Die Pyramiden von Gizeh – Willkommen zu einem der beeindruckendsten Reiseziele der Welt. Diese monumentalen Bauwerke, rund 15 Kilometer südwestlich von Kairo gelegen, ziehen seit Jahrtausenden Menschen in ihren Bann – und warten nun darauf, auch von dir entdeckt zu werden.
Die Pyramiden wurden während der 4. Dynastie des Alten Reiches erbaut, etwa zwischen 2600 und 2500 v. Chr. Sie dienten als Grabstätten der Pharaonen und spiegeln den damaligen Glauben an das Leben nach dem Tod wider. Die größte und berühmteste von ihnen ist die Cheops-Pyramide (auch „Große Pyramide“ genannt). Ursprünglich 146,6 Meter hoch, ist sie das älteste und einzige noch erhaltene der Sieben Weltwunder der Antike.
Direkt daneben erhebt sich die Chefren-Pyramide, die durch ihre Lage auf etwas höherem Gelände oft größer erscheint, obwohl sie in Wahrheit etwas kleiner ist. Vor ihr liegt die geheimnisvolle Große Sphinx von Gizeh – ein monumentaler Löwenkörper mit einem menschlichen Kopf, vermutlich als Wächter des Totentempels errichtet. Die dritte Pyramide, erbaut für Pharao Mykerinos, ist zwar deutlich kleiner, aber ebenso faszinierend durch ihre präzise Bauweise und feinen architektonischen Details.
Noch heute geben diese Meisterwerke der Ingenieurskunst Rätsel auf. Wie konnten solch riesige Steinblöcke – teils über 2 Tonnen schwer – mit damaligen Mitteln transportiert und millimetergenau aufeinandergeschichtet werden? Welche symbolische Bedeutung lag im Pyramiden-Design? Und welche Geheimnisse verbergen sich noch in den unerforschten Gängen?
Als Besucher hast du die einzigartige Gelegenheit, diese Fragen auf eigene Faust oder bei einer geführten Tour zu ergründen. Erkunde die inneren Gänge, bewundere die Ausrichtung der Pyramiden nach den Sternen und erfahre mehr über das Leben, die Macht und die Spiritualität im Alten Ägypten.
Informationen über Visum, Einreisebedingungen, Steckdosen, Geld abheben und vieles mehr, findest Du unter Reisevorbereitung Ägypten
Vom Flughafen Gizeh (SPX) nach Kairo
Die deutlich preiswertere Alternative als der Hauptstadtflughafen Kairo International Airport (CAI) ist der Sphinx International Airport (SPX)
in Gizeh. Von hier aus sind es knapp 45 Kilometer bis in die Innenstadt von Kairo oder 35 Kilometer bis zu den Pyramiden, die direkt in Gizeh stehen.
Der Flughafen wurde 2018 eröffnet und hat sich seitdem nicht weiterentwickelt. Die Anbindung an Bus & Bahn fehlt genauso wie ein digitales Ticketsystem. Tickets sind vor dem Betreten des Flughafens auszudrucken. Deutsch wie wir waren und vor allem mit dem Nachverhandeln und verzögern der UBER Fahrer, nahmen wir schon früher ein Taxi, mit dem Ziel in der Businesslounge am Flughafen zu chillen. Überraschung, Eintritt in den klimatisierten Flughafen sind erst 3 Stunden vor Abflug. Vorher kannst Du gefälligst draußen vor der Tür warten. Ohne Geschäfte, ohne Coffee-Shops, ohne Klimaanlage, wenn Du auf die Toilette willst geht doch auf das Plumpsklo in der Moschee. Willkommen in Ägypten, dem Land, wo man Urlauber willkommen heißt.
Taxi & UBER vom Airport SPX nach Gizeh
Der Sphinx International Airport ist seit 2018 geöffnet, leider ohne Verkehrsanbindung, hier geht es nur mit Taxi oder UBER weiter. Gleich wenn Du herauskommst, wirst Du auch regelrecht von Taxifahrern überfallen, wo zwischen einer kurzen Ansprache bis zum minutenlangen Stalken alles dabei ist. Meine Standardausrede war, dass ich abgeholt werde.
In einer stillen Ecke habe ich dann ein UBER gerufen, der nach 7 Minuten auch gleich da war und uns sicher bis zum Hotel gefahren hat. Kosten waren 388 EGP. Kurzer Tipp: Lade Dir ein Bild mit den arabischen Ziffern runter, denn in der App stehen die Kennzeichen in unserer Zahlenfolge, auf den Kennzeichen in Arabisch. Blöd!
