Mekong Delta Tour

Zwei Tage ins legendäre Mekong Delta

Für 900.000 VND zwei Tage im Mekong Delta unterwegs, fanden wir so günstig das wir das spontan im Reisebüro gebucht haben. Man kommt in Ho-Chi-Minh-City auch nicht an diesen Anbietern vorbei, die Touren auf großen bunten Plakaten anbieten. Also warum nicht auch mal nutzen.

Die Tour beginnt um 08.00 Uhr am Reisebüro. Überaus pünktlich holt uns ein eifriger Vietnamese ab und bringt uns zur Hauptstraße wo schon der Bus und allen anderen Reisenden der verschieden Reisebüros warten.

 

1. Tag im Mekong Delta

Die Busse sind ziemlich klein und beengt, ab einer Länge von 1,80 Metern sollte man sehen einen Platz zum Gang zu ergattern sonst wird das mit dem Sitzen nichts.
Mutige dürfen gerne neben dem Busfahrer sitzen, allerdings wurde unseren konservativen Freunden aus der Schweiz bei der Fahrweise schlecht. Sie hätten lieber nicht zugeschaut was da genau passiert.

 

Buddha Pagode in My Tho

Erste Station auf der Tour ist die Vinh Trang Pagode in My Tho. Der Tempel ist sehr schön und geheimnisvoll, wenn die vielen Touristen nicht wären. Aber ich bin ja Teil des Problems.
Zu besichtigen gibt es drei verschiedene Buddha-Statuen, einen Liegenden, einen Stehenden und einen Sitzenden. Alle stehen im Freien und sind schön gestaltet.

vinh trang pagode

Nur leider ist die angesetzte Zeit deutlich zu gering um genussvoll zu flanieren. Das Zeitfenster erinnert eher an japanische Touristenbusse, aussteigen, eine Runde drehen, alles fotografieren, weiter!

 

Unicorn Island

Vom Bus geht es dann das erste Mal auf ein Flussboot welches über den Mekong zu Unicorn Island übersetzt. Hier wird der Gruppe Tee aus Blütenpollen und Honig zubereitet, welche man im Anschluss natürlich kaufen soll. Selbstverständlich führt die Tour an zahlreichen Verkaufs- und Souvenirständen vorbei was etwas nervt. Eine kurze Fahrt führt mit einer Pferdekutsche übers Land und schon stehen wir am Fluss um zu paddeln.

 

Flusstour mit dem Paddelboot

Interessant ist das in Vietnam im Schwerpunkt die Frauen arbeiten. Alle schweren Arbeiten die ich so beobachten konnte, Säcke verladen, Boote beladen, schwere Zuarbeiten am Haus, wurden im Großteil von Frauen ausgeführt. So auch das Paddeln der Boote.

unicorn island vietnam

Leider war die Touristenschar so riesig und der kleine Kanal so eng das sich die Boote gegenseitig behinderten. Man konnte vor lauter Booten das Wasser kaum sehen.

Die Fahrt an sich war allerdings eine super Erfahrung. Mit geschickten Paddelschlägen gewann das Boot sehr schnell an Fahrt und glitt fast lautlos dahin.

 

Abendbrot

Nach der Fahrt ging es einen kurzen Moment mit dem Flussboot weiter zum Abendbrot. Ein kleiner Snack ist im Preis enthalten, der auch reichen sollte. Gewählt werden kann aus Schweinefleisch, Eier mit Reis und vegetarischer Speise.
Uns wurde vom Reiseleiter noch ein Fisch nahegelegt der im Mekong Delta als Delikatesse gilt und außerhalb schwer zu bekommen ist. Extrakosten: 200.000 VND.

frischer fisch im mekong delta

Der Fisch war riesig, leider der Großteil Gräten und Flossen. Fazit: nette Idee ohne Wiederholungsfaktor.

 

Kleines Flussboot

Mit dem Boot ging es dann wieder an andere Ufer um dort mit unserem Reisebus auf die Quartiere für die Nacht aufgeteilt zu werden. Es gab zwei Möglichkeiten für die man sich jeweils schon im Reisebüro entscheiden musste. Hotel oder Homestay. Wir hatten Homestay gewählt und sind damit gut gefahren. Unser Bus brachte uns, eine 9 Personen Gruppe, zu einer Anlegestelle an der ein Schnellboot wartete was uns weiter flussaufwärts in enge Kanäle brachte. Die Fahrt dauerte gute 20 Minuten und ging über die Dämmerung hinaus so dass wir bei völliger Dunkelheit in einem Nebenarm des Mekong schipperten. Neue Geräusche und Gerüche erreichten uns in der Dunkelheit bis wir bei unseren Gastgebern anlegten.

