Digitale Nomaden

das Wort ist gerade heiß diskutiert und die Szene entwickelt sich rasant.
Doch was verbirgt sich dahin. Nicht anderes als der Umbruch der kompletten Arbeitswelt.
Selbstständige und Freiberufler die nicht länger einem „nine to five Job“ nachgehen wollen.
Wir lieben unsere Arbeit oder das was wir tun, nennen wir es mal nicht Arbeit. Wir verdienen unser Geld im Internet und arbeiten an jedem Ort der Welt, wo es uns beliebt. Wenn es WLan gibt!!

In diesem Blog schreibe ich über meine persönlichen Favoriten für ortsunabhängiges Arbeiten und Leben around the World.

Hier eine kleine Übersicht über die Themen über die ich hier blogge. Manche sind schon am entstehen, manche bisher nur im Kopf 😉

Reisevorbereitung – wichtige Webseiten die die Planung erleichtern.
Digital – Kleine Helfer, die mein Leben erleichtern. (coming soon)
Packliste – Dinge die ich immer dabei habe.
Unterwegs – Länder und Städte, sowie deren Highlights.
Meine Bucket List – Dinge und Orte die ich noch erleben möchte.

In der Karte findet Ihr die entsprechenden Länder die ich seit März 2015 bereist habe und bei einem klick auf die Marker die entsprechenden Artikel. Viel Spaß!
 


Buschehr und der Persische Golf

Buschehr und das böse Atomprogramm

Der ganze Skandal um das iranische Atomprogramm dreht sich, wenn man genauer hinhört, nur um einen einzigen Reaktor und der steht in der kleinen, verschlafenen Küstenstadt Buschehr. Der Vorwurf das die Iraner hier geheime Urananreicherung betreiben und die Empörung über den Reaktor verfliegt schnell, wenn man bedenkt das das gute Stück von Siemens gebaut wurde und von deutschen Mitarbeitern betrieben werden sollte. Seine baugleichen Kollegen stehen in der Gemeinde Biblis. Wir wissen also sehr genau was die Iraner da haben.

Devlat Hotel

Gute Übernachtungsmöglichkeiten bietet das Devlat Hotel. Als erstes Haus am Platze bemühen sich die Angestellten diesen Service auch zu leben. In Deutschland würde es wohl als 3 Sterne Hotel durchgegen was schon ein wenig verwohnt ist.
Mit 2.2 Millionen Rial pro Nacht waren für den Service und das Ambiente aber völlig in Ordnung.

Savyaf Seafood Restaurant

Fisch für eine Million kann man sich schon mal leisten. Das beste Restaurant in Buschehr liegt südlich vom Devlat Hotel. Einfach am Strand einen 10 Minuten Spaziergang genießen. Ähnlich dem Santa Monica Pier liegt das Restaurant auf einen Steg mitten im Meer. Das Personal ist sehr aufmerksam und ganz ohne Englischkenntnisse. Die Speisekarte ohne Bilder und komplett auf Farsi. Die besten Voraussetzungen für ein Abenteuer. Wir bestellten Fisch mit sehr eingängiger Zeichensprache und der Kellner zeigte uns auf der Karte die entsprechende Zeilen an dessen Ende eine 100.000 stand.
Als die gemischte Fischplatte kam, die entspannt für drei Personen reicht, kamen leichte Zweifel ob das alles nur 100.000 IRR (2,10 EUR) kosten würde. Natürlich war die Karte in Toman beschriftet was im Gegensatz zu Rial das Zehnfache war. So hatten wir für eine Million Rial Fisch bestellt, was dem Gegenwert von 21 EUR entsprach. Für iranische Verhältnisse ist das teuer, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Strandpromenade

Nach diesem köstlichen Essen ist ein Spaziergang genau das Richtige. Die romantische Strandpromenade ist nördlich des Devlat Hotels. Hier sitzen größere Gruppen meistens nach Geschlechtern getrennt oder als Familienclan und genießen Shisha und Abendessen.
Ganz Buschehr ist in den Abendstunden an der Strandpromenade um zu sehen und gesehen zu werden. Von hier aus geht es dann in die Old City um noch ein wenig zu shoppen.

