Deutsche Botschaft Senegal

20, Avenue Pasteur,
Angle Rue Mermoz, Dakar.

Telefon: +221 33 889 48 84
Fax: +221 33 822 52 99

Gambia verfügt nicht über eine eigene Botschaft. Der Leiter der Vertretung ist zugleich als Botschafter in Gambia, Guinea-Bissau und Cabo Verde mit Sitz in Dakar akkreditiert.

Feuerwehr: 18 / Polizei: 17 / Unfallrettung 16 

Reisevorbereitung Gambia

Gambia ist das kleinste Land in Afrika und komplett vom Senegal umschlossen. Zum kleinsten Land kommt noch die geringste Kriminalität auf dem Kontinent. Geld wird mit Erdnüssen, Fisch und Touristen verdient.

Die Urlaubszentren befinden sich auf der 80 Kilometer langen Küstenlinie, Expeditionen ins Innere des Landes sind über die jeweiligen Reiseveranstalter zu buchen. Die Preise in Gambia entsprechen dem europäischer Länder, die dafür zu erhaltenen Gegenleistung leider nicht. Cafés und Supermärkte sind so gut wie nicht vorhanden. Die wenigen Straßenstände mit Esswaren waren mir zu heikel.

Statistische Daten

Hauptstadt: Banjul
Sprache: Malinke 34,1% / Ful 16,2%  / Wolof 12,9%
Fläche: 11.300 km²
Einwohner: 2.101.000
Einwohner pro qm: 185,9
Durchschnittverdienst / Jahr: 576 EUR
Kaufkraft Index:

Zeitumstellung

Zeitzone
African / Banjul
Keine Umstellung auf Sommerzeit vorgesehen

Differenz
Deutschland Winterzeit: -1:00 Stunden
Deutschland Sommerzeit: -2:00 Stunde

Visabestimmungen

Für deutsche Staatsbürger gilt in Gambia Visa by Arrival. Bei der Einreise ist einfach ein Formular auszufüllen und bei der Immigration abzugeben. Schon gibt es einen schönen runden Stempel in den Pass. Gültigkeit des Visums sind 21 – 28 Tage. Zusätzlich werden die Fingerabdrücke abgenommen. Erst die Finger der linken und rechten Hand und dann die Daumen auf den Scanner legen. Verlängerungen der Aufenthaltsdauer können durch das Department of Immigration gewährt werden.  Kosten für die Verlängerung sind 500 GMD. Der Reisepass muss noch 6 Monate Gültigkeit haben.

Wichtig: Das Formular welchen bei der Einreise ausgefüllt werden muss, wird nochmal bei der Ausreise fällig. Also ruhig bei Ankunft zwei Stück mitnehmen und im Hotel in Ruhe ausfüllen.

Optimale Reisezeit

Gambia gilt auf dem afrikanischen Kontinent als eines der Länder mit dem angenehmsten Klima für Europäer. Die Temperaturen unterscheiden sich stark zwischen Küste und Landesinnerem. Während an der Küste gemäßigte warme Temperaturen um 28 Grad herrschen, nimmt die Temperatur im Landesinneren bis auf 40 Grad Celsius zu.

Das Wetter wechselt sich zwischen der Regenzeit im Sommer und der Trockenzeit im Winter ab.  Mit hoher Regenwahrscheinlichkeit ist zwischen den Monaten Juni – November zu rechnen.  Der Winter ist entspannt bei 21-27 Grad, im Sommer gehen die Temperaturen ab 27 Grad aufwärts. Die Luftfeuchtigkeit liegt fast ganzjährig bei ca. 80%, nur zwischen Januar und Mai gibt es trockenen Winde aus der Sahara die die Luftfeuchtigkeit drücken.

Direkte Flüge, Deutschland – Gambia

Der einzige Flughafen in Gambia ist nahe der Hauptstadt Banjul (BJL)  Hierher geht auch der einzige Direktflug von Deutschland aus. Corendon Airlines bietet seit diesem Jahr die Strecke Leipzig – Banjul in 7 Stunden an.

Andere Direktflüge  sind

– Barcelona (BCN)
– Brüssel (BRU)
– London (LGW)
– Amsterdam (AMS)
– Casablanca (CMN)
– Istanbul (IST)

Geld

Die Währung im westafrikanischen Gambia ist der Dalasi (GMD). Der derzeitige (07.2019) Kurs von EURO zu Dalasi beträgt 100 EUR = 5.617 GMD.
Der Wechselkurs in den Hotels 100 EUR = 5400 GMD

Da der ATM schon am Flughafen versagte, empfehle ich dringend Bargeld, am besten Euro, mitzunehmen und im Hotel zu tauschen. 

Die Geldscheine sind grundsätzlich dreckig, stark gebraucht und feucht. Teilweise fehlen Ecken oder Teilstücke. Trotzdem werden diese Lumpen von allen akzeptiert. Es existieren Scheine in 5, 10, 20, 50, 100, 200 Dalasi.

