Bangkok ist mit seinen 400 Tempeln und Tempelanlagen reich gesegnet mit Pilgerstätten. Die 5 bekanntesten Tempel sind komplett überlaufen und werden jedes Jahr von tausenden von Touristen heimgesucht. Diese sind:

Daneben gibt es noch unzählige kleine, unauffällige Anlagen mit kleinen Besonderheiten. Hier eine zugegeben, sehr subjektive Auswahl meiner letzten 5 Jahre in Bangkok. Ich konzentriere mich hierbei auf „königliche Tempel der ersten Klasse“, was bedeutet, diese wurden von einem König erbaut oder renoviert und stellen somit in Thailand die Tempel mit dem höchsten Ansehen dar. Hier gibt es natürlich Überschneidungen mit den 5 bekanntesten Tempeln. Die insgesamt 10 Tempel erster Klasse in Bangkok sind: Wat Arun, Wat Pho, Wat Benchamabophit, Wat Bowonniwet, Wat Mahathat, Wat Phra Sri Mahathat, Wat Ratchabophit, Wat Ratcha-orasaram, Wat Ratchapradit und Wat Suthat.

Zusätzlich gibt es da dann noch die Tempel mit den gewissen Besonderheiten, wie den Wat Indharaviharn

Klassifizierung thailändischer Tempel

Die Einordnung in die Rangfolge eines Tempels erfolgt durch den Status des Erbauers. So gibt es:

Königlicher Tempel der Sonderklasse
Diese Stellung nimmt einzig und allein der Wat Phra Kaeo im Grand Palace ein. Er ist der Tempel des Königs und damit außerhalb jeder Konkurrenz.

Königlicher Tempel Erster Klasse
Diese Tempel wurden meistens durch einen König erbaut oder renoviert. Es gibt aber noch die Möglichkeit das in dem Tempel eine Relique (Teilstück) von Buddha aufbewahrt wird.

Königlicher Tempel Zweiter Klasse
Die Anlagen wurden von Prinzen oder Adligen mit königlichem Rang erbaut.

Königlicher Tempel Dritter Klasse
In die Kategorie fallen alle Tempel die durch Verwandte des Königs und weitere Adlige ohne königlichen Rang erbaut wurden.

Die 5 bekanntesten Tempel in Bangkok

Wat Arun – Tempel der Morgenröte

Königlicher Tempel Erster Klasse

Der Wat Arun gilt als das Wahrzeichen von Bangkok, ähnlich dem Brandenburger Tor in Berlin. Er war der Tempel des Königs im alten Siam als Thonburi noch die Hauptstadt des Reiches war. Nach der Verlegung auf die andere Seite es Caho Phraya verlor der Tempel seine Bedeutung und wurde durch den wat Kaeo ersetzt der heute im Grand Palace steht. Der Wat Arun ist nicht das was wir uns unter einem Tempel vorstellen. Die Anlage ist eher ein Denkmal von Türmen, um die man herum gehen kann. Hier habe ich meine Silvesternacht 2015 / 16 verbracht und mit 500 Mönchen in das neue Jahr meditiert. Seit Sommer 2017 werden die Türme aus Muschelkalk rekonstruiert und sind zum großen Teil eingerüstet. Den besten Blick auf den Wat Arun hast Du von der Flußseite aus dem Express Boot oder am anderen Ufer von der Dachterrasse eines Hotels.

Wat Pho – Tempel des liegenden Buddha

Königlicher Tempel Erster Klasse

Der Wat Pho gehört zu den berühmteren Tempelanlagen in der Hauptstadt. Der Innenbereich besteht aus mehreren Häusern und Chedis (Pyramiden die zu bestimmten Anlässen gebaut wurden). Das Wahrzeichen des Wat Pho ist der 46 Meter lange liegende, vergoldete Buddha in einem der Tempel. Wat Pho ist die Heimat der thailändischen Massageschule. Bitte denkt bei einem Besuch an angemessene Kleidung. Eintritt 100 THB.  200 THB.