Octopus Burger

Unweit des Hotels befindet sich der Octopus Burger. Bei großem Hunger die klare Empfehlung zur Mittagszeit. Die Burger sind frisch und die Jungs echt gesprächig. Nach 3 Minuten gehört man zur Familie. Wir sind beim Essen fotografiert und als Werbe-Ikonen missbraucht worden. Jetzt sind wir berühmt. Schaut ruhig selber mal rein. (Instagram: @hashtpa.bushehr)

Atomkraftwerk und Foreign Worker Beach

Nachdem wir am Persischen Golf auch baden wollten, haben wir uns erstmal nach den Gepflogenheiten in einem muslimischen Land erkundigt. Bei den Frauen gilt ja die Vollverschleierung beim Baden. Die einzige Ausnahme gilt für die Damen der russischen Monteure. Für die Mitarbeiter des Atomkraftwerkes wurde ein spezieller Strand eingezäunt, an dem keine muslimischen Kleidervorschriften gelten. Hier können Ausländer wenig bekleidet baden. So machten wir uns auf den Weg 17 Kilometer außerhalb der Stadt, ganz in der Nähe des Kraftwerkes um zu baden.
Die Nummer verlief sehr enttäuschend.
Punkt 1: Nur Mitarbeiter des Kraftwerkes dürfen den Strand betreten. Der Guard macht da keine Ausnahme.
Punkt 2: Die besten Zeiten haben die Hütten und Schirme schon hinter sich. Alles ist verfallen und verrottet.

Der Zaun 500 Meter weiter ist so platt getreten das wir ohne Probleme das Gelände betreten konnten und abseits des Hauptstrandes badeten. Andere Gäste waren allerdings an einem Dienstagmorgen nicht zu erspähen. So trollten wir uns nach 2 Stunden praller Sonne und Verunreinigtem Strand wieder in die Stadt. Auf der Strasse hielten wir per Daumen einfach den nächsten Bus an und ließen uns mitnehmen.

Die Ruinen von Persepolis

Schiras und Persepolis

Ankunft ist Schiras ist je nach Verkehrslage mit dem Zug aus Teheran oder mit dem Bus aus Yazd. Wer weiter nach Buschehr möchte, dem sei gesagt dass es zwei Busbahnhöfe gibt. Ankunft aus Yazd erfolgt in einem anderen Busbahnhof als die Abfahrt nach Buschehr. Leider hab ich nicht mehr in Gedächtnis welcher Bahnhof welcher war. Die freundlichen Menschen vor Ort können da aber bestens Auskunft geben. Der Busbahnhof unserer Ankunft hatte eine bewachte Gepäckabgabe, bei der man sein Gepäck zurücklassen kann um unbeschwert Persepolis zu besichtigen.

Mit dem Taxi nach Persepolis

Der Ort Persepolis liegt ca. eine Autostunde von Schiras entfernt. Gleich auf dem Busbahnhof werden Touristen von Taxifahrern darauf angesprochen.
Wir hatten einen diese Fahrer im Coffee Shop auf dem Busbahnhof kennengelernt.
Fahrrad, so stellte sich der Herr vor (wörtlich: „Ich heiße wie Bicycle auf Deutsch“) sprach gutes Englisch und beantwortete uns verschiedene Fragen zu vielen Dingen. So erfuhren wir das unserer Weiterfahrt nach Buschehr von einem anderen Busbahnhof geht und wir die Tickets dort kaufen müssten. Zum Anderen, das wir unser Gepäck auch beim Ticketschalter in Persepolis abgeben können.

Schließlich handelten wir uns für den Persepolis Trip von 60 EUR auf 40 EUR runter. Mit der Option zuerst zum anderen Busbahnhof zu fahren und dann Persepolis Hin- und Rücktour plus Wartezeit. Ich persönlich denke, dass der Trip auch für 20 EUR bzw. 30 EUR möglich gewesen wäre. Aber der Komfort und die guten Englischkenntnisse waren seinen Preis wert. Wenn ihr Farrad buchen wollt, ruft ihn an: +98 933 239 3070

Die alte Hauptstadt Persiens

Persepolis ist griechisch und bedeutet „Hauptstadt der Perser“. Der Ort an sich ist klein und sehr überschaubar. Daneben gibt es noch Nebenkriegsschauplätze, die etwas außerhalb liegen. Pasargadae die alte Hauptstadt ist einer davon, wenn man 50 Kilometer weiter fahren möchte.