 Münzen (Butut) werden in dem Land so gut wie nicht verwendet. Wenn es doch vorkommen sollte, ist die Stückelung 1, 5, 10, 25, 50 Butut. Mir wurden wegen fehlender Scheine an einen Stand 5 Butut Münzen gegeben. Die Münzen sind in deutlich besseren Zustand und formschön.

 Rückwärts gerechnet sind 5 GMD = 0,09 EUR oder 100 GMD = 1,78 EUR.

Preise auf der Straße
Coke 0,33L /  25 – 30 Dalasi
Kekse 45 – 65 Dalasi
Taxi 15 Min Fahrt 400 Dalasi
Taxi 4h inklusive Führung 800 Dalasi

Im Hotel
Fahrrad 6h / 150 Dalasi
Coke 0,25 L / 50 Dalasi
Sandwich / 300 Dalasi
Wasser 1,5 Liter / 50 Dalasi

Mobiles Internet

Flächendeckend geworben wird in Gambia mit Africell. Da ich morgens und abends im Hotel war, habe ich für die 6 Tage auf eine SIM Karte verzichtet. Das Wlan im Hotel war nicht besonders schnell und stark schwankend, hat aber für normale Tätigkeiten völlig gereicht. Streaming oder große Dateien verschieben sollte aber vermieden werden.

30 Tage Data Package

8 GMD / 20 MB
56 GMD / 150 MB
179 GMD / 750 MB

45 Tage Data Package

250 GMD / 1 GB
459 GMD / 2 GB
575 GMD / 3 GB

60 Tage Data Package

750 GMD / 4 GB
1300 GMD / 10 GB
1620 GMD / 13 GB

Strom, Kabel und Verteiler

Im tiefen Afrika gelten andere Spielregeln, auch für das Aufladen unserer wertvollen Arbeitsgeräte. In Gambia ist der Steckdosentyp G vorherrschend, der mit den europäischen Steckertypen nicht kompatibel ist. Hier ist die Beschaffung eines Reiseadapters vor dem Flug von eindeutiger Priorität. Netzspannung und Frequenz entsprechend der deutschen Norm, nur das Ende vom Gerät will nicht in die Dose.

Sprache und Verständigung

In Gambia werden bis zu 12 Stammessprachen und Dialekte gesprochen. Durch die ehemalige Kolonialmacht England ist jedoch die englische Sprache ganz klar vertreten und überall präsent.

Gesundheit

In Gambia besteht die Gefahr folgender Erkrankungen

HIV – die Benutzung von Kondomen soll wahre Wunder bewirken.
Dengue Fieber (tagaktive Mücken) – Mückenschutz verwenden
Malaria (nachtaktive Mücken) – unter dem Moskitonetz schlafen
Tollwut (Hunde, Affen) – nicht anfassen oder streicheln
Bilharziose (Wurmbefall) – Es sollte vermieden werden in Süßwasser (Flüsse und Seen) zu baden

Besonderheiten in Gambia

Hygiene

Während ich in Thailand überall auf der Strasse und im letzten Hinterhof esse, vermeide ich in Gambia offene Speisen. Eine kurze Geschichte soll das verdeutlichen: Als ich in Serekunda auf dem Markt war und das Treiben beobachtete sah ich wie ein Frau Mangos kaufte. Sie bezahlte und packte dann die Früchte in Ihr Einkaufsnetz. Eine landete daneben und fiel in den Jauchegraben, der an den Häusern entlang verlief. Die Verkäuferin ließ sich nicht erbarmen und zuckte nur mit den Achseln. Also zog die Frau ohne eine Ersatzfrucht davon. 2 Minuten später holte die Verkäuferin ihren Sohn aus dem Haus der sich auf den Bauch legte und die verlorene Frucht aus der Kloake fischte. Diese wurde kurz mit Wasser übergossen und wieder auf den Verkaufsstand gelegt. Soviel zum Thema Colera.
Ich esse also nur in teuren Restaurant bzw. Beachbars oder kaufe geschlossene eingeschweißte Produkte westlicher Hersteller (DeBeukeler, Coke)

Freundschaften

Afrikaner sind freundliche Menschen, besonders in Gambia der „smiling coast of africa“.
Ich war dieser Freundlichkeit schon am ersten Tag leid, als mich der 4. Fremde ansprach, mir die Hand gab, sich nach meinem Namen und Herkunftsland erkundigte und mir dann mitteilte das er Deutschland liebt und Deutsche hier viel gespendet hätten. UND ich könne doch auch was für die Schule, das Dorf, seine Mutter, die Kirche, what ever dazugeben. Da ich mich als wandelnder ATM fühlte, vermied ich in den Folgetagen jede Ansprache und trug Kopfhörer. Gute Gespräche ergaben sich mit Geschäftsleuten oder dem Hotelpersonal. Mein Kioskbesitzer gegenüber dem Hotel war beispielsweise eine angenehme Unterhaltung ohne Hintergedanken.