Fortbewegung in Gizeh
Hostels und Hotels in Gizeh
Da wir in erste Linie die Pyramiden sehen wollten und Kairo nur das Zünglein an der Waage war, wurden wir zuerst in Gizeh fündig. Hier gibt es unendlich viele Hotels mit einer Dachterrasse, die den Blick auf die Pyramiden freigibt. ich wollte es noch etwas exklusiver und die Pyramiden auch beim Einschlafen von meinem Bett aus sehen. Unser erstes Hotel war der totale Scam, das Zweite perfekt und das Dritte unfassbar preiswert und cozy. also wähle weise!
Empfehlungen lesen oder alle bei Trip.com, Agoda oder Booking.com auflisten lassen!
Jazal Pyramid View Hotel (SCAM)
Die ersten beiden Nächte haben wir uns schön abziehen lassen. Die 9.2 Punkte bei Booking.com sind ein Witz gegen die echten Google Rezensionen. Gleich bei Ankunft wurde mir mein Handy aus der Hand genommen, „um den Preis abzugleichen“. Tatsächlich wurde mit einem Knopfdruck schnell mal meine Buchung storniert. Mein Kingsize-Bett mit Pyramiden Blick wurde voll berechnet und in ein Doppelzimmer mit Blick zur Hauswand umgewandelt. Sorry Doppelbuchung! Das bestellte Abendessen zum Premium Preis waren Tiefkühlnudeln im Alunapf vom Lieferdienst inklusive Plastikbesteck. Bloß nicht buchen! Mehr bei Agoda.
Hayat Hotel
Eine Erfahrung reicher ging es dann zu Fuß auf Hotelsuche, bis wir das Hayat erreichten. Hier passte alles, bis auf die Bewertungen, die ich nicht nachvollziehen kann. Den Chef hätte ich gerne als Großvater, nett & großzügig, der perfekte Gastgeber. Unser Zimmer (305) im obersten Stock lag frontal zu allen drei Pyramiden mit der Sphinx auf Augenhöhe und die Dachterrasse war sowohl kulinarisch als auch visuell das Highlight. Zum Frühstück gab es Buffet mit wirklich großer Auswahl, welches im Zimmerpreis schon enthalten war. I Like.
Jana Pyramid View Inn
Nachdem das Hayat unser Budget strapaziert hatte, ging es für 8 Euro die Nacht in eine andere Unterkunft für Low Budget Backpacker. bei Ankunft kein Schild oder Hausnummer, aber der Nachbar wies uns den Weg in einen dunklen Hausflur, der verboten aussah. Umso größer die Überraschung als beim Öffnen der Tür alles bunt, fröhlich und super sauber wurde. Die Mädels putzen und wischen den ganzen Tag, Frühstück ist inklusive und wird auf der Dachterrasse serviert.
Sehenswürdigkeiten in Gizeh
Restaurant Pyramid
Schönes uriges Restaurant mit verschiedenen Mix Platten, Kebab und Köfte. Nicht nur, dass der Personalschlüssel so hoch ist, dass ständig jemand vorbeikommt und nach dem Befinden fragt. Auch die Platten sind riesig. Versuche bei der Bestellung erstmal mit einer anzufangen bevor du für jeden eine bestellst. Zu den Platten kommen noch Brot, Saucen und Gemüse. Die Preise sind ok, die Servicegebühr von 12 % ist in der Endrechnung schon enthalten.
Rooftop 7000
Wer den Abend in gehobener Atmosphäre und besten Blick auf die Pyramiden ausklingen lassen will, muss einfach ins Rooftop 7000. Zwischen exotischen Speisen und fruchtigen Cocktails geben sich Touristen und die reichen Ägypter die Klinke in die Hand. Leider war später am Abend die Musik etwas lauter, sodass eine Unterhaltung etwas schwierig wurde. Aber zum Sonnenuntergang ist das der richtige Ort, um romanische Zweisamkeit zu genießen.
The Mood
Mitten auf der Hauptstraße quasi, auf der Mittelinsel steht der Kiosk „The Mood“ guter Kaffee, tolle Waffeln und vor allem eine klare Menükarte auf der Preise stehen. Wir waren mehrmals da und hielten öfters einen Plausch mit dem Besitzer. Irgendwie war er bei seiner 24/7 Politik auch immer vor Ort. Später tauschten wir auch unsere Whatsapp und konnten bei Fragen jederzeit auf ihn zugreifen. Meine große Empfehlung für Gizeh.
Pyramiden von Gizeh
Unser Abenteuer ging am Eingangstor bei der Sphinx los. Hier ging es gleich nach dem Eingang scharf nach links, der Straße zum Parkplatz entlang. Am Ende warten schon die Kameltreiber, um dir eine unvergessliche Runde um das Weltkulturerbe zu verkaufen. Hier musst du mehrmals freundlich, aber entschieden ablehnen, bist du verstanden wirst. Kurz danach kommen die Pferdekutschen und last but not least die Pferde. Es scheint ungewöhnlich zu sein, hier seine Beine zu bewegen, da jede Kutsche anhielt, um uns den besten Preis anzubieten oder uns gleich einen Preis unsere Wahl vorzuschlagen. Gleichseitig wurden wir vor den Gefahren der Wüste gewarnt. Dem Hitzetod und der kilometerlangen Wanderschaft ohne Führer um diese gewaltigen Bauwerke.