Wat Phra Kaeo – Tempel des Smaragd Buddha im Grand Palace

Königlicher Tempel der Sonderklasse

Der Grand Palace ist der Albtraum eines jeden Misanthropen. Menschenmassen die sich durch Absperrgitter zwängen und dazu noch der absonderlichen Preis von 500 THB pro Person für ihren Einritt zahlen. Diese Faktoren haben dafür gesorgt das ich mehrere Male den Besuch angestrebt und dann kurzfristig beim Eintreffen am Palast doch wieder Reißaus genommen habe. Hier treiben sich tausende von Touristen rum und versuchen das wirkliche Bangkok zu sehen. leider vergebens. Vor den Toren lauern Schlepper und Nepper und erzählen Dir das der Tempel heute geschlossen hat (später aufmacht) und Du diese Zeit mit einer völlig überteuerten Bootstour überbrücken kannst. Sie lügen dir dreist ins Gesicht, wollen aber nur Dein Bestes, Dein Geld. Nicht meine erste Empfehlung für den Urlaub.

Wer sich aber dennoch entschließt, sollte den Grand Palace und den dazugehörigen Tempel in der Nebensaison besuchen, was nicht unbedingt Dezember oder Januar ist. Ohne den Andrang der Touristen ist der Palastgarten wirklich schön. Mehrere Paläste und Tempel laden zum flanieren ein und können das Ganze schon zu einer 3-4 Stunden Tour ausdehnen. Auf dem Gelände wurde viel mit Blattgold, Edelsteinen und Marmor gearbeitet und es ist hinreißend wenn die Sonne untergeht.

Der Wat Kaeo im Inneren der Palastmauern ist ein königlicher Tempel erster Klasse, was bedeutet, er wurde nicht nur von einem König erbaut, er war der Tempel des Königs. Der Smaragd Buddha in seinem Inneren hat eine lange Reise hinter sich. So wurde er ursprünglich im Norden Thailands „gefunden“. Nach einer Hochzeit mit einen laotischen Königssohn nahm dieser den Buddha nach Luang Prabang im heutigen Laos und später in seine neue Hauptstadt Vientiane.

Dort verbrachte er 214 Jahre bis General Taksin, der spätere Rama I. und Begründer der heutigen Chakri Dynastie, Vientiane eroberte und den Buddha zurück nach Siam, genauer gesagt Thonburi, brachte. Der Buddha wurde im Haupttempel des königlichen Palastes, dem Wat Arun, verehrt. Erst als aus strategischen Gründen die Hauptstadt an das andere Flussufer verlegt und auf dieser Seite ein neuer Königspalast gebaut wurde, bekam auch der Smaragd Buddha ein neues Zuhause. 1784 wurde er in den Wat Phra Kaeo verbracht, in dem er bis heute zu bewundern ist.

Wat Saket – Golden Mount

Königlicher Tempel Zweiter Klasse

344 Sufen haben die Besucher zu erklimmen um auf den Golden Mount zu steigen. Der Aufstieg ist umsäumt von allerlei Glocken und riesigen Gongs. Wichtig zu wissen, wenn Du schon den Gong schlagen musst, dann unbedingt dreimal, sonst kommt das falsche Karma. Und meide den Coffee Shop auf halber Höhe, ich fand den Service ziemlich arrogant und unhöflich, was der Kaffee nicht wirklich rausriss. Der Tempel steht auf einen künstlich angelegten Berg mitten in Bangkok. Mit seinen 79 Metern Höhe ragt er hoch hinaus und lässt die Besucher einen unglaublichen Blick über die Hauptstadt genießen. Auf dem Dach des Tempels befindet sich eine Aussichtsplattform auf der die eigentlich heilige Stätte beherbergt wird. Der Chedi auf dem Dach enthält Reliquien Buddhas und wird einmal im Jahr, im November, für die Gläubigen geöffnet. Zu dieser Zeit herrscht am Wat Saket Volksfeststimmung.

