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Erstellt: 8/2022 – Update: 10/2026
Skopje – irgendwo zwischen Armut und gi­gantischer Protzerei. Die Innenstadt von Skopje sieht aus wie das Atelier eines Bild­hauers, alle drei Meter steht eine Statue. Zerstört durch das Erdbeben 1963, das fast 75 % der Stadt vernichtete, wurde ein neuer Masterplan entwickelt, um die Stadt neu auszurichten. Dieser Umbau wurde in der Republik Jugoslawien begonnen und bis heute fortgesetzt. Mit dem Projekt „Skopje 2014“ folgte der letzte Schritt. Dabei wurden 136 Gebäude in der Innenstadt errichtet, um die komplette Geschichte der Nation so zu erzählen, wie es gut in den Nationalstolz passt. Zentrum ist das wirklich riesige Reiter­standbild von Alexander dem Großen, dem König von Mazedonien. Der Streit, wer auf Alexander stolz sein darf, birgt allerdings gewaltigen politischen Zündstoff. Ihm ge­genüber auf einem Brunnen steht ihm zugewandt Philip II. von Makedonien, sein Vater. Für mich ist die gesamte Innenstadt ein Nachbau des Forum Romanum mit nord­koreanischem Führerkult. Du darfst Dir bei Deiner Reise gerne selbst ein Bild davon machen. Ich freue mich auf Dein Feedback.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass es einen muslimischen Teil rund um den alten Basar mit klassischer Küche und traditionellen Kaffeehäusern gibt und einen christlichen europäischen Teil mit modernen Coffee­shops und Shoppingmalls. Getrennt werden beide Teile durch den Fluss Vardar, der mit­hilfe mehrerer Brücken leicht zu überwinden ist. Die bekannteste und älteste davor ist die Steinbrücke.

Informationen über Visum, Einreise­bedingungen, Steckdosen, Geld abheben und vieles mehr, findest Du unter Reisevorbereitung Nordmazedonien

Anreise nach Skopje

Skopje – Anreise mit dem Bus aus Sofia

Nordmazedonien ist aus den Nachbar­ländern extrem schlecht zu erreichen. Aus Sofia fahren zwei Busse täglich, eiern um 07.00 Uhr und einer um 09,30 Uhr. Die Bus­gesellschaft heißt Maptu. Kosten liegen bei rund 25 EUR / 50 BGN. Nach 5.5 Stunden, je nach Laune der Grenzkontrolle, bist Du dann am frühen Nachmittag in Skopje.

Skopje – Anreise mit dem Flugzeug aus Deutschland

Für den Buspreis aus Sofia kannst Du auch gleich aus Deutschland anreisen. Das preis­werteste, was ich gefunden habe, waren 21 EUR Direktflug von Berlin nach Skopje mit Wizz. Nicht wirklich eine gute Airline, dafür aber ein Schnäppchen. Gepäck ist nicht enthalten, dafür ein persönlicher Gegenstand mit 10 KG. Mehr dazu in meiner Gepäckübersicht der Airlines.

Vom Flughafen in die Stadt
Direkt am Flughafen gibt es den Shuttlebus zum Hauptbahnhof. (aus der Halle raus und dann rechts die Straße runter bis zum Schild) Für 200 MZD geht es in 30 Minuten in die Stadt zum Hauptbahnhof oder bis zum Holiday Inn. Bezahlt werden kann in bar oder mit Karte, direkt beim Kassierer vor dem Bus. Doch Vorsicht, es gibt kein Gepäckfach. Bei großen Koffern müssen die auf den Schoß. Oder gleich das Taxi nehmen.

Hostels und Hotels in Skopje

Empfehlungen lesen oder alle bei Agoda oder Trip.com auflisten lassen!

