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Tiflis, georgisch Tbilisi, liegt malerisch im Tal des Flusses Kura und zählt rund 1,2 Millionen Einwohner. Der Name leitet sich vom georgischen Wort „tbili” für „warm” ab. Der Legende nach entdeckte König Wachtang I. Gorgassali im 5. Jahrhundert die heißen Schwefelquellen, als sein Falke einen Fasan jagte und beide in einer warmen Quelle landeten. Der König ließ an dieser Stelle eine Stadt gründen, die später zur Hauptstadt Georgiens wurde.

Die Geschichte der Stadt ist bewegt. Perser, Byzantiner, Araber, Mongolen und Türken eroberten Tiflis immer wieder. Unter König David dem Erbauer wurde die Stadt 1122 befreit und erlebte im 12. und 13. Jahrhundert unter Königin Tamar eine Blütezeit. 1795 wurde sie von den Persern fast vollständig zerstört, 1801 kam sie zum Russischen Reich. Nach einer kurzen Unabhängigkeit ab 1918 gehörte Tiflis bis 1991 zur Sowjetunion. Heute ist es die Hauptstadt eines unabhängigen Landes.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählt zuerst die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und den typischen Holzbalkonen. Im Viertel Abanotubani laden die historischen Schwefelbäder mit ihren Backsteinkuppeln zum Entspannen ein. Über der Stadt thront die Festung Narikala aus dem 4. Jahrhundert, die man zu Fuß oder per Seilbahn erreicht. Gleich daneben wacht die 20 Meter hohe Statue Kartlis Deda („Mutter Georgiens”) mit Wein und Schwert über die Stadt. Die geschwungene Friedensbrücke aus Glas und Stahl verbindet die Altstadt mit dem modernen Rike-Park. Die Sameba-Kathedrale von 2004 gehört zu den größten orthodoxen Kirchen der Welt. Wer Lebendiges sucht, schlendert über den Flohmarkt an der Trockenen Brücke oder entlang der Rustaweli-Allee mit ihren Theatern und Museen.

Abends lohnt sich ein Besuch in einem der gemütlichen Weinlokale, wo man Chatschapuri, Chinkali und kräftigen georgischen Qwewri-Wein probieren kann. Tiflis verbindet Orient und Okzident, Tradition und Aufbruch, und genau das macht den Charme der Stadt aus.

Informationen über Visum, Einreise­bedingungen, Steckdosen, Geld ab­heben und vieles mehr, findest Du unter Reisevorbereitung Georgien

Vom Flughafen TBS nach Tiflis

Shuttlebus vom Airport nach Tiflis

Beste Option für den Low-Budget-Traveller ist der Bus 337 zur Metrostation Samgori oder bei Bedarf auch direkt bis vor das Hotel Old Georgia. Bezahlt wird mit der Buskarte, die Du im Flughafen erhältst, in der Stadt beim U-Bahn-Ticketschalter. Von der Stadt zum Airpost sind es 2 GEL pro Person.

Zug vom Airport nach Tiflis

Die Zugverbindung ist denkbar traurig. Ganze zweimal am Tag lässt sich die Lok blicken, um dich direkt in die Stadt zu fahren. Da lohnt es sich kaum, auf den Fahrplan zu schauen. Die Chance, dass du mit dem Flieger perfekt zum Umsteigen ankommst, ist wirklich gering.

BOLT vom Airport nach Tiflis

Bequem wie immer geht es mit der Bolt-App und dem privaten Fahrer direkt zum Hauptbahnhof. Fahrten sind ab 36 GEL verfügbar.