 

Homestay

Schlafen am Fluss bei Einheimischen mitten im Mekong Delta. Sagenhaft!

zu gast bei locals

Unsere Gruppe war ziemlich jung und bestand aus Polen, Australiern, Deutschen, Französinnen und einem Spanier. Insgesamt 9 Personen die zusammen in einer Unterkunft schlafen sollten. Nach dem kleinen Abendsnack blieben alle sitzen und tranken noch Bier und Softdrinks bis in die Nacht hinein. Ein wirklich interessanter und schöner Abend. Geschlafen wurde in mehreren Zimmern mit 2 oder 3 Betten (riesigen Doppelbetten mit von der Decke hängenden Moskitonetzen). Dusche war mit im Zimmer und es gab sogar warm Wasser. Exzellent!

 

2. Tag im Mekong Delta

Der nächste Tag war bedingt durch den hemmungslosen Alkoholkonsum der vorangegangenen Nacht für einige nicht so leicht zu verkraften. Geweckt wurde 05.30 Uhr um nach dem Frühstück um 06.00 Uhr zu den Floating Markets aufzubrechen.
Unser Boot war überpünktlich und so mussten wir uns sputen um schnell abzulegen.

 

Floating Markets

Wer das entern von Booten im Fernsehen gesehen hat, weiß wie Floating Markets funktionieren. Auf der Mitte des Flusses treiben große Lastschiffe in mehreren Fahrtrinnen zwischen denen sich kleine Schnellboote bewegen um von ihnen ihre Ware aufzunehmen. Auch hier wieder waren zum großen Teil Frauen bei verladen zu sehen.

floating markets

Diese kleinen Schnellboote warten dann auf vorbeikommende Touristen oder andere Opfer des Konsumterrors, legen blitzschnell längsseits an und verkaufen Kokosnüsse, Kaffee, Softdrinks, Obst und Gemüse, allerlei Schabernack! das ganze Spektakel dauert für Angehörige der Tour 90 Minuten.

 

Reisnudel Herstellung

In die Tour eingebunden ist auch eine Fabrik zur Herstellung von Reisnudeln. Natürlich dient sie zu Ansichtzwecken und ist von Touristen überlaufen. Interessant ist es trotzdem. Hier werden in Handarbeit alle Arbeitsschritte beschrieben und live gezeigt die zur Herstellung notwendig sind. Selbstverständlich mit dazugehörigem Souvenir- und Nudelshop.

 

Plantage

Für uns Großstadtkinder immer wieder gewöhnungsbedürftig das Essen auf den Bäumen wächst. Umso informativer war der Gang über eine Obstplantage auf der die gängigen thailändischen Früchte wuchsen. Zu sehen waren Jackfruit, Rosenapfel, Mango, Rambutan und mehr. Am Ende der Tour (natürlich) die Möglichkeit alles auch käuflich zu erwerben.

 

Ratte zum Mittag

Um die Wartezeit auf den Bus nach Ho-Chi-Minh-Stadt zu verkürzen gibt es noch eine kurze Rast an einer Gaststätte mitten in einer kleinen Stadt. Hier gibt es merkwürdige Dinge auf der Karte. Gegessen werden kann Ratte, gerillt oder frittiert, Schlange in verschiedenen Zubereitungsformen und Krokodil.

Ich hatte mich für Ratte entschieden, weil diese in Deutschland aufgrund verschiedener Bestimmungen verboten ist. Schlange und Krokodil bekomme ich auch in Berlin. Aufgrund der Körpergröße war das aber eine sehr überschaubare, wenn auch ungewöhnliche Mahlzeit. Viel zum Knabbern, wenig zum Essen.

Die Rückfahrt verlief belanglos, außer das auch dieser Busfahrer wie ein Irrer fuhr um auch die letzte Minute aus der Strecke zu holen.

Fazit:Wer wenig Zeit hat, sollte auf so eine 1-Tages- oder 2 Tagestour zurückgreifen. War sehr interessant obwohl Teile der Tour an eine Kaffeefahrt erinnerten. Auch hier kein Wiederholungeffekt, aber auch keine Reue.