Skopje - Hostel Inbox

DE Koka Hotel & Kapsel Hostel

Mal wieder in die Kapsel. Das DE Koka Hotel verfügt über klassische Einzel- und Doppel­zimmer mit Bad. Wer es sehr preiswert mag, der wird zur Massentouristenhaltung in den Keller verbannt. Das nennt sich dann Inbox Hostel. Da ich dort mehr als eine Nacht verbracht habe, muss ich gestehen, dass es erstaunlich ruhig ist für die Massen, die hier miteinander auskommen müssen. Mehr Bilder und Informationen zu den Kapseln bei Agoda und die teure Variante bei Trip.com.

Skopje - Hotel Porta 26

Hotel Porta26

Wer nicht unbedingt mitten in der Stadt leben muss, dem empfehle ich das Porta26. Unter 20 EUR die Nacht, aber mit gutem Wasserdruck, Klimaanlage, Kühlschrank und echt schnellem Internet. Direkt vor der Tür ein Supermarkt und in die Stadt geht es den 2 Kilometer langen Joggingpfad direkt am Fluss entlang. Ich liebs.

Mehr Bilder und Informationen zum Hotel bei Agoda. . 

Sehenswürdigkeiten in Skopje

Skopje - Springbrunnen mit Statue Philip II. von Mazedonien

Springbrunnen Philip II. von Mazedonien

König Philipp II. von Mazedonien lebte im 4. Jahrhundert v. Chr. und ist der Vater von Alexander dem Großen, dem größten Feld­herren aller Zeiten. Er stabilisierte das alte Königreich und machte damit die gigan­tische Ausdehnung des Territoriums durch seinen Sohn erst möglich. Zu den Neuerun­gen, die er im Reich einführte, gehörte neben einem neuen Münzsystem, ein Straßen- und Verteidigungsnetz, sowie eine professionelle Armee. Mit dieser eroberte er viele der benachbarten Stadtstaaten im heutigen Griechenland. Seine ruhmreiche Regentschaft fand im Jahre 336 v. Chr. durch seine Ermordung ein jähes Ende.

Skopje - Holocaust Brunnen

Brunnen der Mütter Mazedoniens

Der Brunnen, der im gleichen Areal gegen­über von Philipp II. (der Vater Alexander des Großen, Du erinnerst Dich vielleicht?) steht, symbolisiert die Rolle der Frauen in der Geschichte Mazedoniens. Er zeigt ver­schieden Skulpturen von Frauen, die rings um den Brunnen verteilt dargestellt werden. Der Brunnen entstand, wie alles in der heutigen Innenstadt, mit dem Projekt Skopje 2014.

Skopje - Denkmal der Gebrüder Kyrill und Method

Denkmal von Kyrill und Method

Das Lebenswerk der beiden Brüder war die Missionierung der Slawenvölker. Als Slawen­apostel führten sie die slawische Sprache in die Predigt ein. Vormals durfte nur in Latein, Hebräisch und Griechisch gepredigt werden. Slawisch als liturgische Sprache wurde von Rom im März 868 zugelassen. Das von Kyrill entwickelte Alphabet, welches aus dem Griechischen abgeleitet wurde, um die Bibel ins Slawische zu übersetzen, kennen wir heute als kyrillisch (russisch). Kyrill ist somit kein russisch, sondern das Alphabet um die slawischen Völker zu missionieren und wurde durch die orthodoxe Kirche in den Ländern etabliert.

Skopje - Historische Steinbrücke

Steinbrücke

Die älteste Brücke der Stadt und zugleich das Wahrzeichen, welches selbst im Stadt­wappen verewigt ist, wurde 1469 von Sultan Mehmed II. stark ausgebaut. Die Ursprungs­brücke über die Vardar, eine Nummer kleiner, steht schon seit der Antike und verbindet das muslimische mit dem christ­lichen Viertel. Im Zuge der Zeit wurde durch Kriege und Erdbeben vieles in Skopje zer­stört, während die Steinbrücke alle Einflüsse unbeschadet bis heute überstand.