Hostels und Hotels in Tiflis

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Tiflis - Old Georgia

Hotel Old Georgia

Wir hatten das Hotel vorab gefragt, ob ein früherer Check-in möglich wäre, und man versprach uns, es zu versuchen. Dann landete unser Flugzeug früher als geplant, die Einreise ging reibungslos, und plötzlich standen wir um 5:30 Uhr morgens übermüdet vor der Tür. Wir waren auf eine lange Wartezeit gefasst, doch der Inhaber empfing uns herzlich und gab uns sofort ein Zimmer, ohne einen Cent Aufpreis zu verlangen. Ganze 8,5 Stunden vor dem offiziellen Check-in. Auch sonst hat uns das Hotel rundum überzeugt: Das WLAN ist schnell und stabil, die Dusche wunderbar heiß, und alles ist blitzsauber. Man spürt, dass hier Menschen mit Herz am Werk sind, die wirklich für ihre Gäste da sind. Mehr bei Agoda & Trip.com

Sehenswürdigkeiten in Tiflis

Tiflis - Red Gospel Church

Red Gospel Church

Im Viertel Awlabari steht eine der eindrucksvollsten Ruinen der Stadt: die Kirche des Roten Evangeliums, armenisch Karmir Avetaran. Errichtet wurde sie im späten 18. Jahrhundert mit Spenden der Anwohner, ihr offizieller Name bedeutet übersetzt Muttergotteskirche der Einwohner von Schamkor. Mit ihrer rund 40 Meter hohen Kuppel war sie einst die höchste armenische Kirche der Stadt. Im April 1989 stürzte die Kuppel ein, die Ursache ist bis heute umstritten. Seit 2007 steht der Bau unter Denkmalschutz, verfällt jedoch weiter, und über seine Zukunft wird gestritten. Besichtigen lässt sich die Kirche nur von außen, betreten sollte man sie wegen Einsturzgefahr keinesfalls. Ihr morbider Charme macht sie zu einem guten Fotomotiv.

Tiflis - Metechi Kirche

Metechi Kirche

Hoch über der Kura thront die Metechi-Kirche auf einem Felsen, direkt gegen­über der Altstadt. Die Legende verlegt ihre Ursprünge ins 5. Jahrhundert, der heutige Bau entstand jedoch zwischen 1278 und 1289 unter König Demetre II. Geweiht ist sie der Geburt der Gottesmutter. Der Überlieferung nach ruht hier die heilige Schuschanik, eine frühe georgische Märtyrerin. Die Geschichte des Ortes ist bewegt: Im Zarenreich diente das Areal als Gefängnis, nach 1921 richtete der sowjetische Geheimdienst hier ein Lager ein. Später nutzte man die Kirche als Museumsdepot und ab 1974 als Jugendtheater, erst 1988 wurde sie wieder Gotteshaus. Vor der Kirche erinnert ein Reiterstandbild an Wachtang Gorgasali, den legendären Stadtgründer. 

Tiflis - Air Balloon

Air Balloon

Wer Tiflis einmal von oben erleben möchte, ohne zur Festung hinaufzusteigen, steigt im Rike-Park in den Fesselballon. Seit Juli 2020 schwebt die große Gondel hier am linken Ufer der Kura in die Höhe, sicher mit einem Seil am Boden verankert. Bis zu 150 Meter geht es hinauf, und rund 30 Passagiere finden gleichzeitig Platz. Eine Fahrt dauert etwa 15 Minuten und bietet einen spektakulären Rundumblick über die Altstadt. Ein Windmessgerät überwacht ständig die Bedingungen. Bei starkem Wind bleibt der Ballon am Boden. Da das Wetter in Tiflis meist mild ist, kommt das selten vor. Besonders stimmungsvoll ist eine Fahrt zum Sonnenuntergang. Aktuelle Preise und Zeiten vorab prüfen.

Tiflis - Special Illustration

Special Illustration / Baum des Lebens

Nur wenige Schritte von der Friedensbrücke entfernt, am Rand des Rike-Parks, wächst ein ganz besonderer Baum: der Baum des Lebens. Die etwa neun Meter hohe Eiche aus Metall stammt vom georgischen Bildhauer Dawit Monawardisaschwili und steht seit Mitte der 2010er-Jahre hier. Wer genau hinsieht, entdeckt in den Ästen Vögel, Vogelhäuschen, Eicheln und kleine Leitern, während der Stamm mit zahlreichen winzigen Türen und Schlössern versehen ist. Ein besonders schöner Brauch hat sich rund um die Skulptur entwickelt: Besucher öffnen eines der Türchen, sprechen leise einen Wunsch hinein und schließen es wieder. Nach Sonnenuntergang soll der Baum stimmungsvoll leuchten. Der Besuch ist kostenlos und jederzeit möglich.

