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Xining ist keine Stadt der Superlative, die mit glitzernden Wolkenkratzern blendet. Es ist ein Ort des Übergangs, eine faszinierende Schwelle, an der das Herzland Chinas auf das schier endlose tibetische Plateau trifft. Wer hier ankommt, spürt sofort, dass die Uhren anders ticken und die Luft eine andere Geschichte erzählt.

Ein Spaziergang durch die Straßen ist eine Reise durch Kulturen. Aus der prächtigen Dongguan-Moschee, einer der größten in China, dringt das Murmeln der Gebete, während nur wenige Gassen weiter der würzige Duft von Lammspießen der muslimischen Hui-Gemeinschaft in der Luft liegt. Gleichzeitig spürt man die Nähe zu Tibet: in den Läden, die farbenfrohe Gebetsfahnen und traditionelle Stoffe anbieten, und in den Gesichtern der Pilger, die auf dem Weg zu heiligen Stätten sind.

Die Stadt selbst ist das unverzichtbare Basislager für die Erkundung der Provinz Qinghai. Von hier aus beginnt die Reise zum mystischen Kumbum-Kloster (Ta’er Si), einer der wichtigsten Stätten des tibetischen Buddhismus, oder zum legendären Qinghai-See. Dieser himmlische Saphir inmitten der Hochebene ist ein Anblick, der demütig macht. Seine endlose Weite, im Sommer gesäumt von einem goldenen Meer aus Rapsblüten, fühlt sich an wie der Rand der Welt.

Was Xining aber wirklich auszeichnet, ist die Atmosphäre. Auf über 2.200 Metern Höhe ist die Luft dünner, klarer, und der Himmel leuchtet in einem intensiveren Blau. Man spürt, dass man an einem besonderen, fast spirituellen Ort ist. Xining ist kein Ziel, das man schnell abhakt. Es ist eine Einladung, innezuhalten, sich zu akklimatisieren und die Seele auf das vorzubereiten, was kommt: die unvergessliche Weite und Spiritualität des Dachs der Welt.

Informationen über Visum, Einreise­bedingungen, Steckdosen, Geld ab­heben und vieles mehr, findest Du unter Reisevorbereitung China

Reise nach Xining

Xining mit dem Zug

Unsere Tour zum Eintrittstor des Himalaya führte uns von Chengdu direkt mit dem Schnellzug nach Xining. Die Tickets hatten wir uns über ein Reise­büro buchen lassen. Der Preis pro Ticket betrug 505 CNY für die erste Klasse. Wobei ich sagen muss, dass ich keine besondere Behandlung gab. Kein Internet (nein, auch kein Hotspot während der 10-stündigen Fahrt) und auch kein Essen, wie ich es erwartet hatte. Die erste Klasse ist im letzten Wagen (Wagen 8), damit hier nicht jeder durchrennt. Hat aber den Nachteil, dass das Bordbistro genau am anderen Ende des Zuges ist. Hier gibt es typisches Flugzeug­essen und Getränke. Die Mahlzeit für 39 CNY.

Mit dem Flugzeug nach Xining

Das Ganze geht auch zum gleichen Preis mit dem Flugzeug, hat allerdings den Nachteil, dass hier keine Gewöhnung an die Höhe vorgenommen werden kann. In den 10 Stunden Bahnfahrt geht es von 500 Metern über Meeresspiegel auf 2300 Meter. Das ist mit dem Flugzeug eine ganz schöne Tortur für den Körper, schnell mal mitten am Berg auszusteigen.

Fortbewegung in Xining

Mit DiDi durch die Stadt

Die Fahrdienstleister-App DiDi ist in China immer die beste Wahl. Keine Diskussion, keine Verständigungsp­robleme und der Preis steht vorher fest. DiDi gibt es mit AliPay in einer App oder für iPhone im AppStore. Mit Preisen von 2–5 Euro kommst Du günstiger nicht durch die Stadt. Da wir am Bahnhof untergekommen sind, ist das Qinghai-Museum schon ziemlich weit weg für fußläufig. Also Taxi. Mit einer Metro kann Xining leider nicht glänzen, die ist mein Liebling in allen anderen chinesischen Großstädten.