Skopje - Eye Bridge

Die Brücke der Zivilisationen in Mazedonien

Gleich daneben wurde eine neue Brücke gebaut. Sie wurde 2011 eröffnet und verbindet ebenfalls die beiden Ufer der Vardar. Umsäumt wird die Brücke von verschiedenen Skulpturen, die aus der Geschichte Mazedoniens hervorstechen. Größtenteils Mönche und Fürsten, die sich um die Befreiung oder die Verbreitung christlicher Werte verdient gemacht haben. Ungewöhnlicherweise befindet sich in der Mitte der Brücke ein Springbrunnen, sowas habe ich bisher noch nicht gesehen.

Skopje - Reiterstandbild Alexander der Große

Reiterstandbild Alexander der Große

Nachdem Griechenland genügend Druck in der EU aufgebaut hat, um Mazedonien dazu zu zwingen, sich in Nordmazedonien umzubenennen, nur um nicht mit dem Landstrich in Griechenland verwechselt zu werden, kommt der nächste Streit. Zu wem gehört Alexander der Große, einer der (wenn nicht der Größte) Feldherr aller Zeiten. Als König von Mazedonien sind die Griechen reichlich Stolz auf ihren Vorfahren, was die Nordmazedonier nicht daran hindert sich, mit ihm zu schmücken. Das Herzstück des „Macedonia Square“ ist jedenfalls das 22 Meter hohe Reiterstand­bild des Eroberers.

Skopje - Gedenktafel Geburtshaus Mutter Teresa

Geburtsort von Mutter Teresa

Das Haus, in welchen Mutter Teresa 1910 in Skopje geboren wurde, ist dem großen Erdbeben zum Opfer gefallen. Hier steht jetzt eine kleine Gedenktafel, die den Ort kenn­zeichnen soll. Knappe 100 Meter weiter wurde zum 100. Geburtstag das Gedenk­haus für Mutter Teresa eröffnet.

Skopje - Gedenkstätte und Museum Mutter Teresa

Mutter-Teresa-Gedenkhaus

Das Gedenkhaus ist eine Dauerausstellung vom Leben und Wirken der Nobelpreis­trägerin. Im Inneren wird ihr Leben chrono­logisch aufgearbeitet von der Geburt und der Familie, über den Entschluss sich der Kirche anzuschließen bis hin zum Ruf nach Indien, wo sie ihren eigentlichen Ruhm erlangte.  Während es immer mehr kritische Stimmen zu ihrem Vermächtnis gibt, zeigt das Haus verständlicherweise nur eine sehr einseitige Darstellung.

Skopje - Kirche des Heiligen Konstantin und Elena

Kirche des Heiligen Konstantin und Elena

Skopje - JOY Coffee

JOY Coffee Shop

Skopje - Macedonia Gate

Macedonia Gate

Der Triumphbogen wurde mit der Initiative „Skopje 2014“ schon im Jahre 2012 fertig­gestellt. In seinen 21 Metern beherbergt er neben einer Treppe einen Fahrstuhl für die Faulen, die das Stadtbild von „Skopje 2014“ von oben betrachten möchten. Leider war bei meinen drei Anläufen für das Rooftop, das Gitter jedes Mal verschlossen.

Skopje - Historical park of warriors

Krieger Park

Der Park, keine zwei Gehminuten vom Gate entfernt, ist ein beliebter Ausflugsort und Teil der Free Walking-Tour. Hier finden sich verschiedene Denkmäler der großen Ereig­nisse mazedonischer Geschichte. Zu nennen wären da das Monument des Zweiten Welt­krieges zum Gedenken der Gefallenen, das Monument des Ilinden-Aufstands 1903 gegen das osmanische Reich und natürlich neueren Datums das Monument der Unabhängigkeit Mazedoniens.

