches kontinentales Frühstück mit Kakao oder Kaffee, dazu Toast Rührei und Speck war genau das richtige am frühen Morgen. Vorsicht beim Toilettengang, die Devise „außen hui und innen pfui“ gilt auch hier.

Highlights bei nächsten Hongkong Besuch

Hongkong Observation Wheel

So wie jede große Stadt (London, Helsinki, Wien), die etwas auf sich hält, hat auch Hongkong ein Riesenrad. Direkt am Hafen von Hongkong Island wird dem gewogenen Touristen der Ausblick für HKD 20 gewährt. Leider ist der Ansturm an sonnigen Tagen so groß, das wir verzichteten. Wer lieber auf das Observation Wheel runter schauen will, kann das aus dem  46. Stock des Central Plaza kostenfrei tun.

Cat Street

Auch bekannt als Upper Lascar Row ist Teil des Antiquitäten Viertels auf Hongkong Island. Hier finden sich neben ausgefallenen Geschenken und neumodischem Kitsch auch elektronische Gadgets und (nur für den Fall) Telefonkarten. Der Markt ist seit hundert Jahren für seine handgefertigten Innendekore berühmt und bekannt.

ICC Tower  / Ritz Carlton

Das Ritz Carlton Hongkong befindet sich im ICC Tower auf der Insel Kowloon und überragt alle nebenstehenden Gebäude. Highlights sind der Afternoon Tea gegen 16.00 Uhr, der mit exzellenten Naschwerk und gehobenen Tee zelebriert wird (40 EUR / Person) und die Bar im 118 Stock, 480 Meter über Grund und damit die höchste Bar der Welt.

Tian Tan Buddha

Auf der Insel Lantau, wo sich auch der Flughafen befindet, sitzt der größte Buddha der Welt. Wenn Du spät aus Hongkong abfliegst, kannst Du von Flughafen aus noch die Statue mit in das Sightseeing einfließen lassen. Ich habe es leider nicht geschafft, da die Anfahrt einfach zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Die schnellste Verbindung ist wohl die Fahrt mit der Glasgondel auf den Berg. Allerdings kostenintensiv und nicht für jeden geeignet.

Crystal Cabin Car

Es führen nicht nur mehrere Wege nach Rom sondern auch mehrere zum Tian Tan Buddha. Ein unterhaltsamer, wenn auch kostspieliger Weg ist die  Fahrt mit der Glaskabine. Wobei sich „Glaskabine“ auf das gesamte Gefährt bezieht, auch dem kompletten Boden. Wer also in schwindelerregender Höhe, auf einem Glasboden stehend, die Fahrt geniessen möchte kann das für 46 EUR / Person jetzt tun.

Peak Tram und Victoria Peak

Mit der Bergbahn auf den 552 Meter hohen Victoria Peak. Von hier lässt sich Hong Kong am besten überblicken. Gesagt getan, nach dem Prison Yard sind wir zur Station der Peak Tram und sofort wieder weg. Lustige Hinweisschilder an der Warteschlange zeigen die noch verbleibende Wartezeit an. Bei 90 Minuten haben wir aufgehört die Schlange zum Ende zu verfolgen. Notiz an mich: Zwischen Weihnachten und Silvester vermeide nach Hongkong zu reisen!