Mein Sightseeing Tipp: Nimm von hier aus das Flusstaxi in die Stadt, Richtung Siam Paragon oder Central World. Mit Hochgeschwindigkeit durch die engen Flussarme Bangkoks.

Wat Traimit

Königlicher Tempel Zweiter Klasse

Direkt am Eingangstor von Chinatown steht der Wat Traimit. Gestiftet von Chinesen, ist er einer der 5 großen Tempel von Bangkok. Herzstück des Tempels ist der 700 Jahre alte Buddha aus purem Gold. Um die Figur vor Eroberern zu schützen, hatten die Gläubigen den Buddha vor langer Zeit in Gips eingekleidet und so in den Tempel gestellt. Bei Bauarbeiten wurde die Gipshülle beschädigt und der goldene Inhalt kam zum Vorschein. Teile der Gipshülle sind immer noch im Tempel zu bewundern.

Wat Benchamabophit

Königlicher Tempel Erster Klasse

Der Tempel wurde 1899 unter dem damaligen Regenten Rama V. begonnen und besteht im Inneren komplett aus weißem italienischem Carrara-Marmor. Daher ist er auch unter dem Namen Marble Temple in manchen Reiseführern zu finden. Im Tempelgang (Phra Rabieng), der den Haupttempel umschließt, befinden sich Buddhafiguren in verschiedenen Stellungen aus allen Teilen des Landes. Insgesamt sind es 52 Stück. Wer den klassischen Almosengang der Mönche in Bangkok erleben möchte muss den Tempel zwischen  6.00 – 7.30 Uhr besuchen. dann kommen die Gläubigen und überreichen den Mönchen ihre Gaben. Der Tempel steht im königlichen Regierungsbezirk Dusit. Hier befinden sich auf dem Gelände des Dusit Palace die meisten königlichen Paläste, wie etwa des Palast des Prinzen und jetzigen Königs Rama X., der Abihsek Thronsaal und das Vimanmek Royal Mansion. 

Die Anlage wird in der Mitte durch einen kleinen Fluss mit Fontänen geteilt an dessen Ufer Du dich in den Pavillons niederlassen kannst um innere Einkehr zu finden. Auf der anderen Seite der Anlage befinden sich die Wohn- und Ruheräume der Mönche. Auch hier ist es möglich zu flanieren . Gehe einfach über eine der Brücken.

Eintritt in den Wat Benchamabophit kostet 50 THB pro Person.

Wat Indharaviharn

Königlicher Tempel Dritter Klasse

Nicht weit von der Khao San Road und damit auf der Touristenstrecke liegt ein wenig bis nicht beachteter Tempel ohne viel Urlauber. Der Tempel liegt direkt an der bekannten Rama VIII. Brücke und ist ein königlicher Tempel dritter Klasse. Das bedeutet das weder der König , noch einer seiner direkten Abkömmlinge für den Bau des Tempels verantwortlich sind. Restauriert wurde er von dem verschleppten laotischen Königssohn Chao Inthawong, was dem Tempel auch seinen Namen gab. Die Schreibweise weicht durch die Übersetzung teilweise deutlich voneinander ab, so sind Wat Indrawihan, Wat Indraviharn oder auch Wat Intharavihara üblich. Der Volksmund nennt dem Tempel liebevoll Wat Luang Pho To, was soviel wie Tempel des langen Buddha bedeutet. Hauptattraktion des Klosters ist dementsprechend die 32 Meter hohe Buddha Statue mit wirklich riesigen Füssen. Sie steht in der Mitte des Tempelkomplexes mit einer Almosenschale. In seinem Hinterkopf befindet sich eine Relique von Buddha die vom damaligen Kronprinz Maha Vajiralongkorn, jetzt König Rama X. 1978 dort verschlossen wurde. Wenn Du an der Buddha Statue rechts vorbeigehst findest Du dahinter noch eine kleine Ansiedlung mit verschiedenen Skupturen alter Meister. Toll ist auch der kleine Komplex auf der anderen Straßenseite.