Hostels und Hotels Xining

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Xining - Zhefei Hotel

Zhefei Hotel (Railway Station)

Das Hotel ist super. Nach 10 Stunden mit dem Schnellzug nachts um 23.00 Uhr nur 600 Meter laufen und ein­checken. Unser Reisebüro hatte schon unser Tibet-Visum an die Rezeption geschickt. Man kannte uns also. Die Zimmer im 14. Stock haben einen genialen Ausblick und das Frühstück ist erstaunlich gut. Unser Nichtraucher­zimmer stank stark nach Qualm, sodass wir mitten in der Nacht wechseln mussten. Die Rezeption war sehr bemüht und tauschte problemlos. Mehr zum Hotel bei Agoda & Trip.com

Sehenswürdigkeiten in Xining

Xining - Museum für tibetische Medizin

Museum für tibetische Medizin

Im Museum geht es um tibetische Kultur, Heilkunde und Spiritualität. Es gilt als das größte seiner Art weltweit. Zu den Highlights zählt der legendäre, mehrere hundert Meter lange Thangka – das längste Thangka-Gemälde der Welt – auf dem die tibetische Kosmologie und medizinisches Wissen dargestellt werden. Hier erfährst du alles über Geschichte, Heilpflanzen, Therapien und Philosophie der traditionellen tibeti­schen Medizin. Viele Exponate, wie alte Bücher, Kräuter, Instrumente und rituelle Objekte, machen das Museum lebendig. Du kannst zudem mehr über Pulsdiagnose, Arzneien und Lebens­weise der tibetischen Ärzte erfahren. 

Xining - Natural History Museum

Tibet Plateau Natural History Museum

Das Museum steht für die einzigartige Natur und Entstehungsgeschichte des Qinghai-Tibet-Plateaus. Eine erlebst Du eine Zeitreise durch Millionen Jahre geologischer Entwicklung: Von urzeit­lichen Fossilien riesiger Säugetiere über endemische Pflanzensammlungen bis zu heutigen Tierarten wie Wildesel, Schnee­leopard und Schaf gibt es hier faszinie­rende Exponate zu entdecken. Beeindru­ckend sind die großen Dioramen, die eindrucksvoll das Hochland und seine Klima- und Landschaftszonen nach­bilden. Das Museum beleuchtet die Anpassung von Tieren und Menschen an die extremen Umweltbedingungen des „Dachs der Welt“. 

Xining - Nanguan Moschee

Nanguan Mosque

Die Nanguan-Moschee ist eine der ältesten und bedeutendsten Moscheen Nordwestchinas. Sie wurde ursprünglich im 14. Jahrhundert erbaut und mehrfach erweitert. Mit ihrer markanten grünen Kuppel und den traditionellen chinesi­schen wie auch islamischen Architektur­elementen gilt sie als eindrucksvolles Zeugnis für das kulturelle Miteinander der Hui-Muslime und Han-Chinesen in Qinghai. Die Moschee dient als wichtiges religiöses und soziales Zentrum für die lokale Gemeinschaft – besonders freitags herrscht hier reges Leben. Sie besticht durch ihre großzügigen Höfe, die ruhigen Gebetshallen und die aufgeschlossene Atmosphäre. 

Xining - Dongguan Moschee

Dongguan Mosque

Der Ursprung der Moschee geht zurück bis ins Jahr 1380, als sie erstmals während der Ming-Dynastie erbaut wurde. Seitdem wurde die Moschee mehrfach erweitert und restauriert. Sie beeindruckt durch ihre architektonische Kombination aus traditionell chinesi­schen und islamischen Elementen: Die große grüne Kuppel, mächtige Minarette und kunstvoll verzierte Hallen dominie­ren das weitläufige Areal. Die Dongguan-Moschee ist nicht nur religiöses Zentrum der muslimischen Hui-Gemeinde, sondern auch sozialer Treffpunkt der Stadt. Besucher können das Gelände außerhalb der Gebetszeiten besichtigen und die besondere Atmosphäre erleben, sollten aber innen und außen die Gebetsrituale respektieren. 

Xining - Gonghe Road

Gonghe Road

Die Gonghe Road ist eine der zentralen Straßen in Xining und spiegelt das moderne, geschäftige Leben der Haupt­stadt von Qinghai wider. Entlang dieser lebhaften Achse reihen sich zahlreiche Geschäfte, Restaurants, Cafés und kleine Märkte aneinander. Hier trifft man so­wohl Einheimische bei ihren alltäglichen Besorgungen als auch Reisende, die das urbane Flair der Stadt genießen wollen. Besonders abends verwandelt sich die Gonghe Road in eine pulsierende Flanier­meile mit bunten Lichtern, Straßenständen und viel Atmosphäre.