Skopje - Parlament

Parlament der Republik Nordmazedonien

Das Gebäude gegenüber dem Krieger Park stellt das nordmazedonische Parlament dar. Im Gegensatz zu den mehr als 800 Abge­ordneten im Deutschen Bundestag sind es hier gerade mal 120 Mitglieder, welche die Geschicke des Staates regieren. Das Gebäude ist nicht wirklich repräsentativ und fällt auch nicht besonders auf. Aber wenn du schon am Krieger Park bist, kannst du auch die andere Straßenseite betrachten.

Skopje - Aufzugsladen

Aufzugladen

Ein sehr skurriles Ladengeschäft befindet sich gleich neben dem Parlamentsgebäude. Der Aufzug Market stellt verschiedene Fahr­stuhlkabinen aus, um sich dann ein Modell auszusuchen. Mir ist nur nicht ganz klar, wozu ein B2B Unternehmen einen Show­room auf einer Einkaufsmeile benötigt.

Skopje - Heimatmuseum

Stadtmuseum Skopje

Das Stadtmuseum, das übrigens montags geschlossen hat, zog 1970 in den alten Bahnhof, der ebenfalls bei Erdbeben 1963 fast komplett zerstört wurde. Zwei Drittel des Bauwerks wurde zum Gedenken an die Opfer auch nicht restauriert. Im letzten Drittel befindet sich die vier Abteilungen des Museums, die auf 2000 qm Ausstellungs­fläche Werke im Zusammenhang mit der Stadt Skopje erforschen, schützen und lagern.

Skopje - Festung

Festung (Kale) Skopje

Die Festung bietet einen grandiosen Überblick über die Hauptstadt und ist sehr leicht zu Fuß aus der Altstadt zu erreichen. Das ist neben den paar restaurierten Wach­türmen allerdings auch das einzige. Auf dem Plateau wurde schon 4000 v. Chr. gesiedelt, was Ausgrabungen der letzten 20 Jahre an Tonscherben und Knochenresten hervor­zauberten. Wahrscheinlich ließ Kaiser Justinian die Festung im 6. Jahrhundert auf Ruinen einer älteren Wehrburg aufbauen, die 518 bei einem Erdbeben zerstört wurde. Dieses Schicksal teilte dann auch die Nach­folgerin, die dem großen Erdbeben von 1963 zum Opfer fiel und bis heute restauriert wird.

Skopje - Snoshti Minav Restaurant

Snoshti Minav Restaurant

Skopje - Old Basar

Old Town

Skopje - Clock Tower

Clock Tower

Skopje - Kliment von Ohrid Kirche

Kliment von Ohrid Kirche

Skopje - Mikel Coffee

Mikel Coffee

Skopje - Goofy Burger in der Vero Mall

Goofys Burgers & Sandwiches

Tagesausflug Matka Canyon

Skopje - Millenniumskreuz

Millenniumskreuz

Auf dem Hausberg Vodno findet sich auf 1040 Meter das Gipfelkreuz mit seinem 6×6 Meter Fundament. Am Wochenende fährt Dich die Buslinie 25 (Abfahrt gegenüber vom Choco House) sogar kostenlos bis zum Fuße des Berges. Ab da wird der Weg steinig und schwer. In gut 90 Minuten ist die 4 Kilo­meter Strecke aber für sehr geübte Fuß­gänger zu schaffen. Wenn Du es eilig hast, nimm die Seilbahn. Das 2002 errichtet Kreuz ist 66 Meter hoch und seine Konstruktions­zahlen voller Symbolik. Durch seine Er­bauung auf dem höchsten Stellen vor Skopje wird es von der muslimischen Bevölkerung als Provokation angesehen.

mehr Highlights in Skopje

  • Kloster St. Spas
  • Pool Irina
  • Aquädukt von Skopje
  • Scupi Archaeological Site
  • Public Room
  • Sindikat Cafe Bar

Vorbereitung & Reiseziele um Nordmazedonien

Nordmazedonien - Reisevorbereitung
Sofia - Reisebericht
Bukarest - Reisebericht
Tirana - Reisebericht
Pristina - Reisebericht
Podgorica - Reisebericht