Das berühmteste Wahrzeichen Shigatses ist das Tashilhunpo-Kloster, eines der sechs großen Klöster der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus. Das im Jahr 1447 von Gendün Drub, dem ersten Dalai Lama, gegründete Kloster ist der traditionelle Sitz des Panchen Lama. Besonders beeindruckend ist der knapp 26 Meter hohe Maitreya-Buddha, die größte sitzende Bronze-Buddhastatue Tibets, deren Erwähnung Pilger und Besucher weit über die Region hinaus anzieht.
Die Altstadt Shigatses hat ihren tibetischen Charakter weitgehend bewahren können. Zahlreiche enge Gassen, traditionelle Wohnhäuser und farbenfrohe Märkte verströmen noch immer ein authentisches Flair. Besucher schlendern vorbei an Gebetsmühlen, durch Innenhöfe und erleben tibetisches Alltagsleben hautnah. Das Umland Shigatses ist geprägt von einer eindrucksvollen Hochlandlandschaft mit schneebedeckten Bergen, Flusstälern und Klöstern.
Shigatse ist nicht nur religiös von Bedeutung, sondern auch ein Knotenpunkt der Entwicklung im modernen Tibet. Der Ausbau neuer Infrastruktur, Hotels und Straßen schreitet voran – und doch bleibt die Verbindung zu Geschichte und Spiritualität überall spürbar. Wer Shigatse besucht, taucht ein in eine faszinierende Mischung aus gelebtem Buddhismus, tibetischer Kultur und dem atemberaubenden Panorama des tibetischen Hochlands.
Informationen über Visum, Einreisebedingungen, Steckdosen, Geld abheben und vieles mehr, findest Du unter Reisevorbereitung Tibet
Tour von Lhasa nach Shigatse (Xigaze).
Gruppentour mit Van
Nach drei Tagen Lhasa und einer kleinen Akklimatisierung auf 3600 Metern geht es weiter durch Tibet. Da alleine reisen in der Provinz untersagt ist, hatten wir uns in einem Reisebüro eine Privat-Tour organisiert und waren zu dritt plus Fahrer und Guide unterwegs. Die Strecke von mehreren hundert Kilometern verging durch interessante Erzählungen unseres Guides, den Blick auf die unbeschreibliche Landschaft und mehrere Zwischenstopps wie im Fluge. Nicht zu vergessen die halbstündigen Pinkelpausen, um die 4-5 Liter Flüssigkeit aus dem Körper zu entlassen, um beim Einstieg erneut eine Flasche auf Ex zu trinken. Merke: Du brauchst pro 1000 Höhenmetern zusätzlich einen Liter Wasser. Das macht bei 4000 Metern 6 Liter am Tag.
Jove Mountain Hotel
Da wir am späten Nachmittag ankamen, hatten wir noch Zeit für eine Runde in der Badewanne. Das Hotelzimmer war riesig und bestens ausgestattet, so wie eigentlich alle Hotels in der Provinz, die uns das Reisebüro rausgesucht hatte. Allerdings war das auch nötig, da die Höhe und die tiefen Temperaturen ihren Tribut forderten. Ständig war jemand krank oder hatte Kopfschmerzen wegen der enormen Höhe. Da war Luxus die reinste Erholung. Abendessen war leider nicht inklusive, also mussten wir nochmal los, aber das Frühstück war atemberaubend. Eine riesige Auswahl und exzellenter Service.
Sehenswürdigkeiten auf dem Weg nach Shigatse
Aussichtspunkt am Yarlung Tsangpo
Wer von Lhasa Gonggar Airport in Richtung Lhasa fährt, kommt kaum an ihm vorbei: einem Aussichtspunkt hoch über einer weiten Flussbiegung des Yarlung Tsangpo, den die Tibeter schlicht „Yajiang He“ nennen – auf dem Gedenkstein an der Plattform in Chinesisch, Tibetisch und Pinyin verewigt. Der Fluss, im Westen als Brahmaputra weltberühmt, ist Tibets eigentliche Lebensader. Von hier aus, auf gut 3.700 Metern Höhe im Kreis Gonggar der Präfektur Shannan (Lhoka), schlängelt er sich kilometerweit durchs karge, sandfarbene Tal, gesäumt von schroffen, fast vegetationslosen Bergketten – ein Bild, das die Weite und Schroffheit des tibetischen Hochlands eindrücklich einfängt.
Architektonisch ist der Ort schlicht gehalten: eine gepflasterte Plattform mit Natursteinmauern im traditionellen Stil, dazwischen kleine Verkaufsstände mit Schmuck und Souvenirs. Der eigentliche Blickfang aber ist die Aussicht selbst – ein perfekter Fotostopp, den auch die meisten organisierten Touren einplanen.