Schlussendlich haben wir dieses Abenteuer aber überstanden, mit Basecap und Sonnenbrille! 4 Stunden später und mit 6,88 Kilometer auf dem Tacho liefen wir glücklich und zufrieden wieder an der Sphinx vorbei. Und keine Sorgen, wenn du wirklich bis an die kleine Pyramide kommst, endet das ständige bedrängen und verkaufen und du kannst die Rückseite der Pyramiden ganz für dich genießen. Solltest du vorher weich werden, dann nimm einfach eine Kutsche, niemand wird dich verurteilen.
Zu Fuß unterwegs
Eine Expedition in die Vergangenheit ohne Stress und Scam war mein oberstes Ziel bei der Tour um die Pyramiden. Egal was dir die Nepper, Schlepper & Bauernfänger erzählen wollen, das meiste stimmt nicht. Wir sind knappe 4 Stunden für die 6,8 Kilometer Tour um die Pyramiden gelaufen inkl. Kaffeepause. Dafür gab es aber auch unvergessliche Augenblicke der Einsamkeit und tolle Fotomotive ohne das Gequatsche der Verkäufer. Kein Nachverhandeln, keine Erklärungen! Wenn das nicht dein Fall sein sollte, stehen Pferde, Kutsche oder Kamel zur Verfügung!
Giza Pyramids Ticket office
Den Anfang macht das Ticket Center rechts neben dem Eingang in der Nebenstraße. Der Eintritt zum Gelände kostet pro Person 700 EGP für Ausländer. Gezahlt wird nur mit Karte, hier wird es schwer zu betrügen. Einmal eingegeben in das System, kassiert der Staat das Geld. Aber natürlich sitzt auch gleich jemand daneben, der dir die Karte für Cash verkauft, mit 100 EGP Aufschlag. Geöffnet ist von 07.00 – 16.00 Uhr, dazu kommen noch Gelder für das Innere der Pyramide: 1500 EGP für die Große Cheops (Khufu Pyramid), & 280 EGP für die jeweils kleinere Chephren oder Mykerinos. Solltest du das nicht sofort entscheiden wollen, gibt es vor Ort noch die Möglichkeit das Ticket nachzukaufen, mit 50 EGP Aufpreis für Unentschlossene.
Sphinx von Gizeh
Die Sphinx ist eines der bekanntesten und ältesten Monumente der Welt. Sie wurde etwa um 2500 v. Chr. während der Herrschaft des Pharaos Chephren (auch Khafre genannt) erbaut. Die riesige Statue stellt einen liegenden Löwen mit einem menschlichen Kopf dar – vermutlich das Abbild des Pharaos selbst. Aus einem einzigen Kalksteinfelsen gehauen, ist die Sphinx über 70 Meter lang und 20 Meter hoch. Teilweise vom Wüstensand bedeckt, geriet sie mehrfach in Vergessenheit. Archäologen begannen im 19. und 20. Jahrhundert mit der Freilegung und Restauration. Bis heute gibt es nur Theorien über ihren ursprünglichen Zweck.
Cheops Pyramide
Die „Große Pyramide von Gizeh“ wurde etwa 2600 v. Chr. für den Pharao Cheops (Khufu) erbaut und ist das älteste der Sieben Weltwunder der Antike – sowie das einzige, das bis heute erhalten ist. Mit ursprünglich etwa 146,6 Metern Höhe war sie über 3.800 Jahre lang das höchste Bauwerk der Welt. Die Pyramide wurde aus rund 2,3 Millionen Kalksteinblöcken errichtet, wobei ihr exakter Bauprozess bis heute Rätsel aufgibt. Vermutlich waren mehrere tausend Arbeiter über viele Jahre mit ihrer Errichtung beschäftigt. Sie diente als Grabstätte und sollte den Pharao im Jenseits begleiten.
Chephren Pyramide
Die Pyramide wurde um 2520 v. Chr. für den Pharao Chephren (auch Khafre genannt), den Sohn von Cheops, erbaut. Sie ist die zweitgrößte der drei Pyramiden und wirkt durch ihre erhöhte Lage und den besser erhaltenen oberen Teil oft größer als die Cheops-Pyramide. Das Bauwerk war Teil eines komplexen Grabensembles. Direkt davor befindet sich die Große Sphinx von Gizeh, die vermutlich ebenfalls unter Chephren entstanden ist und sein Antlitz tragen soll. Die Chephren-Pyramide war ursprünglich mit glatten Kalksteinplatten verkleidet, von denen nur noch Reste an der Spitze erhalten sind.