Ähnlich wie bei der Akropolis bestehen die Sehenswürdigkeiten aus einzelnen Säulen die wild in der Gegend rumstehen. Den Rest muss die Vorstellungskraft erledigen.
Wer Zeit und Muße hat, tief in die Geschichte einzusteigen, dem sei ein Guide empfohlen.
Diesen gibt es in Englisch, aber auch in Deutsch. Das Deutsch was ich vereinzelt bei vorbeiwandernden Reisegruppen gehört habe war sehr gut.
Allerdings zieht sich dann die Tour auf locker 2-3 Stunden. Der Guide erklärt uns wirklich jedes Wandrelief und dessen Bedeutung in jeder Einzelheit. Kosten belaufen sich auf 500.000 IRR.

Persepolis besteht in der Hauptsache aus einer aufgeschütteten Ebene von 15 ha. Hier standen, man beachte die Vergangenheitsform, drei große Paläste um die Herrschaft der Achämeniden zu veranschaulichen. Der Palast der Soldaten, die Halle des Volkes und die Schatzkammer. Alles wurde von Alexander dem Großen 330 v.Chr. bei seinem Eroberungsfeldzug niedergebrannt. Die Legende erzählt dass er allein 7500 vollbeladene Kamele brauchte um die Schatzkammer zu plündern.

Hoch über dem Plateau ist noch ein Königsgrab zu besichtigen. Im Moment bin ich aber überfragt, wer darin beerdigt wurde. Mit einem steilen Aufstieg kommt man bis an den Eingang. Von hier aus hat man dann einen fantastischen Ausblick über das gesamte Plateau und seine Ausläufer.

Yazd und Zarathustra

Mit dem Bus nach Yazd

Direkte Verbindungen nach Yazd gibt es mit der Bahn, welche leider ausgebucht waren und mit dem Bus. Wer im Bus schlafen kann, dem sei die Verbindung von Beyhaghi Bus Terminal um 23.00 Uhr empfohlen. Liegesessel mit Fußstütze und Unterhaltungsprogramm lassen die Zeit verstreichen. Es gibt sogar eine Mahlzeit oder wie immer man den Snack bezeichnen möchte. Ich bin eher der Typ Schlafmaske und Ohrenstöpsel. Damit verschläft man die 8 Stunden Fahrt einfach so durch. Ankunft in Yazd ist dann gegen 07.30 Uhr.

Busbahnhof Yazd

Der Busbahnhof von Yazd hat sogar eine europäische Toilette, leider ohne Toilettenpapier. Das muss man mitbringen. Vom Busbahnhof ist dann ein Taxi sinnvoll, da es bis Old Town knappe 5 Kilometer sind. Wir sind die Strecke gelaufen und sie ist trostlos.

Bargeld

Wichtig für Touristen ist es genügend Bargeld mit sich zu führen, da wir in Yazd keine Bank gefunden hatten die Euro in Rial tauschen durfte. Es gibt laut den Angestellten der Banken wohl eine Anlaufstelle, die zu erreichen uns aber zu viel Zeit gekostet hätte. So schlugen wir uns mit den letzten 3 Millionen Rial durch die Stadt.
Nachtrag: Gegenüber dem Feuertempel gibt es über dem Restaurant eine Wechselstube. Keine Ahnung ob das die Genannte war. Aber der Kurs war ok und die Dame sehr freundlich.

Siesta

Durch das Wüstenklima haben sich die Einheimischen angewöhnt zwischen 14-16 Uhr die Bürgersteige hochzuklappen. In dieser Zeit hat alles geschlossen. Keine Museen, kein Cafe, keine Menschen auf der Strasse. Hier sollte man sich Orte suchen bei denen man verweilen kann.

Historisches über Yazd

Yazd gehört zu den ältesten Städten im Iran. Der hier gepflegte Zarathustra Kult wie Nietzsche dies in seinem Werk beschrieb ist hier immer noch lebendig. Die Religion war die Staatsreligion im Perserreich. Noch heute sind die Mehrzahl der Gläubigen Anhänger dieser Religion, die mir sehr sympathisch ist. Die drei Grundpfeiler: Denke Gutes, Sage Gutes, Tue Gutes. Relativ einfach.