Ein fester Programmpunkt hier: herausgeputzte Tibet-Mastiffs und Yaks, die gegen eine kleine Gebühr für Erinnerungsfotos bereitstehen. Ein Hinweisschild listet die Preise transparent auf – etwa 30 Yuan für zwei Hunde oder ein Yak pro Person und Session, 15 bis 20 Yuan für ein Yakkalb. Unautorisiertes Fotografieren der Tiere ist ausdrücklich untersagt, was zeigt, wie professionell dieses kleine Geschäftsmodell mittlerweile organisiert ist.
Praktischer Tipp: Der Stopp eignet sich hervorragend, um sich direkt nach der Ankunft am Flughafen an die Höhe zu gewöhnen, bevor es weiter nach Lhasa geht. Wer die Tierfotos machen möchte, sollte etwas Kleingeld bereithalten – Kartenzahlung ist an solchen informellen Ständen nicht zu erwarten.
Langbuqi Viewing Platform / Yamdrok See
Auf über 4.400 Metern Höhe liegt der Yamdrok See wie ein leuchtender Türkis-Edelstein zwischen den Bergen Tibets. Für die Tibeter zählt er zu den vier heiligen Seen des Landes – ein Ort tiefer spiritueller Bedeutung, an dem Pilger seit Jahrhunderten Gebete sprechen und um das Wohl ihres Landes bitten. Der Legende nach ist der See die Verkörperung einer Schutzgottheit, und sollte er jemals austrocknen, so heißt es, würde Tibet unbewohnbar werden.
Die Anfahrt von Lhasa führt über den Kamba-La-Pass auf etwa 4.800 Metern, wo sich beim Überqueren plötzlich ein atemberaubender Panoramablick auf den See eröffnet: Das Wasser schimmert in einem intensiven Blaugrün, das sich je nach Sonnenlicht und Wolkenstand ständig zu verändern scheint – von tiefem Smaragd bis zu hellem Türkis. Umrahmt wird der See von schneebedeckten Gipfeln, darunter der markante Nojin Kangtsang, die sich in der glasklaren Oberfläche spiegeln.
Der Yamdrok See erstreckt sich über mehr als 70 Kilometer und hat die Form eines Skorpions – ein Bild, das sich erst aus der Vogelperspektive erschließt. Gespeist wird er ausschließlich durch Gletscherwasser und kleine Zuflüsse, ohne natürlichen Abfluss, was seine außergewöhnliche Wasserqualität erklärt. Am Ufer grasen Yaks gelassen, während bunte Gebetsfahnen im Wind flattern und kleine Verkaufsstände lokale Souvenirs sowie die Möglichkeit bieten, sich mit einem Yak fotografieren zu lassen.
Praktischer Tipp: Plane genügend Zeit für Fotostopps am Kamba-La-Pass ein und rechne mit Höhenkrankheit – langsames Gehen, ausreichend Wasser und warme Kleidung sind hier ein Muss, da der Wind am See empfindlich kalt sein kann.
Homestay Dinner
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Der Karola-Gletscher – Eisriese am Fuß des Noijin Kangsang
Etwa eine Autostunde vom Yamdrok-See entfernt, auf dem Weg von Lhasa nach Shigatse, öffnet sich einer der eindrucksvollsten Ausblicke Tibets: der Karola-Gletscher auf 5.039 Metern Höhe. Sein Ursprung liegt am Noijin Kangsang, einem 7.191 Meter hohen Gipfel und einem der vier heiligen Berge Tibets. Von der Straße aus liegt das Eisfeld zum Greifen nah – ein seltener Fall, in dem sich ein Hochgebirgsgletscher ganz ohne stundenlange Trekkingtour bewundern lässt.
Der Aussichtspunkt selbst ist unaufwändig, aber wirkungsvoll gestaltet: direkt an der Straße gelegen, mit einem Stupa, bunten Gebetsfahnen im Wind und einem Holzsteg, der den Blick auf das schneebedeckte Massiv lenkt. Wer hier aussteigt, steht förmlich im Schatten des heiligen Bergs – schroffe Felsen, glitzerndes Blau-Weiß des Eises und dahinter der wolkenverhangene Gipfel des Noijin Kangsang, der für die Tibeter seit jeher als Wohnsitz einer Schutzgottheit gilt.
Gerade dieser spirituelle Bezug macht den Ort besonders: Anders als viele Gletscher, die nur als Naturschauspiel wahrgenommen werden, ist der Karola-Gletscher für Einheimische ein heiliger Ort. Gebetsfahnen und kleine Steinhaufen entlang des Weges erzählen von Pilgern, die hier innehalten, bevor die Reise weiter Richtung Shigatse oder zum Everest-Basislager führt.
Fotografisch ist der späte Vormittag ideal, wenn die Sonne das Eis zum Leuchten bringt und der Himmel über dem Massiv meist noch klar ist – am Nachmittag ziehen häufig Wolken auf und verdecken den Gipfel.