Mykerinos Pyramide
Die Mykerinos-Pyramide ist die kleinste der drei berühmten Pyramiden und wurde um 2490 v. Chr. für den Pharao Mykerinos (auch Menkaure genannt) erbaut. Sie ist etwa 65 Meter hoch und deutlich kleiner als die benachbarten Pyramiden von Cheops und Chephren, besticht jedoch durch ihre aufwendige Gestaltung. Besonders bemerkenswert ist ihre untere Verkleidung aus edlem Granit, während die oberen Bereiche ursprünglich mit Kalkstein versehen waren. Im Inneren wurden eine Sarkophagkammer und Überreste einer Holzsarkophags gefunden, die Mykerinos zugeschrieben werden.
Island Coffee
Auf der Hälfte des Weges oder auch auf der Rückseite der Pyramiden je nach Betrachtungswinkel kommst Du zum Touristen Hotspot. Hierher kommen all die Pauschaltouristen, die man in Herrgottsfrühe aus den Resorts in Hurghada geprügelt hat, um sie mit dem Bus nach Gizeh zu schiffen. Schnell mit dem Bus auf dem View Spot gehalten, eine Ansichtskarte und ein paar Souvenirs gekauft und schon geht es weiter. Erinnerungsfotos nicht vergessen. Dafür sit der Kaffee hie super – Wucherpreise, aber super. Der Salt Latte Macchiato hat es mir angetan. 6 EURO – gerne wieder!
Panoramic View of the Pyramids
Grand Egyptian Museum (GEM)
Zu unserer Zeit war das Museum noch nicht offiziell eröffnet, das lag noch einen Monat in der Zukunft und sollte sich auch noch länger verzögern. Der Iran -Israel Krieg war für den ägyptischen Präsidenten nicht der richtige Rahmen, um dieses milliardenschwere Gebäude zu feiern. Als erlebten wir nur das sogenannte Soft-Opening, in dem Besucher schon vor der Eröffnung die heiligen Hallen betreten durften mit ca. 65 % der Exponate, natürlich zum vollen Eintrittspreis von 1250 EGP: leider war, Tutanchamun noch auf Reisen, da er aus dem alten ägyptischen Museum in Kairo schon ausgezogen war und im Neuen gerade aufgebaut wurde. Schade, aber auch so waren es unzählige Räume und noch mehr Exponate. Vielleicht wäre ein Guide, der schnell was zu jeder Vitrine sagt, eine gute Idee gewesen, aber hinterher ist man immer schlauer.
Eingangshalle
Noch vor der Fertigstellung wurde die 82 Tonnen schwere Skulptur von Ramses II. vom Hauptbahnhof in das Museum bewegt, weil die 3200 Jahre alte Figur danach durch keine Öffnung mehr gepasst hätte. Ursprünglich wurde die Statue in Mit Rahina, dem antiken Memphis, entdeckt und in den 1950er-Jahren vor den Hauptbahnhof von Kairo aufgestellt. Dort stand sie jahrzehntelang als bekanntes Wahrzeichen der Hauptstadt und als Symbol für das kulturelle Erbe Ägyptens. Allerdings schadeten ihr Umweltverschmutzung und Verkehrslärm zunehmend, sodass die Regierung beschloss, sie zum Schutz zu versetzen. 2006 wurde die Statue aufwendig demontiert und eingelagert. Jetzt ziert er die Haupthalle im GEM. was vorher freies Kulturgut für Millionen Ägypter war, ist jetzt kostenpflichtig zu bestaunen.
Laufwege
Die Wanderschaft in den Ausstellungshallen sind wir anfangs völlig falsch angegangen. Wir hätten natürlich auch auf die Wegskizzen am Eingang achten können. Der Weg führt nicht gerade aus, sondern die drei Hallen werden schlangenförmig besichtigt. Also erst nach rechts in Halle 2 & 3 und danach eine geradeaus in Halle 4 und wieder nach links Halle 5 & 6. Mit diesem System, was ich gewöhnungsbedürftig fand, geht es von der 4. Dynastie ca. 3500 vor Christus bis in die 26. Dynastie Richtung Julius Cäsar und Kleopatra.
Food Court
Hier findest Du einiges an internationalen Speisen, wie Pizza & Starbucks, aber auch hochpreisige Küche. Wir sind im Zoomba hängengeblieben. Die Preise sind für ein Museum dieser Art sehr angemessen und die Auswahl an arabischen bzw. ägyptischen Speisen war exquisit. Auch hier wieder: am Tisch bestellt und an der Kasse bezahlt, 14% Servicefee sind bereits im Preis enthalten.