Buschehr und der Persische Golf

Buschehr und das böse Atomprogramm

Der ganze Skandal um das iranische Atomprogramm dreht sich, wenn man genauer hinhört, nur um einen einzigen Reaktor und der steht in der kleinen, verschlafenen Küstenstadt Buschehr. Der Vorwurf das die Iraner hier geheime Urananreicherung betreiben und die Empörung über den Reaktor verfliegt schnell, wenn man bedenkt das das gute Stück von Siemens gebaut wurde und von deutschen Mitarbeitern betrieben werden sollte. Seine baugleichen Kollegen stehen in der Gemeinde Biblis. Wir wissen also sehr genau was die Iraner da haben.

Devlat Hotel

Gute Übernachtungsmöglichkeiten bietet das Devlat Hotel. Als erstes Haus am Platze bemühen sich die Angestellten diesen Service auch zu leben. In Deutschland würde es wohl als 3 Sterne Hotel durchgegen was schon ein wenig verwohnt ist.
Mit 2.2 Millionen Rial pro Nacht waren für den Service und das Ambiente aber völlig in Ordnung.

Savyaf Seafood Restaurant

Fisch für eine Million kann man sich schon mal leisten. Das beste Restaurant in Buschehr liegt südlich vom Devlat Hotel. Einfach am Strand einen 10 Minuten Spaziergang genießen. Ähnlich dem Santa Monica Pier liegt das Restaurant auf einen Steg mitten im Meer. Das Personal ist sehr aufmerksam und ganz ohne Englischkenntnisse. Die Speisekarte ohne Bilder und komplett auf Farsi. Die besten Voraussetzungen für ein Abenteuer. Wir bestellten Fisch mit sehr eingängiger Zeichensprache und der Kellner zeigte uns auf der Karte die entsprechende Zeilen an dessen Ende eine 100.000 stand.
Als die gemischte Fischplatte kam, die entspannt für drei Personen reicht, kamen leichte Zweifel ob das alles nur 100.000 IRR (2,10 EUR) kosten würde. Natürlich war die Karte in Toman beschriftet was im Gegensatz zu Rial das Zehnfache war. So hatten wir für eine Million Rial Fisch bestellt, was dem Gegenwert von 21 EUR entsprach. Für iranische Verhältnisse ist das teuer, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt.

Strandpromenade

Nach diesem köstlichen Essen ist ein Spaziergang genau das Richtige. Die romantische Strandpromenade ist nördlich des Devlat Hotels. Hier sitzen größere Gruppen meistens nach Geschlechtern getrennt oder als Familienclan und genießen Shisha und Abendessen.
Ganz Buschehr ist in den Abendstunden an der Strandpromenade um zu sehen und gesehen zu werden. Von hier aus geht es dann in die Old City um noch ein wenig zu shoppen.

Octopus Burger

Unweit des Hotels befindet sich der Octopus Burger. Bei großem Hunger die klare Empfehlung zur Mittagszeit. Die Burger sind frisch und die Jungs echt gesprächig. Nach 3 Minuten gehört man zur Familie. Wir sind beim Essen fotografiert und als Werbe-Ikonen missbraucht worden. Jetzt sind wir berühmt. Schaut ruhig selber mal rein. (Instagram: @hashtpa.bushehr)

Atomkraftwerk und Foreign Worker Beach

Nachdem wir am Persischen Golf auch baden wollten, haben wir uns erstmal nach den Gepflogenheiten in einem muslimischen Land erkundigt. Bei den Frauen gilt ja die Vollverschleierung beim Baden. Die einzige Ausnahme gilt für die Damen der russischen Monteure. Für die Mitarbeiter des Atomkraftwerkes wurde ein spezieller Strand eingezäunt, an dem keine muslimischen Kleidervorschriften gelten. Hier können Ausländer wenig bekleidet baden. So machten wir uns auf den Weg 17 Kilometer außerhalb der Stadt, ganz in der Nähe des Kraftwerkes um zu baden.
Die Nummer verlief sehr enttäuschend.
Punkt 1: Nur Mitarbeiter des Kraftwerkes dürfen den Strand betreten. Der Guard macht da keine Ausnahme.
Punkt 2: Die besten Zeiten haben die Hütten und Schirme schon hinter sich. Alles ist verfallen und verrottet.