Sehenswürdigkeiten in Yazd

Wer am Busbahnhof ankommt sieht als erstes eine schäbige, zerfallende Wüstenstadt. Meine Laune besserte sich aber als wir in den Stadtkern eintauchten der sich Old Town nennt. Hier gibt es herrliche Bauwerke und tolle Cafes. Hier der Vorschlag für eine Route durch Yazd:

Garten in der Wüste (Dowlatabad)

Wer gerade in Yazd angekommen ist und sich von der langen Busfahrt erholen möchte, dem sei der Besuch von Dowlatabad ans Herz gelegt. Mitten in der Staubigen Landschaft blüht hier versteckt hinter hohen Mauern ein Garten, der zum Verweilen einlädt. Ein kleines nettes Cafe mit guten Sitz- bzw. Liegemöglichkeiten lässt einen erstmal ankommen.

Turm der Stille

Deutlich außerhalb geht es dann zu den Türmen der Stille (Tower of Silence). Diese standen zur damaligen Zeit weit ab von den Behausungen der Gläubigen in der Wüste. Durch die letzten Bebauungen wuchs die Stadt und holte damit beide Türme an den Stadtrand.

Bei den Türmen handelt es sich um Beerdigungsstätten der Zarathustra Gläubigen. Weit oben und außerhalb der Stadt wurden die Toten im Turm aufgebahrt und die Körper dann von den Geiern zerrissen und verspeist. Die Knochenreste wurden zum Schluss mit einer starken Säure in einem Becken in der Mitte der Anlage zersetzt bis nichts mehr vom Leichnam übrig war. In der heutigen Zeit leidet dieser Kult am Aussterben der Geier, die sich auch durch die nahe Bebauung gestört fühlen.

Museum des Zarathustra

Um zu verstehen was es mit der Religion auf sich hat, sei als erstes der Gang in das Museum empfohlen. Der Türsteher am Eingang ist zugleich der Tourguide, der Interessierte durch die heiligen Hallen führt. Unser war ein wenig auf Valium hängengeblieben, aber trotzdem sehr erzählfreudig, wenn auch langschweifig.
Der Guide ist kostenlos, freut sich aber wie jeder Angestellter über Trinkgeld.
Auch hier gilt die Mittagspause, zwischen 14.00 – 16.00 Uhr geschlossen.

Feuertempel

Der Feuertempel ist umgeben von einem schönen Garten in dem man den Stress der langen Wege hinter sich lassen kann. Das Innere besteht nur aus einem Vorraum und einer ewigen Flamme hinter einer Glasscheibe. Dieses ewige Feuer soll laut der Glaubensgemeinschaft seit 2500 Jahren brennen. Nicht wirklich zu erkennen, ist auf der linken Seite noch eine Ausstellungshalle mit Requisiten der Religion und längeren Erklärungen. Auch darunter befindet sich noch eine Halle die wirklich hervorragende Portraits und Landschaftsaufnahmen in Verbindung mit dem Zarathustra Kult zeigt.

Cafe und Wechselstube

Wen das weniger Interessiert kann seine Reisepartner im Feuertempel verweilen lassen und einen Kaffee trinken. Gegenüber dem Feuertempel befindet sich ein fantastisches Cafe das eigene Kreationen anbietet und zu Verweilen einlädt. Gleich darüber, wenn auch schwer zu erkennen, befindet sich im oberen Stockwerk die erwähnte Wechselstube bei der man seine Landeswährung in Rial tauschen kann.

Windtürme

Die Sehenswürdigkeit für die Yazd bekannt ist sind seine Windtürme. Hier geht es weniger um bestimmte Türme als vielmehr um die moderne Technik der Wohnraumkühlung. Ähnlich dem Prinzip der heutigen Kühlschränke wurden diese Türme überall in der Stadt erbaut, um mitten in der Wüste die Räume auf erträgliche Temperaturen herunter zu kühlen.

Weiterfahrt nach Schiras

Und auch hier wieder der altbekannte Busbahnhof um zum nächsten Ziel zu kommen. Wer die Chance hat etwas Essbares in der Stadt aufzutreiben, sollte sich Proviant mitnehmen. Die beiden Kioske und der Kebab Stand sind erbärmlich.