Fahrer / Bodyguard kaufen

Einen guten Deal machte mir ein Taxifahrer, mit dem ich in die Hauptstadt fahren wollte. Er fragte gleich nach der Rückfahrt und bot mir an zu warten, egal wie lange, unentgeltlich. Lieber 4 Stunden warten und zwei Fahrten abgreifen, als den ganzen Tag unbezahlt vor dem Hotel zu stehen. Verständlich.

Aus dem Warten wurde dann eine kostenlose Stadtführung mit unterhaltsamen Geschichten und dunklen Ecken. Er ließ sogar Beziehungen spielen um mich in den Containerhafen zu bekommen. Durch seine Anwesenheit stressten mich auch die anderen Taxifahrer und die ganzen Schnorrer nicht.

Schließlich bezahlte ich ihm 1000 GMD (800 GMD waren vereinbart) für eine gelungene 4h Führung inklusive dauerndem Anhalten, an jedem Fotomotiv.. Da war er sehr geduldig. Die reine Taxifahrt hätte mich mit viel Verhandeln und Generve wahrscheinlich um die 700 GMD gekostet, bestätigte mir später meine Rezeptionistin. In meinen Augen also ein guter Deal.

Fotografieren von Polizisten und militärischen Anlagen

Beim belanglosen Knipsen aller Dinge die Dir vor die Linse kommen sei besser vorsichtig.
Die Gambianer sind da sehr eigen. dazu zwei Geschichten:

Während meiner Stadtführung in Banjul erspähte ich einen gut gekleideten Schwarzen im Maßanzug. Der Anblick inmitten von Ruinen und Dreck war so bizarr das ich ein Foto wollte und das auch in die Tat umsetzte. Leider übersah ich zwei Polizisten die am Straßenrand stand und vom Weitwinkel der Kamera erfasst wurden. Sofort waren sie zur Stelle und versperrten mir den Weg. Ich solle sofort sagen warum ich sie fotografiert habe. meine Antwort, ich habe dem Herrn im Maßanzug fotografiert ließen sie nicht gelten und verlangten das Foto zu sehen, das ich bereitwillig zeigte. Bei Vergrößerung des Bildes erkannte man beide dann an der Bildseite leicht angeschnitten. Und schon ging der Oberlehrermodus los. Warum ich beide fotografiert hätte, ob ich sowas öfter mache, das ich gegen Landesgesetze verstoße usw.

Ich entschuldigte mich und sagte dass es ein Versehen war und schon ging die Belehrung von vorne los. Das Angebot das Bild sofort zu löschen wurde abgeschmettert und mein Telefon konfisziert. Daraufhin wurde mir erklärt, dass wir jetzt auf die Wache gehen und er werde sich jetzt ALLE Bilder auf dem Telefon anschauen, um zu sehen ob ich so etwas öfter mache und was so auf meinem Telefon drauf ist.

Ich habe ihm dann in Seelenruhe erklärt, dass ich das nicht machen werde und wir als erstes die Deutsche Botschaft im Senegal anrufen werden, um mitzuteilen das er einen deutschen Staatsbürger in Gewahrsam hat und er sich dann mit meiner Botschaft auseinander setzen darf.

Während ich sehr höflich war und wiederholt versicherte, das es weder nochmal vorkommt und ich das Foto sofort lösche, wurde mein Taxifahrer immer aufgeregter und versicherte das er die ganze Zeit dabei war und ich mit keinem Bild gegen Gesetze verstoßen habe. Sie unterhielten sehr angeregt und vor der Polizeiwache herrschte mich der Polizist an, sofort das Foto zu löschen. Danach gab er mir zögernd mein Smartphone zurück und belehrte mich nochmals eingehend.

Auf dem Rückweg erklärte mir der Taxifahrer, der die ganze Zeit in einem gambianischen Dialekt gesprochen hatte, dass der Polizist diese Straftat gegen eine „interne“ Gebühr einstellen würde. Er erklärte ihm aber, dass ich kein Geld zahlen werde und wir das mit der Botschaft und seinem Vorgesetzten regeln. Mit so viel Sturheit hat der Gute dann wohl doch nicht gerechnet.

—–

Gleich am Nachmittag ging ich noch ein paar Kilometer die Straße am Hotel runter, um mir die nähere Umgebung anzuschauen. dabei stellte ich fest, dass die halbe Ortschaft aus Kasernen und Fahrzeugpools bestand. Auf dem Rückweg machte ich noch schnell ein Selfie mit dem Orteingangsschild. Und schon kam der nächste Uniformierte und sagte der Offizier am Tor auf der anderen Straßenseite riefe nach mir. Als ich die Straße überquerte kamen mir auch gleich zwei bewaffnete Torposten entgegen. Sie wollte wissen woher ich kam und was ich fotografiert hätte. Ich zeigte auf das Ortseingangsschild und erzählte was von Erinnerungsfoto. In dem Moment wurde mir klar, dass ich beim Selfie die Kamera auf die Kaserne gerichtet hatte.

Diesmal war allerdings alles sehr undramatisch. Sie fragten nach dem Foto, begutachteten es und wünschten mir noch einen schönen Tag.

Lektion gelernt.