Praxistipp: Plant nur einen kurzen Stopp ein, aber genießt ihn bewusst – auf über 5.000 Metern wird jede schnelle Bewegung anstrengend. Eine warme Jacke lohnt sich selbst im Sommer, da der Wind am Aussichtspunkt eisig sein kann.
Manla-Stausee – Türkisgrüne Perle am Simila-Pass
Wer von Lhasa über den Yamdrok-See in Richtung Gyantse und Shigatse fährt, erreicht am Simila-Pass auf 4.352 Metern einen der schönsten Ausblicke der Strecke: das smaragdgrüne Wasser des Manla-Stausees, das sich tief unten durch eine enge Schlucht schlängelt. Anders als der tiefblaue Yamdrok-See leuchtet der Manla-Stausee in einem warmen, jadeartigen Grünton – manche nennen ihn deshalb den „türkisenen Ohrring Tibets“.
Der Stausee ist kein natürliches Gewässer, sondern das Herzstück eines der bedeutendsten Wasserbauprojekte Tibets: Ein über 150 Meter hoher Damm zähmt hier den Nyang Chu-Fluss, der früher zwischen Trockenheit und Überschwemmung schwankte und die Kornkammer Tibets rund um Gyantse und Bainang bedrohte. Als „Erster Staudamm Tibets“ versorgt er heute die Region mit Bewässerung, Strom und Hochwasserschutz – und hat sich trotz seines künstlichen Ursprungs erstaunlich harmonisch in die schroffe Canyon-Landschaft eingefügt.
Der eigentliche Höhepunkt ist der Viewpoint direkt am Simila-Pass: Von einer kleinen Aussichtsplattform aus breitet sich der gesamte See wie ein Gemälde unter einem aus, gerahmt von grau-braunen Felswänden, die sich im spiegelglatten Wasser doppeln. Bunte Gebetsfahnen flattern im Wind über den Felsen – ein typisch tibetisches Bild aus Spiritualität und Naturgewalt. An klaren Tagen ist in der Ferne sogar das schneeweiße Band des Karola-Gletschers zu erkennen.
Der Pass liegt auf der Route zwischen Karola-Gletscher und Gyantse und eignet sich hervorragend als kurzer, aber lohnender Zwischenstopp – ganz ohne größere Wanderung.
Praxistipp: Plant etwa 20–30 Minuten für den Stopp ein, um die Aussicht in Ruhe zu genießen und Fotos zu machen. Eine warme Jacke ist auch bei Sonnenschein Pflicht, da es am Pass durch den Wind deutlich kühler ist, als die Höhenlage vermuten lässt.
Klosterstadt Tashilhunpo
In Shigatse, der zweitgrößten Stadt Tibets, erhebt sich am Fuße eines Berges eines der bedeutendsten Klöster des tibetischen Buddhismus: das Tashilhunpo-Kloster. Gegründet wurde es 1447 von Gendün Drup, dem später als erster Dalai Lama verehrten Mönch – eine historische Wurzel, die dem Ort bis heute eine besondere Aura verleiht.
Tashilhunpo zählt zu den sechs großen Klöstern der Gelugpa-Schule, der „Gelbmützen“-Tradition, und ist seit Jahrhunderten der traditionelle Sitz des Panchen Lama, der neben dem Dalai Lama zu den höchsten spirituellen Autoritäten des tibetischen Buddhismus gehört. Rund 600 Mönche leben und praktizieren noch heute innerhalb der weitläufigen Klosteranlage, die sich mit ihren goldenen Dächern, roten Mauern und labyrinthartigen Gassen wie eine eigene kleine Stadt ausbreitet.
Das eindrucksvollste Highlight ist die gewaltige, goldüberzogene Maitreya-Statue – mit rund 26 Metern eine der größten vergoldeten Sitzstatuen der Welt. Sie stellt den zukünftigen Buddha dar und wird von Pilgern aus ganz Tibet ehrfürchtig besucht. Ebenso bemerkenswert ist die reich verzierte Grabstupa des vierten Panchen Lama, die mit Gold und Edelsteinen geschmückt ist und von der tiefen Verehrung zeugt, die diesem Amt entgegengebracht wird.
Ein Rundgang über die Kora, den Pilgerpfad mit unzähligen Gebetsmühlen, gehört für viele Besucher zum festen Bestandteil des Klosterbesuchs. Murmelnde Mantras, drehende Gebetsmühlen und der Duft von brennendem Yakbutter-Weihrauch schaffen eine Atmosphäre, die tief in die spirituelle Lebenswelt Tibets eintauchen lässt. Wer die Energie hat, sollte den Berg hinter dem Kloster erklimmen – oben erwartet einen ein herrlicher Panoramablick auf die gesamte Anlage, umrahmt von bunten Gebetsfahnen.
Praktischer Tipp: Shigatse liegt auf rund 3.900 Metern Höhe – plane genügend Zeit für den Rundgang ein und trage bequemes Schuhwerk für die teils steilen Wege innerhalb der Klosteranlage.