Xining - Hongjue Tempel

Hongjue Tempel

Der Tempel, der am östlichen Zugang zum Qinghai-Tibet-Plateau liegt, hat in seiner mehr als 1.000-jährigen Geschichte jeher dazu beigetragen, die Beziehungen zwischen der Zentral­regierung und dem tibetischen Buddhismus zu festigen. Im Jahr 1779 wurde der 6. Panchen Erdeni Lobsang Palden Yeshe von Kaiser Qianlong der Qing-Dynastie (1644–1911) nach Peking eingeladen. Um seinen Zwischenstop im Hongjue-Tempel so angenehm wie möglich zu gestalten, ließ der Kaiser den Tempel vollständig renovieren. Seitdem ist er ein wichtiger Ort, an dem der Panchen Lama – einer der beiden am meisten verehrten lebenden Buddhas im tibetischen Buddhismus – in Qinghai residiert.

Xining -  Goldener Pagodentempel

Goldener Pagodentempel

Direkt neben dem ehrwürdigen Hongjue-Tempel liegt der Jintasi – der „Goldene Pagodentempel“. Gegründet im Jahr 1390, blickt er auf über 600 Jahre Geschichte zurück und ist eng mit dem berühmten Kumbum-Kloster verbun­den, einem der bedeutendsten Zentren des tibetischen Buddhismus. Was den Jintasi so besonders macht, ist seine stille Atmosphäre inmitten einer leben­digen Stadt. Während Touristen meist zum nahegelegenen Kumbum pilgern, genießen hier vor allem einheimische Gläubige ihre Andacht. Im Mittelpunkt des Tempels stehen die Buddhas der drei Zeiten – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft –, umgeben von fein gearbeiteten kleineren Statuen.

Kumbum Monastery

Das Kumbum-Kloster, auch bekannt als Ta’er-Kloster (chinesisch 塔尔寺, tibetisch Ganden Jampaling), befindet sich etwa 25 Kilometer südwestlich von Xining in der Provinz Qinghai. Es ist eines der wichtigsten Klöster des tibetischen Buddhismus außerhalb Tibets und gilt als eines der sechs großen Klöster der Gelug-Schule.

Das Kloster wurde im Jahr 1577 ge­grün­det, an dem Ort, an dem Tsongkhapa (1357–1419), der Gründer der Gelug-Schule, geboren wurde. Kumbum bedeutet „hunderttausend Buddha-Bilder“ – eine Hommage an die Vielzahl von Statuen und Wandmalereien, die das Kloster schmücken. Nach der Gründung entwickelte sich die Anlage schnell zu einem bedeutenden religiösen, kulturellen und akademi­schen Zentrum. Zu Hochzeiten lebten und lernten hier bis zu 4.000 Mönche, heute sind es noch etwa 400 bis 500.

Das Kloster erstreckt sich über eine Fläche von rund 600.000 Quadratmetern mit mehr als 50 Hallen, Pagoden, Tempeln und Wohngebäuden. Besonders herausragend sind die so genannten „drei Künste“ des Kumbum: die farbenprächtigen Butterfiguren (Suyouhua), beeindruckende Wand­malereien sowie aufwendig geschnitzte und bemalte Thangka-Rollen. Die berühmteste Halle ist die „Große Silberhalle“, in der sich eine silberne Stupa mit Reliquien Tsongkhapas befindet.

Xining - Thangka in Kumbum
Xining - Tempelkomplex Kumbum
Xining - Gebetsmühlen
Jedes Jahr zieht das Kumbum-Kloster Tausende Pilger und Besucher aus ganz Tibet, China und darüber hinaus an, insbesondere während bedeutender Feste wie dem „Butter Lamp Festival“. Bei diesen Festen werden aufwändig gestaltete Butterkunstwerke ausgestellt und die Atmosphäre ist besonders feierlich.

Trotz der Nähe zu Xining wirkt das Kloster wie eine eigene Welt: Es ist ein lebendiges Zentrum tibetisch-buddhistischer Glaubenspraxis, in dem uralte Traditionen, Gebete und Rituale weiterleben. Besucher erleben hier eine einzigartige Mischung aus Spiritualität, Geschichte und faszinierender Architektur, die das Kumbum-Kloster zu einem der wichtigsten und beeindruckendsten religiösen Orte in Nordwestchina macht.

Xining - Kumbum Champa Ling
Xining - Katze auf Säule
Xining - Gebetsmühlen

mehr Highlights in Xining

  • Qinghai Science & Technology Museum
  • Tulou Temple
  • Tibetan Plateau Wildlife Zoo
  • Qinghai Museum
  • Xinning Plaza
  • Dafo Temple
  • Xinqian Sightseeing Night Market
  • Xining Nanchan Temple
  • Xining Botanical Garden

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