Tiflis - Giant Piano

Giant Piano

Ebenfalls im Rike-Park wartet ein überdimensionales Klavier auf Besucher. Die Skulptur gehört zu den verspielten Kunstobjekten, mit denen der 2010 eröffnete Park gestaltet wurde, und ist ein besonders beliebtes Fotomotiv für Groß und Klein. Wo heute Rasenflächen und Spielplätze liegen, übten früher Fahrschüler auf einem großen Asphaltplatz. Ganz in der Nähe stehen weitere Blickfänge: ein riesiges Schachbrett mit etwa einen Meter hohen Figuren und die rund zehn Meter hohe Eiche aus Metall. In den warmen Monaten lockt abends ein Musikbrunnen mit Licht- und Wasserspielen. Der Eintritt ist komplett frei. Von hier startet zudem die Seilbahn, die auf rund 500 Metern hinauf zur Narikala-Festung schwebt.

Tiflis - Friedensbrücke

Friedensbrücke

Als elegante Fußgängerbrücke über die Kura verbindet sie die Altstadt mit dem modernen Rike-Park. Eröffnet wurde sie im Mai 2010, entworfen vom italienischen Architekten Michele De Lucchi. Die Lichtgestaltung stammt vom Franzosen Philippe Martinaud. Rund 150 Meter lang trägt sie ein geschwungenes Dach aus Stahl und Glas, das an eine Welle erinnert und von den Einheimischen wegen seiner Form augenzwinkernd mit einer Damenbinde verglichen wird. Ihren eigentlichen Auftritt hat die Brücke nach Sonnenuntergang, wenn Tausende LEDs ein wechselndes Lichtspiel erzeugen. Angeblich morsen die Lichter dabei Elemente des Periodensystems. Der Besuch ist kostenlos möglich, am stimmungsvollsten zur blauen Stunde.

Tiflis - Sign

I love Tiflis Sign

Am Gorgasali-Platz, im Herzen der Altstadt, wartet eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt: der große Schriftzug „I Love Tbilisi“. Der Standort ist klug gewählt, denn im Hintergrund thronen die Narikala-Festung und die Metechi-Kirche mit der Reiterstatue von König Wachtang Gorgasali. Der Legende nach gründete Gorgasali im 5. Jahrhundert die Stadt, nachdem er bei der Jagd auf heiße Quellen gestoßen war. Davon leitet sich auch der Name ab, denn „tbili“ bedeutet auf Georgisch „warm“. Die Schwefelbäder von Abanotubani liegen nur wenige Schritte entfernt, ebenso der unterirdische Meidan-Basar. Der Besuch ist kostenlos und jederzeit möglich. Wer ein Foto ohne Gedränge möchte, kommt am besten früh morgens. 

Tiflis - Meidan Bazar

Meidan Bazar

Unter dem Meidan-Platz, dem historischen Herzen der Tifliser Altstadt, verläuft ein unterirdischer Basar, der an eine jahrhundertealte Tradition anknüpft. Hier lag einst der wichtigste Marktplatz des Kaukasus, auf dem Händler aus dem ganzen Orient zusammenkamen. Schon im späten 17. Jahrhundert beschrieb der französische Juwelier Jean Chardin das bunte Treiben von Armeniern, Griechen, Juden, Persern und Türken. Im gewölbten Tunnel reihen sich kleine Läden mit georgischem Wein, Honig, Käse, Gewürzen, Tee, Keramik, Goldschmiedearbeiten und Tschurtschchela, der typischen Walnuss-Süßigkeit. Der Basar ist von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Preise sind nicht immer ausgezeichnet, freundliches Handeln lohnt sich.

