Sarajevo oder in der deutschen Schreibweise Sarajewo ist voller Geschichte. In meiner Erinnerung sind die olympischen Winterspiele 1984 und die berüchtigte Sniper Alley während des Bosnienkrieges. Noch weiter zurück liegt hier auch der Beginn des Ersten Weltkrieges, als am 28. Juni 1914 Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Ungarn, durch einen bosnischen Attentäter ermordet wurde. Du siehst also, die Stadt birgt Geschichte. Leider liegt Sarajewo in einen Kessel zwischen den Bergen, was unseren Aufenthalt im September stark erschwerte. Die Auswahl des Wetters lag bei Regen, Niesel oder totaler Bewölkung. Kein Grund also länger als nötig in der Stadt zu bleiben. Und so verließen wir Sarajewo auch früher als geplant Richtung Belgrad.

Anfahrt nach Sarajevo

Mit dem Bus nach Sarajewo

Aus Mostar ist es nach Sarajevo nur ein Katzensprung. Wichtig ist es das Busticket auszudrucken. Leider ging das im Hotel nicht, weil die ihren Drucker nicht zum laufen bekommen haben (ganze drei Tage lang!?) Der Busfahrer startet sonst ewig lange Diskussionen und zum Schluss ruft er seinen Vorgesetzten an und stellt dir ein Ersatzticket aus. Schlecht wenn das alles ohne vernünftige Kommunikation funktioniert. Wichtig zu wissen: Der Bus geht von Mostar Bus Station EAST.

Hostels und Hotels in Sarajevo

Ich habe in Sarajevo in zwei Hotels übernachtet, beide waren nicht sehr empfehlenswert. Also einfach bei Agoda oder Booking.com selber suchen. 

Sehenswürdigkeiten in Sarajevo

Ewige Flamme

Vor dem ehemaligen Grand Hotel von Sarajevo, direkt auf der Einkaufsstraße in Richtung Nationalbank brennt die offenen Flamme. Entzündet am 06.04.1946 brennt das Mahnmal, welches Tito erreichten ließ, fast ununterbrochen. Nur als das Gas in der Zeit der Belagerung Sarajevos ausging, erlosch auch das Mahnmal für die Toten des zweiten Weltkrieges für kurze Zeit. Ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen.

Restaurant Apetit

Sehr zu empfehlen ist das Restaurant Apetit, nicht nur der Service ist top, auch die Speisen sindeine Wucht. der preis ist allerdings auch gehoben, allerdings nicht, wenn Du deutsche Preise gwöhnt bist. Nach vielen Versuchen würde ich behaupten, Du kannst kaum besser essen gehen als in diesem Lokal.

Restaurant Zeljo

Wenn Du eher authentische und nationale Kost ausprobieren möchtes kommst Du am Zeljo nicht vorbei. Manchmal ziemlich überlaufen liegt es in der Nähe des Bascarsija Marktes. Hier bekommst Du die „echten“ Cevapcici. ich war mehrmals im Zeljo und kann dir den Laden nur ans Herz legen. Wirklich geiler Scheiß. Es gilt auch unter Einheimischen als das beste Cevapcici Restaurant in Sarajevo.

Restaurant Kolobra

Tod durch Fleisch, sollte die Überschrift für dieses Restaurant lauten. Eher ein Biergaretn ist die Größe von der Gasse aus nicht zu sehen. Der Grillteller beinhaltet einen kompletten Bauernhof und ist für zwei Kerle kaum zu schaffen. Lecker und günstig, allerdings keine Wiederholungstat nötig.

Lateinerbrücke

Wenig spektakulär, dafür aber sehr geschichtsträchtig, ist die etwas außerhalb liegende Lateinerbrücke. Der Name entstand durch die Nutzung der Katholiken (Lateiner), die die Brücke als kürzeste Verbindung zur Kathedrale nutzten. Hier am Nordende der Brücke tötete Gavrilo Princip am 28.06.1914 den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau, Diese Attentat gilt als Auslösung für den ersten Weltkrieg.

Maria-Geburt-Kathedrale

Der Bau der Kirche ab 1859 läutete auch gleichzeitig den Untergang des osmanischen Reiches ein. Nach Friedensverhandlungen zwangen die Großmächte Russland, Frankreich und Großbritannien das Reich seinen christlichen Untertanen mehr religiöse Freiheitn zu gewähren. So wurde der Bau der größten serbisch-orthodoxen Kirche auf dem Balkan umgesetzt.

Kathedrale Herz Jesu

Wenig später nach der serbisch-orthodoxen Kirche, wurde 1884 auch für die Katholiken eine Kathedrale im Stile einer neugotischen Basilika gebaut. In der Kirche brennt noch heute ein Friedenslicht welches Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch 1997 aus dem Petersdom in Rom mitgebracht hat. Als Zeichen der Dankbarkeit errichteten die Einwohner vor  er Kirche eine lebensgroße Statur des Papstes, die als Treffpunkt der Einheimischen und beliebtes Fotomotiv gilt.

Bascarsija

Die Hauptattraktion in Sarajevo ist der Hauptbasar oder im türkischen auch Bascarsija. Diese wurde 1462 beim Ausbau des Dorfes Sarajevo gebaut. Die kleinen Gassen nach orientalischem Vorbild, sind streng nach Gilden und Handwerkszünften unterteilt, die Ihr Kunsthandwerk heute an Touristen verkaufen. Daneben befinden sich etlichen Restaurants die meist gehaltvolle Fleischenkost anbieten. Der klassische serbische Fleischteller eben. Wenn Du Langeweile hast kannst Du auch am Sebilj Brunnen Tauben füttern.

Sebilj

Was ich erst für einen Zeitungskiosk hielt ist der eigentliche Treffpunkt der Dorfjugend. Der Sebilj ist in osmanischen Städte, ein öffentlichen Brunnen an dem sich Reisende kostenlos erfrischen können. Diese Tradition wurde auch in Sarajevo fortgeführt und der Sebilj 1891 auf dem Bascarsija errichtet. Von dem Brunnen existieren mehrere Kopien, u.a. in den USA, Montenegro und Serbien, die von der Stadt Sarajevo zu besonderen Feierlichkeiten gestiftet wurden.

mehr Highlights in Sarajevo

Olympia Bobbahn, ein Lost Place etwas außerhalb.

Sniper Alley, die große Verbindungstraße auf der die Scharfschützen im Bosnien-Krieg lauerten.