Buddha und Wochentage

Jedem Wochentag seinen Buddha und seine Farbe.

Und damit es sich gut teilen lässt und symetrisch ist gibt es 8 Buddha Wochentage

Montag

Farbe: gelb

Haltung: Buddha steht aufrecht und hat eine oder beide Hände auf Brusthöhe erhoben mit den Handflächen nach außen. Mit seiner Handhaltung wendet er Krankheit und böse Geister ab.

Geschichte: Buddha wird um Hilfe gebeten um eine Stadt von bösen Geistern und einer Hungersnot zu retten. Er reinigt die Stadt durch einen starken Regen.

 

Dienstag

Farbe: pink

Haltung: Buddha liegt bequem auf seiner linken Seite und stützt seinen Kopf ab.

Geschichte: Der größte aller Riesen verweigert Buddha seine Ehrerbietung. Dieser führt ihn in das Reich der Engel in dem alles größer ist als der größte der Riesen. Dieser erkennt seinen Fehler und zeigt Buddha den nötigen Respekt.

 

Mittwoch (Tagesbuddha)

Farbe: grün

Haltung: Aufrecht stehend, die Arme übereinander gelegt. Meistens mit einer Almosenschale.

Geschichte: Ein festliches Mahl wurde für Buddha gegeben, man vergaß ihn aber einzuladen. Also ging Buddha und seine Jünger mit der Almosenschale durch die Straßen. Ohne Einladung würde Buddha niemals zu einem Mahl kommen.

 

Mittwoch (Abendbuddha)

Farbe: hellgrün

Haltung: Buddha mit einen Affen und einem Elefanten im Wald, die im Speisen reichen.

Geschichte: Als seine Jünger sich streiten und vollkommen das Essen vergessen, geht Buddha in den Wald um zu meditieren. Dort besuchen ihn ein Affe und ein Elefant die ihm eine Honigwabe als Speise und Wasser mitbringen.

 

Donnerstag

Farbe: orange

Haltung: Buddha sitzt entspannt in einer Medition, die Hände liegen locker in seinem Schoß und die Handflächen zeigen gen Himmel.

Geschichte: Prinz Siddharta Gautama zieht sich zur Medition unter einen Feigenbaum zurück. Hier reift in Ihm die Erkenntnis, dass Leid aus uns selbst entspringt und nur wer keine negative Gefühle hegt ins Nirwana Einzug hält. Mit dieser Erleuchtung wird aus dem Prinzen der erste Buddha.

Freitag

Farbe: blau

Haltung: Buddha steht entspannt mit einem nachdenklichen Gesicht. Die Hände sind vor der Brust gehalten, die Rechte liegt über der Linken

Geschichte: Zwei Kaufleute werden Buddhas erste Jünger und diskutieren darüber, wie man seine religiöse Lehre auch dem einfachen Volk näherbringen kann. Auch Buddha überlegt und findet einen Weg.

 

Samstag

Farbe: violett

Haltung: Buddha in meditativer Haltung. Über ihm spreizt der König der Naga seine 7 Köpfe. 

Geschichte: Buddha sitzt unter dem Feigenbaum in seiner Meditation vertieft. Als es anfängt zu regnen, schützt ihn der König der Schlangen vor dem Regen, indem er mit seinen sieben Köpfen ein Dach über dem Meditierenden bildet.

 

Sonntag

Farbe: rot

Haltung: Buddha steht und betrachtet den Bodhi Baum, die Hände ruhen entspannt auf seinem Oberkörper. Die rechte Hand überdeckt die Linke.

Geschichte: Nach seiner Erleuchtung unter dem Bodhi Baum steht Buddha auf und geht nach Nordosten um den Baum sieben Tage lang aus dieser Himmelsrichtung zu betrachten. Nch diesen sieben Tagen wird ihm das Leid aller Lebewesen bewußt.