Tiflis - Clock Tower

Clock Tower

In der Schawteli-Straße neben der Antschischati-Basilika, steht ein Uhrturm, der aussieht, als würde er jeden Moment umkippen. Tatsächlich entstand er erst 2010 und stammt vom georgischen Künstler und Puppenspieler Rezo Gabriadze, zu dessen Marionettentheater er gehört. Gabriadze setzte ihn aus alten Ziegeln, Steinen und Keramikfliesen zusammen, viele davon aus abgerissenen Häusern der Stadt. Ein Stahlträger stützt das windschiefe Bauwerk. Zu jeder vollen Stunde tritt ein kleiner Engel heraus und schlägt die Glocke. Zweimal täglich, mittags und am Abend, zeigen winzige Figuren in wenigen Minuten den Kreislauf des Lebens von der Geburt bis zum Tod. Im Erdgeschoss lädt das Café Gabriadze zur Pause ein.

Tiflis - Liberty Square

Liberty Square

Der Freiheitsplatz, georgisch Tavisuplebis Moedani, ist der zentrale Verkehrsknoten von Tiflis und Ausgangspunkt der Rustaweli-Allee. Sein Name spiegelt die bewegte Geschichte des Landes wider: Unter dem Zarenreich hieß er Eriwan-Platz, 1918 erhielt er erstmals den Namen Freiheitsplatz, in der sowjetischen Zeit wurde er nach Beria und später nach Lenin benannt. Dessen Statue von 1956 wurde im August 1991 gestürzt. 1907 fand hier ein spektakulärer Banküberfall statt, an dem der junge Stalin beteiligt gewesen sein soll. Seit 2006 überragt die 35 Meter hohe Freiheitssäule aus Granit von Surab Zereteli den Platz, gekrönt von einem vergoldeten heiligen Georg, der den Drachen tötet. 

Tiflis - Fabrika Künstlerviertel

Fabrika

Etwas abseits der Altstadt, hat sich eine ehemalige sowjetische Nähfabrik in einen der lebendigsten Treffpunkte von Tiflis verwandelt. 2016 baute das Büro Multiverse Architecture das rund 8000 Quadratmeter große Areal zum Kreativzentrum Fabrika um. Herzstück ist ein Hostel mit Doppelzimmern, Suiten und Schlafsälen, in dem rohe Betondecken, offene Rohre und sowjetische Details auf georgische Teppiche treffen. Rund um den Innenhof reihen sich Cafés, Bars, Ateliers, Werkstätten, kleine Läden und ein Coworking-Bereich. Die Wände sind mit Street Art lokaler und internationaler Künstler bedeckt. Tagsüber arbeiten hier digitale Nomaden, abends füllt sich der Hof mit Studenten, Einheimischen und Reisenden. Der Eintritt in den Hof ist frei.

Tiflis - Street Art Unterführung

Street Art Unterführung

Wer von der Altstadt Richtung Barataschwili-Brücke spaziert, sollte den Weg durch die Unterführung auf der Westseite nicht scheuen. Benannt ist die Brücke nach Nikolos Barataschwili, dem bedeutendsten Dichter der georgischen Romantik, doch unten im Tunnel regiert die Gegenwart. Die Stadtverwaltung förderte die Bemalung gezielt, um vernachlässigte Ecken der Stadt neu zu beleben, und so verwandelte sich der graue Durchgang in eine schwarz-weiße Freiluftgalerie. Die Wandbilder wechseln von Zeit zu Zeit. Gleich nebenan liegt das Tifliser Puppenmuseum. Der Durchgang ist kostenlos zugänglich, Fotos gelingen am besten tagsüber, wenn wenig los ist.

mehr Highlights in Tiflis

  • Chronik von Georgien
  • Mutter Georgiens
  • Great Synagogue
  • Caravanserai Bakery
  • Tbilisi AutoMuseum
  • Festung Nariqala
  • Second Bridge of Love
  • Sioni-Kathedrale
  • Staatspalast für Zeremonien
  • Leghvtakhevi Waterfall
  • Abanotubani
  • Tbilisi History Museum

Reisevorbereitung Georgien

Georgien - Reisevorbereitung