Der Zaun 500 Meter weiter ist so platt getreten das wir ohne Probleme das Gelände betreten konnten und abseits des Hauptstrandes badeten. Andere Gäste waren allerdings an einem Dienstagmorgen nicht zu erspähen. So trollten wir uns nach 2 Stunden praller Sonne und Verunreinigtem Strand wieder in die Stadt. Auf der Strasse hielten wir per Daumen einfach den nächsten Bus an und ließen uns mitnehmen.

Die Ruinen von Persepolis

Schiras und Persepolis

Ankunft ist Schiras ist je nach Verkehrslage mit dem Zug aus Teheran oder mit dem Bus aus Yazd. Wer weiter nach Buschehr möchte, dem sei gesagt dass es zwei Busbahnhöfe gibt. Ankunft aus Yazd erfolgt in einem anderen Busbahnhof als die Abfahrt nach Buschehr. Leider hab ich nicht mehr in Gedächtnis welcher Bahnhof welcher war. Die freundlichen Menschen vor Ort können da aber bestens Auskunft geben. Der Busbahnhof unserer Ankunft hatte eine bewachte Gepäckabgabe, bei der man sein Gepäck zurücklassen kann um unbeschwert Persepolis zu besichtigen.

Mit dem Taxi nach Persepolis

Der Ort Persepolis liegt ca. eine Autostunde von Schiras entfernt. Gleich auf dem Busbahnhof werden Touristen von Taxifahrern darauf angesprochen.
Wir hatten einen diese Fahrer im Coffee Shop auf dem Busbahnhof kennengelernt.
Fahrrad, so stellte sich der Herr vor (wörtlich: „Ich heiße wie Bicycle auf Deutsch“) sprach gutes Englisch und beantwortete uns verschiedene Fragen zu vielen Dingen. So erfuhren wir das unserer Weiterfahrt nach Buschehr von einem anderen Busbahnhof geht und wir die Tickets dort kaufen müssten. Zum Anderen, das wir unser Gepäck auch beim Ticketschalter in Persepolis abgeben können.

Schließlich handelten wir uns für den Persepolis Trip von 60 EUR auf 40 EUR runter. Mit der Option zuerst zum anderen Busbahnhof zu fahren und dann Persepolis Hin- und Rücktour plus Wartezeit. Ich persönlich denke, dass der Trip auch für 20 EUR bzw. 30 EUR möglich gewesen wäre. Aber der Komfort und die guten Englischkenntnisse waren seinen Preis wert. Wenn ihr Farrad buchen wollt, ruft ihn an: +98 933 239 3070

Die alte Hauptstadt Persiens

Persepolis ist griechisch und bedeutet „Hauptstadt der Perser“. Der Ort an sich ist klein und sehr überschaubar. Daneben gibt es noch Nebenkriegsschauplätze, die etwas außerhalb liegen. Pasargadae die alte Hauptstadt ist einer davon, wenn man 50 Kilometer weiter fahren möchte.

Ähnlich wie bei der Akropolis bestehen die Sehenswürdigkeiten aus einzelnen Säulen die wild in der Gegend rumstehen. Den Rest muss die Vorstellungskraft erledigen.
Wer Zeit und Muße hat, tief in die Geschichte einzusteigen, dem sei ein Guide empfohlen.
Diesen gibt es in Englisch, aber auch in Deutsch. Das Deutsch was ich vereinzelt bei vorbeiwandernden Reisegruppen gehört habe war sehr gut.
Allerdings zieht sich dann die Tour auf locker 2-3 Stunden. Der Guide erklärt uns wirklich jedes Wandrelief und dessen Bedeutung in jeder Einzelheit. Kosten belaufen sich auf 500.000 IRR.

Persepolis besteht in der Hauptsache aus einer aufgeschütteten Ebene von 15 ha. Hier standen, man beachte die Vergangenheitsform, drei große Paläste um die Herrschaft der Achämeniden zu veranschaulichen. Der Palast der Soldaten, die Halle des Volkes und die Schatzkammer. Alles wurde von Alexander dem Großen 330 v.Chr. bei seinem Eroberungsfeldzug niedergebrannt. Die Legende erzählt dass er allein 7500 vollbeladene Kamele brauchte um die Schatzkammer zu plündern.

Hoch über dem Plateau ist noch ein Königsgrab zu besichtigen. Im Moment bin ich aber überfragt, wer darin beerdigt wurde. Mit einem steilen Aufstieg kommt man bis an den Eingang. Von hier aus hat man dann einen fantastischen Ausblick über das gesamte Plateau und seine Ausläufer.